Erster Platz für E-Learning-Plattform

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Text von: redaktion

Gleich drei Hochschulpreise für die multimediale Lehre gehen an Universität und Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Wissenschaftsministerin Johanna Wanka hat die Gewinner am 23. März 2011 ausgezeichnet.

Zu den erfolgreichsten vier Preisträgern gehört das Team der Universitätsmedizin Göttingen unter der Leitung von Laszlo Füzesi, E-Learning-Beauftragter der UMG. Es belegt mit der E-Learning-Plattform „eDocTrainer“ den ersten Platz, gemeinsam mit dem Kooperationsprojekt „VitaMIN(T)“ der Hochschule Ostfalia.

Nach Meinung der Jury setzt dieses Team mit der Einrichtung der interaktiven E-Learning-Plattform www.edoctrainer.de neue Lehrmaßstäbe in der Medizin. Die Software der Lehrplattform hatMiroslav Kulanga aus der Augenklinik der UMG entwickelt.

Alle zwei Tage stellt das eDocTrainer-Team auf dieser Webseite reale, anonymisierte Krankheitsfälle aus verschiedenen klinischen Disziplinen online. Sie können dann für die modulare Pflichtlehre wie auch für die wahlweise Vorbereitung der Studierenden auf Klausuren und das Staatsexamen genutzt werden. So können angehende Medizinerinnen und Mediziner ihre Diagnosefähigkeiten trainieren.

Zu den weiteren Ausgezeichnungen zählt auch das Unterrichtskonzept „Intermediales und interkulturelles Deutschlernen“ der Universität Göttingen. Dieses Konzept richtet sich an ausländische Studierende und Doktoranden, die am Lektorat „Deutsch als Fremdsprache“ beginnen, Deutsch zu lernen.

Der Präsenzunterricht wird dabei durch webbasierte Angebote ergänzt: So können die Interessierten gemeinsam in der 3D-Lernumgebung Second Life virtuelle Lebenssituationen durchspielen und ihre Kommunikationsfähigkeiten erweitern.

„Entscheidend ist, dass die verschiedenen Möglichkeiten aufeinander abgestimmt sind“, sagt die zum Thema promovierende Germanistin und Ideengeberin des Projekts Hajnalka Beck aus der Abteilung Interkulturelle Germanistik. Gemeinsam mit der Dozentin am Lektorat für Deutsch als Fremdsprache, Sabine Schönteich, hat sie das Projekt entwickelt.

Darüber hinaus wurde das Gemeinschaftsprojekt „Neue Medien im Sprachunterricht“ prämiert. Dieses koordinieren Johann Fischer, kommissarischer Leiter der Zentralen Einrichtung für Sprachen und Schlüsselqualifikationen (ZESS) an der Georg-August-Universität, und Cathrine Jaeger, stellvertretende Leiterin am Sprachenzentrum der Technischen Universität Braunschweig.

Ziel des mediengestützten und handlungsorientierten Fremdsprachenunterrichts ist es, die Studierenden und Doktoranden zum selbständigen Arbeiten zu motivieren.

Web2.0-Tools und die Lernplattform „moodle“ unterstützen das individuelle Lernen und den kommunikativen Austausch. Hier arbeiten die Teilnehmer an authentischen Materialien, erhalten Feedback zum Beispiel durch Filmaufnahmen oder entwickeln interaktiv Präsentationen. „Wir intensivieren durch den Einsatz der neuen Medien das Lernen“, so Dr. Fischer, der zugleich die Vorreiterrolle des Projektes in der bundesdeutschen Fremdsprachenausbildung hervorhebt.

Die Gewinner erhalten 3000 Euro und die Prämierten jeweils 1500 Euro, die sie für den weiteren Ausbau ihrer Projekte einsetzen.

Campusemerge ist der erste niedersächsische Preis für multimediale Lehre. Er wurde im Jahr 2010 erstmals ausgelobt vom Kompetenzzentrum Hochschuldidaktik für Niedersachsen (KHN) und dem E-Learning Academic Network e.V. Prämiert wurden herausragende Anwendungen multimedialer Elemente in der Hochschullehre. Die Preise haben einen Gesamtwert von 30.000 Euro. Finanziell unterstützt und gefördert wird dieser Lehrpreis vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.