Erhebliche Steuervorteile

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Text von: redaktion

Der Indien-Experte Lars Lawall über steuerliche Rahmenbedingungen für Investitionen in Indien.

Der Indien-Experte Lars Lawall über steuerliche Rahmenbedingungen für Investitionen in Indien.

Indien ist trotz attraktiver Investitionsmöglichkeiten kein Steuerparadies. Die effektive Ertragsteuerbelastung für Gewinne, die in Indien erwirtschaftet und ausgeschüttet werden, beträgt derzeit 41,82 Prozent. Zur Linderung dieser im internationalen Vergleich hohen Steuerbelastung gewährt Indien insbesondere ausländischen Investoren Steuervergünstigungen. Darüber hinaus

können Investoren Abgaben an den indischen Fiskus durch eine sorgfältige Planung mindern.

1. Körperschaftsteuerbelastung

Der effektive Körperschaftsteuersatz für thesaurierte Gewinne indischer Kapitalgesellschaften beträgt 33,66 Prozent. Sofern die Gewinne ausgeschüttet werden, wird zwar keine Quellensteuer, jedoch eine Dividendensteuer i. H. v. 14,025 Prozent erhoben, so dass die Gesamtsteuerbelastung 41,82 Prozent beträgt. Dividenden sind in der Hand deutscher Kapitalgesellschaften effektiv zu 95 Prozent steuerbefreit. Sofern die Ausschüttung an natürliche Personen oder an Personengesellschaften erfolgt, an denen natürliche Personen beteiligt sind, erfolgt eine Besteuerung in Deutschland nach dem Halbeinkünfteverfahren. Betriebsstätten deutscher Unternehmen (Project oder Branch Office) werden in Indien zu 41,82 Prozent besteuert. Diese Gewinne sind in Deutschland nach dem Doppelbesteuerungsabkommen mit Indien steuerbefreit.

2. Sonderwirtschaftszonen werden zentrales Instrument der Ansiedlungspolitik

Während die meisten anderen Steuervergünstigungen zum 31. März 2009 auslaufen, werden Steuervergünstigungen künftig bevorzugt in Sonderwirtschaftszonen (Special Economic Zones – SEZs) gewährt. Bislang wurden 14 Sonderwirtschaftszonen in ganz Indien eingerichtet. Über 60 weitere SEZs befinden sich in der Genehmigungs- bzw. Aufbauphase. Hinweise auf den Entwicklungsstand der einzelnen SEZs können im Internet unter https://sezindia.nic.in/ abgerufen werden. In SEZs werden auf Exportgewinne folgende Steuervergünstigungen eingeräumt:

100-prozentige Körperschaftsteuerbefreiung für die ersten fünf Jahre, 50 Prozent für weitere zwei Jahre und die Möglichkeit, für weitere fünf Jahre eine erneute 50-prozentige Befreiung zu beantragen. Zudem erfolgt eine Befreiung von zahlreichen indirekten Steuern, wie Im- und Exportzölle, Service Tax und Central Sales Tax auf aus Indien bezogene Waren. SEZ-Unternehmen werden jedoch nicht von der Dividendensteuer befreit, so dass auch hier eine sorgfältige gesellschaftsrechtliche Planung geboten ist.

3. Fazit

Die indische Regierung zeigt großes Interesse daran, dass sich weitere ausländische Unternehmen in Indien ansiedeln. Sie gewährt daher in den SEZs großzügige Steuererleichterungen. Es lassen sich durch gezielte steuerplanerische Maßnahmen und durch sorgfältig vorbereitete Strukturen darüber hinaus erhebliche Steuervorteile für deutsche Investoren erzielen, so dass die Nachsteuerrendite deutscher Indien-Investoren durch professionelle Steuerplanung signifikant gesteigert werden kann. Dadurch bleibt mehr Kapital im Unternehmen, das für Investitionen oder für Ausschüttungen an die Gesellschafter genutzt werden kann.

Zur Person:

Lars Lawall ist Partner im Bereich Tax und leitet das Indien-Geschäft von PricewaterhouseCoopers in Deutschland. Kontakt: 0511/53 57 31 31