Es reicht!

©Christoph Mischke
Text von: redaktion

Geschlechterspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat in Corona-Zeiten weiter zugenommen. Mit Leuchtaktionen in über 100 Städten und Kommunen macht Zonta am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, auf diese Menschenrechtsverletzung aufmerksam und fordert Politik und Gesellschaft zu entschlossenerem Handeln auf. Auch in Göttingen. Das Deutsche Theater Göttingen und viele andere Gebäude leuchten am 25.11.2020 orange gegen Gewalt an Frauen.

„Jeden zweiten bis dritten Tag wird in Deutschland eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet, und diese statistische Größe aus dem vergangenen Jahr ist nur die Spitze des Eisbergs“ sagt Claudia Weitemeyer, Präsidentin des Zonta Club Göttingen. Die im März von Bund und Ländern verabredeten Hilfsmaßnahmen für Frauen in der Corona-Krise greifen nach Ansicht von Zonta zu kurz. „Wir begrüßen die Anstrengungen von Bund und Ländern. Gleichzeitig erwarten wir eine konsequentere Umsetzung der Istanbul Konvention. An der Seite von UN Women in Deutschland fordern wir daher ein gesetzlich verankertes Recht auf einen Platz im Frauenhaus sowie eine langfristige und verlässliche Finanzierung der Beratungs- und Hilfsinstitutionen und den Ausbau von Präventionsangeboten, die Männer und Frauen gleichermaßen mit einbeziehen“, so Weitemeyer weiter.

In Göttingen und Umgebung werden am 25. November ab 17 Uhr das Deutsche Theater, das Städtische Museum, das Rhons`sche Badehaus, der Optiker in der Mauerstraße, das Holbornsche Haus, die Klosterkirche in Nikolausberg sowie das Wollgeschäft „Kerstin’s Wollmeer“ in Bovenden in Orange erstrahlen, um der Forderung nach einer konsequenten Umsetzung der Istanbul Konvention Nachdruck zu verleihen. Mit Zonta Says NO folgt der Zonta Club Göttingen wiederholt dem weltweiten Aufruf ‚Orange the World‘ des UN-Generalsekretariats.

Der weltweiten Kampagne von Zonta International haben sich in Deutschland parteiübergreifend zahlreiche Politiker und weitere prominente Stimmen angeschlossen, darunter die EU-Vizepräsidentin Katarina Barley, die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, die Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Innenausschusses des Bundestages Andrea Lindholz, die hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Lucia Puttrich, die Menschenrechtsaktivistin Monika Hauser, die Fernsehjournalistin Maria von Welser sowie die Drehbuchautorinnen und Filmregisseurinnen Caroline Link und Felicitas Darschin.

Für einen nachhaltigen Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt kommt es laut Zonta International vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie weltweit mehr denn je darauf an, Gewalt an Frauen und häuslicher Gewalt konsequent vorzubeugen und sie nachhaltig zu bekämpfen. Aus diesem Grund hat die internationale Frauenrechtsorganisation ihre Aufforderung zur weltweiten Ratifizierung und Anwendung der Istanbul Konvention des Europarats erneuert. Sie ist das erste rechtlich bindende Instrument weltweit, das einen umfassenden Rahmen an Maßnahmen zur Verhütung von Gewalt, zum Schutz für die Opfer und zur Verfolgung der Täter vorgibt. An der Entstehung des von Deutschland 2017 ratifizierten Regelwerks, dem sich auch Staaten außerhalb des Europarats anschließen können, hat auch das überparteiliche Frauennetzwerk Zonta International mitgewirkt. Die Nichtregierungsorganisation berufstätiger Frauen hat als Mitglied der Conference of INGOs seit 1983 einen teilnehmenden Status beim Europarat.