©Alciro Theodoro da Silva
Text von: Kim Henneking

Jonathan Huch musste seinen Traumjob aufgeben und hat dennoch sein Glück gefunden.

Jonathan ist 20 Jahre alt und hat bereits eine wichtige Aufgabe: Er sorgt dafür, dass die Küchen der UMG Gastronomie alles haben, was benötigt wird, um täglich rund 2.000 Patienten in vier Krankenhäusern sowie weitere rund 5.000 Kunden in den gastronomischen Einrichtungen in der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) mit Essen und Trinken zu versorgen. Innerhalb von drei Jahren absolviert Jonathan seine Ausbildung zur  Fachkraft für Lagerlogistik.

Sein Arbeitstag startet früh – um 6 Uhr. Da kommen die Lieferungen verschiedenster, mit Lebensmitteln gefüllter Dosen, Flaschen und Pakete in der Warenannahme der UMG Gastronomie an. Dann heißt es für Jonathan erst einmal abzuladen, zu checken, ob alles da ist, und die Ware in die entsprechenden Räume und Regale einzusortieren. Am Computer behält der Azubi im dritten Lehrjahr dabei stets den Überblick. Anhand von Kommissionierungslisten kann er hier erkennen, was die einzelnen Küchen an diesem Tag brauchen. Er sammelt die gewünschten Produkte auf einem Wagen und schickt diesen weiter an den entsprechenden Ort, oder er belädt Container, die von Transportern für umliegende Krankenhäuser abgeholt werden, damit die Köche der UMG Gastronomie loslegen können. Auch ein schöner Beruf…

„Ich wollte Koch werden ! Leider habe ich aber schnell feststellen müssen, dass ich aufgrund der Dämpfe in der Küche Migräne bekomme“, erzählt der 20-Jährige. Aus gesundheitlichen Gründen musste er seinen lang gehegten Traum an den Nagel hängen. Über die ‚A+A Ausbildungshilfe‘ ist er schließlich an ein Praktikum im Lager der UMG Gastronomie gekommen. Seinem alten Ziel trauert er aber nicht mehr nach. „Mein Job als Lagerlogistiker bietet mir geregelte Arbeitszeiten und viel Freizeit. Ich fange zwar früh an, habe aber auch früh Feierabend und jedes Wochenende frei. Als Koch wäre das anders gelaufen.“ So hat der Fußballspieler genug Zeit, seinem Hobby nachzugehen und sich mit seinen Freunden zu treffen.

Auch zur Berufsschule geht er wöchentlich. Auf dem Stundenplan in der BBS I in Göttingen stehen neben Sport, Mathe, Deutsch und Englisch vor allem kaufmännische Lernfelder wie Güter kommissionieren, Waren annehmen und verpacken sowie Ladungssicherung, Recycling, Sicherheit am Arbeitsplatz und vieles mehr. Im externen Pflicht-Praktikum beim Kooperationspartner ‚Zufall‘ erhält er im dritten Lehrjahr einen Einblick in internationale Arbeitsabläufe, um einen umfassenden Einblick in den Arbeitsumfang eines Logistikers zu erhalten.

Wenn die Küchen versorgt sind, kümmert sich Jonathan um den Stationsbedarf: Tee, Kaffee, Mineralwasser, Kekse, Zwieback, Tassensuppen – all das sendet er voll automatisiert per Aufzug auf die entsprechende Etage des Krankenhauses. Nebenbei muss er natürlich die Lagerbestände im Blick behalten und vorbestellen, was am nächsten Tag gebraucht wird. Gegen 14 Uhr heißt es nach acht Stunden körperlich durchaus fordernder Arbeit schließlich ‚Feierabend‘. Jonathan kann sich vorstellen, in seinem Betrieb zu bleiben, auch wenn er ursprünglich einmal ganz andere Pläne hatte.

Ausbildungsgehalt

1. Lehrjahr: 848 Euro
2. Lehrjahr: 913 Euro
3. Lehrjahr: 998 Euro
Einstiegsgehalt: 1.000 – 2.600 Euro (brutto)