Fachkräftebedarf wächst – Erneut hohe Resonanz bei der Fachkräftekonferenz Südniedersachsen

Text von: redaktion

Weit über 100 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung folgten in dieser Woche der Einladung der Geschäftsstelle Göttingen der Industrie- und Handelskammer Hannover zur 2. Fachkräftekonferenz Südniedersachsen in den Ratssaal der Stadt Göttingen.

„Das seit März 2011 gebildete Netzwerk umfasst inzwischen knapp 300 Akteure aus der Region, die gemeinsam an Lösungsansätzen rund um die Fachkräfteproblematik arbeiten – eine sehr gute Resonanz“, verkündete IHK-Geschäftsstellenleiter Martin Rudolph zu Beginn der Veranstaltung.

Er gab zudem einen Einblick in die aktuellen Aktivitäten, denen sich die Fachkräftekonferenz widmet. Bei den in der Konferenz im März angeregten Themen wie die Verbesserung der Standortattraktivität, die Erreichbarkeit der Betriebe durch den Öffentlichen Personennahverkehr sowie die systematische Ansprache von Studienabbrechern auf die Alternative duale Ausbildung, sei man mit den jeweiligen Partnern im Netzwerk gut vorangekommen.

Nun sollen bis zur nächsten Konferenz am 20. März 2012 Unternehmenswerkstätten zur Fachkräftesicherung in Zusammenarbeit mit dem Rationalisierungs- und Innovationszentrums der deutschen Wirtschaft e.V. (RKW) durchgeführt und praktische Handlungsempfehlungen für Personalverantwortliche erarbeitet werden. „Es ist jetzt wichtig, die gewonnenen Erkenntnisse für die Betriebe praxisnah und umsetzungsgerecht aufzubereiten“, betonte Rudolph.

Zuvor hatte Stadtrat Siegfried Lieske das Plenum begrüßt und die Bereitschaft der Stadt Göttingen zur aktiven Mitarbeit an der Fachkräftekonferenz signalisiert. Er verdeutlichte, dass die Herausforderung des Fachkräftemangels eines gemeinsamen Kraftaktes aller regionalen Akteure bedarf. Die Fachkräftekonferenz biete hierzu eine hervorragende Kommunikationsplattform.

Klaus Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen, stellte die Ergebnisse einer Unternehmensbefragung bei 480 Unternehmen zum Fachkräftebedarf in Südniedersachsen vor. 52 Prozent der befragten Betriebe meldeten offene Stellen für Fachkräfte.

Besonders hoch sei der Bedarf an Fachkräften in der Gesundheitswirtschaft, dem Gastgewerbe sowie im Bereich Elektro und Energie. Gut 60 Prozent der befragten Unternehmen sähen deshalb auch einen steigenden Qualifizierungsbedarf in den nächsten drei Jahren, um den Bedarf zu decken. Die Ergebnisse der Befragung ließen Rückschlüsse zu, die es ermöglichten, die Qualifizierungsangebote noch stärker auf die aktuellen und zukünftigen Fachkräftebedarfe abzustimmen.

Frau Ekaterina Kouli, Mitglied der Geschäftsführung des RKW, stellte das neue RKW-Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung vor. Unterstützt wurde sie dabei von Berater Thomas Hardwig von der Göttinger THR Consult, der von praktischen Erfahrungen des betrieblichen Demographiemanagements aus dem RKW-Projekt DEMOfit berichtete.

Abschließend stellten in fünfminütigen Impulsreferaten verschiedene regionale Institutionen ihre Projekte zur Fachkräftesicherung vor. Schwerpunktmäßig handelte es sich um Projekte aus den Bereichen Schule und Beruf, Frauen und Betrieb sowie Aus- und Weiterbildung.

Die Fachkräftekonferenz wurde erstmals im März 2011 durchgeführt und findet seitdem halbjährlich statt. Ziel der Veranstaltung ist die Vernetzung unterschiedlicher Akteure zur Bewältigung des Fachkräftemangels. Die Fachkräftekonferenz dient dabei als Plattform, um Transparenz zu erzeugen, Erfahrungen auszutauschen, Aktivitäten zu bündeln und diese besser aufeinander abzustimmen.

Interessierte können sich über einen kurzen Hinweis an goettingen@hannover.ihk.de in den Verteiler der Fachkräftekonferenz aufnehmen lassen, um weitere Informationen und Einladungen zur Fachkräftekonferenz Südniedersachsen zu erhalten.