Erneuerbare Energie: beckers bester macht Fruchtsaft jetzt mit Holz

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Text von: redaktion

Der Getränkeproduzent aus Lütgenrode will die Umwelt schonen und gleichzeitig Kosten sparen. Er bezieht seine Energie künftig aus einem hauseigenen Holzhackschnitzelheizwerk.

Rund 1,4 Millionen Euro investiert die Privatkelterei in das Heizwerk, das voraussichtlich im Juli dieses Jahres in Betrieb genommen wird. Der jährliche CO2-Ausstoßes soll dadurch um rund 2.200 Tonnen sinken, wie das Unternehmen mitteilte.

Bisher verbrauchte der südniedersächsische Fruchtsafthersteller rund 14.000.000 Kilowattstunden Gas um Wasserdampf herzustellen, der der Prozessbeheizung wie etwa der Sterilisierung von Rohrleitungen und Lagertanks diente. Nun wird die gleiche Dampfmenge durch das Verbrennen von unbehandeltem und CO2 neutralem Holz hergestellt. Die Anlage mit einer Leistung von rund 2,5 Megawatt könnte damit den Energiebedarf von ungefähr 700 Einfamilienhäusern decken.

„Für einen Lebensmittelbetrieb ist es besonders wichtig Verfahren einzusetzen, die nicht zur Verschmutzung der Umgebung führen“, sagt Werksleiter Olaf Brakmann. Für das Unternehmen ist dies aber mehr als eine Imagefrage. „Die Energiekosten machen 10 Prozent der Gesamtkosten aus. Wir haben schon bei den von uns verarbeiteten Früchten mit erheblichen Kostensteigerungen zu tun, da können wir die enormen Kostensteigerungen auf dem Energiesektor nicht weiter hinnehmen“, erklärt Unternehmenschef Ernst Becker.

Das Familienunternehmen beckers bester stellt seit 1932 Fruchtsaftgetränke her und beschäftigt am Hauptsitz in Lütgenrode bei Göttingen und an zwei weiteren Standorten rund 240 Mitarbeiter. Umweltbewusstsein gehört eigenen Angaben nach zur Unternehmenskultur. Mit der Investition in das neue Heizwerk folgen die Beckers dem Unternehmensgrundsatz, überall dort umweltschonende Verfahren einzusetzen, wo es betriebswirtschaftlich vertretbar erscheint. So wurde beispielsweise bereits vor 20 Jahren eine Abwasseraufbereitungsanlage auf dem Firmengelände installiert, die die Abwässer einer Kleinstadt mit 30.000 Einwohnern entsorgen könnte.

Foto: Sebastian Koeppel, Geschäftsführer von beckers bester, vor dem fertig gestellten Rohbau des Holzhackschnitzelheizwerkes