Erste Forschungsergebnisse zu Herzrhythmusstörungen

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Text von: redaktion

Das Europäische Groß-Forschungsprojekt “EUTrigTreat“ hat erste Ergebnisse aus der Grundlagenforschung zu den Ursachen von Herzrhythmusstörungen vorgelegt. Koordiniert wird das Projekt von der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

Neue und grundlegende Erkenntnisse über die molekularen Ursachen von Arrhythmien haben jetzt Wissenschaftler der Universität zu Bern innnerhalb des europaweiten und von Göttingen aus koordinierten Projektes „EUTrigTreat“ gewonnen.

Sie arbeiten dabei zusammen mit Forschern der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und dem Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS).

In Herzzellen fanden die Forscher erstmals zwei unabhängig voneinander vorkommende Gruppen von Natriumkanälen. Interessanterweise kommen die beiden Kanäle in räumlich getrennten Region der Zellmembran von Herzmuskelzellen vor.

Überraschend war für die Forscher: In intakten Maus-Herzen, denen Dystrophin fehlt, wurde funktionell die Dystrophin-assoziierte Natrium-Kanal-Gruppe beeinträchtigt. Dieser selektive Defekt war jedoch ausreichend, um elektrische Impulse im Maus-Herz stark zu verlangsamen. Ein solcher Effekt gilt allgemein als akzeptierter Mechanismus von Herzrhythmusstörungen.

Somit erscheint es zum ersten Mal möglich, dass zwei verschiedene Gruppen von Natrium-Kanälen in unterschiedlichen Regionen einer Herzzelle auch unterschiedliche Funktionen und Krankheitsmechanismen übernehmen.

„Diese Entdeckung wird Forschern und Ärzten helfen, insbesondere bei Herzerkrankungen mit Veränderungen von Dystrophin, wie der ‚Duchenne Muskeldystrophie‘, die molekularen Ursachen elektrischer Herzerkrankungen besser zu verstehen und eventuell neue und Nebenwirkungsärmere Behandlungen zu entwickeln“, sagt EUTrigTreat-Koordinator Stephan Lehnart.

Damit ist bereits ein wichtiges Ziel des EU-Projektes erreicht: EUTrigTreat will genetische und Umweltbedingte Ursachen von lebensbedrohenden Herzrhythmusstörungen aufklären und auf diese Weise auch pathophysiologisch bedeutsame neue therapeutische Ziele identifizieren.