Fachkräftekonferenz fand große Resonanz

Text von: redaktion

Knapp 140 hochrangige Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung nahmen am 23. März 2011 an der 1. Fachkräftekonferenz Südniedersachsen teil, zu der die Geschäftsstelle Göttingen der Industrie- und Handelskammer Hannover in den Ratssaal der Stadt Göttingen eingeladen hatte.

Insbesondere die erfreuliche Resonanz der rund 60 anwesenden Unternehmensvertreter bekräftigt die Initiatoren in ihrer Idee.

Die Fachkräftekonferenz findet zukünftig zweimal pro Jahr statt. Die nächste Konferenz ist für den 27. September 2011 geplant.

„Wir möchten den Unternehmen mit dieser Konferenz die Gelegenheit geben, ihren Fachkräftebedarf zu artikulieren und mit regionalen Partnern in Kontakt zu kommen, die bei der Schaffung von adäquaten Lösungen unterstützen können“, verdeutlichte Heinz Orlob, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover, den Ansatz der Fachkräftekonferenz.

Laut Orlob habe die Veranstaltung einen Modellcharakter für die gesamte IHK-Region.

Ziel sei es, Transparenz zu erzeugen, Erfahrungen auszutauschen, Aktivitäten zu bündeln und aufeinander abzustimmen, um gemeinsame Lösungen zu schaffen.

Zentraler Punkt des Programms waren die Erfahrungsberichte aus der betrieblichen Praxis. Daniela Ruhstrat, Personal- und Marketingleiterin der Ruhstrat Haus- und Versorgungstechnik GmbH, Wolfram Joos, Personalleiter der Novelis Deutschland GmbH und Robert Schmidthals, Geschäftsführer Rezeptprüfstelle Duderstadt GmbH gaben aufschlussreiche Einblicke in die Fachkräftesituation ihrer Unternehmen und waren sich im Grundsatz absolut einig:

„Standardlösungen reichen nicht mehr aus – der `War of Talents` ist voll entbrannt“, so der allgemeine Tenor aus den Betrieben.

In den Vorträgen wurde insbesondere deutlich, dass die Betriebe je nach Branche, Berufsgruppe und Betriebsgröße vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen stehen. Allesamt verzeichnen sie quantitative Rückgänge bei den Bewerberzahlen und bemängeln das allgemein sinkende Qualifikationsniveau.

Zuvor hatten Oberbürgermeister Wolfgang Meyer von kommunaler Seite und Jörg Lahner vom Lehrstuhl für Regionalökonomie und Wirtschaftsförderung der HAWK aus der wissenschaftlichen Perspektive das Plenum auf die Fachkräfteproblematik eingestimmt.

Stefan Schäfer, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Göttingen, stellte den neuen „Arbeitsmarktmonitor“ vor. Der Arbeitsmarktmonitor (AM) ist eine internetbasierte Plattform, die mit wenigen Klicks Vergleiche zwischen den regionalen, landes- und bundesweiten Arbeitsmärkten ermöglicht. Der AM stellt somit ein attraktives Instrument zur Analyse der Fachkräftesituation in der Region dar.

In der anschließenden Diskussion kristallisierten sich einige Themenfelder und Ansatzpunkte heraus, die die Fachkräftekonferenz bearbeiten wird. Dazu zählen Maßnahmen zur Erhöhung der Standortattraktivität, die Ausweitung des Kinderbetreuungsangebotes für Arbeitnehmer, die Reduzierung von Schul- und Studienabbrechern sowie die Verbesserung der Erreichbarkeit der Betriebe durch den ÖPNV.

Geplant ist ebenfalls eine Datensammlung über die bestehenden regionalen Aktivitäten und Projekte, die sich mit der Fachkräfteproblematik beschäftigen. Dies wird die notwendige Transparenz vor Ort sicherstellen und mit dazu beitragen, dass die regionalen Partner leichter zueinander finden.

Die Fachkräftekonferenz verfolge einen integrativen Ansatz und wolle keine neuen Strukturen schaffen sondern auf den bestehenden ansetzen, betonte Martin Rudolph, Geschäftsstellenleiter der IHK in Göttingen.

„Wir werden von Halbjahr zu Halbjahr gemeinsam mit allen Partnern schauen, was die einzelnen Maßnahmen bewirkt haben, Erfolgreiches verstärken sowie wenig Nutzbringendes wieder aus dem regionalen Handlungskatalog streichen“, fasste Rudolph die Perspektive und Ausrichtung der Fachkräftekonferenz zusammen.