©Luka Gorjup
Text von: Lea van der Pütten

Für die Azubis der Agentur für Arbeit in Göttingen herrscht seit der Corona-Zeit Hochbetrieb – so auch für Cansel Demirtas und Salomon Diedrich, die gerade erst frisch im Juli ihre dreijährige Ausbildung zu Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen erfolgreich abgeschlossen haben.

Als Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen sind Cansel Demirtas und Salomon Diedrich für ihre Kunden bei Fragen zur Arbeitslosigkeit oder auch zum Leistungsanspruch erste Ansprechpartner. Sie sind wichtige Lotsen für die Kunden. Sie bearbeiten Anträge, prüfen rechtliche Ansprüche und stehen dabei in einem stetigen Austausch mit Kunden – Arbeitgebern wie Arbeitnehmern. „Das hört sich erstmal langweilig an, den ganzen Tag nur Anträge zu prüfen, aber da steckt viel mehr dahinter“, erklärt Cansel. Bereits während ihrer Ausbildung haben sich die beiden frischgebackenen Berufseinsteiger im Kampf mit den Paragraphen intensiv mit den Sozialgesetzbüchern (SGB) beschäftigt. „Das war anfangs wirklich nicht leicht, da muss man einfach dranbleiben“, erzählt der 19-jährige Salomon von den anfänglichen Schwierigkeiten. Aber im Laufe der Zeit haben sich die Azubis die Systematik und die rechtlichen Grundlagen so stark angeeignet, dass sie heute ganz selbstverständlich vom SGB II und SGB III, von rechtlichen Ansprüchen oder gesetzlichen Vorgaben sprechen. „Man sollte wirklich gern mit Gesetzen arbeiten und auch den Kundenkontakt mögen, wenn man diese Ausbildung anstrebt“, sagt Cansel.

Über die drei Jahre ihrer Ausbildung durchliefen sie die vielen verschiedenen Bereiche und Abteilungen der Arbeitsagentur wie etwa die Antrags- und Leistungsbearbeitung, die Arbeitsvermittlung, die Berufsberatung, den Arbeitgeberservice, die Familienkasse oder das Jobcenter. Auch in der Eingangszone, in der sie nach den Anliegen der Kunden fragten, Daten aufnahmen und die Anliegen auch bearbeiteten, wurden die Nachwuchskräfte eingesetzt.

Und dabei kamen sie viel herum – denn vor Ort gibt es nicht alle Abteilungen und Bereiche. So wurden die beiden unter anderem in Northeim (im Jobcenter) oder in Braunschweig (Personalverwaltung, Service-Center der Arbeitslosenversicherung) eingesetzt. Dort wohnten sie in kleinen WGs mit anderen Azubis zusammen – ein absolutes Highlight der Ausbildung, wie Salomon verrät. Auch ein zweiwöchiges Betriebspraktikum in einem ganz anderen Bereich sieht der Ausbildungsplan vor. So hat Salomon etwa die Stromversorgungsschutzanlagen von Piller in Osterode kennengelernt, und Cansel gab ihrem Verkaufstalent bei der Firma für Bürobedarf Wiederholdt in der Göttinger Innenstadt eine Chance.

Darüber hinaus ist die Ausbildung durch interne Lernmodule strukturiert. Ergänzend zu den Themen der Berufsschule in Hannover lernen die Azubis hier die rechtlichen Grundlagen kennen, die sie für die tägliche Arbeit in den einzelnen Bereichen benötigen. Sie werden auf die Praxiseinsätze in den verschiedenen Abteilungen vorbereitet und werden in Sachen Kundenkommunikation geschult. Während der Praxisphase und in den Lernmodulen werden sie eng von den Fachausbildern vor Ort begleitet. In der Berufsschule hingegen liegt der Fokus eher auf den Bereichen Wirtschaft und Recht. Aber auch Fächer wie Deutsch oder Politik stehen auf dem Stundenplan.

Nach ihrer Ausbildung sind Cansel und Salomon nun in ein unbefristetes Anstellungsverhältnis übernommen worden – beide wunschgemäß in der Leistungsabteilung, also dem Bereich, der sich mit dem anfangs so schwierigen SGB III beschäftigt. „Das macht einfach wirklich Spaß“, sagt Salomon noch, stolz über seine erste richtige Arbeitsstelle.

Wo kann man später als Fachangestellte/-r für Arbeitsmarktdienstleistungen arbeiten?

•Agentur für Arbeit
•Krankenkassen
•Rentenversicherungen
•Jobcenter
•Familienkasse

Warum sollte man die Ausbildung machen?

•sicherer Arbeitsplatz
•guter Verdienst
• bundesweite Einsatzmöglichkeiten
• vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten
•gute Aufstiegschancen

Ausbildungsgehalt

1. Lehrjahr: 1.018 Euro
2. Lehrjahr: 1.068 Euro
3. Lehrjahr: 1.114 Euro
Einstiegsgehalt: 2.849 Euro (brutto)