Erfolgreiches Projekt

© Otto Bock HealthCare GmbH
Text von: redaktion

Ottobock baut seine Rollstuhlproduktion in Russland weiter aus. Dabei setzt das Unternehmen auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den deutschen Standorten Duderstadt und Königsee.

Zuge der Präsidentenwahl war Russland kürzlich weltweit in aller Munde. Doch auch abseits der politischen Bühne sind dort aus Ottobock Sicht spannende Entwicklungen zu verzeichnen: Anfang 2011 erhielt das Unternehmen eine Anfrage von zwei russischen Ministerien. Der Auftrag lautete, in Russland 100.000 Rollstühle in vier Jahren für den dortigen Markt zu produzieren.

Wirtschaftlich eine enorme Chance, logistisch eine immense Herausforderung. Schließlich lagen zwischen der Konzepterstellung und der Fertigung des ersten Rollstuhls nur knapp vier Monate.

„Für die Produktion der Rollstühle mussten wir in kürzester Zeit die komplette Logistik auf die Beine stellen“, erinnert sich Ottobock Geschäftsführer Thorsten Schmitt.

Unter anderem galt es, eine geeignete Halle und Personal zu finden, sämtliche Zollfragen zu klären und die neuen Mitarbeiter vor Ort für ihre künftige Tätigkeit zu schulen. Die Zulieferkette innerhalb der Firmengruppe wurde ausgebaut, die Einzelteile wurden mit Containern tausende Kilometer zur Endmontage nach Russland verschifft.

Dass das Projekt trotz allem ein Erfolg wurde, ist der guten Zusammenarbeit der beteiligten Standorte zu verdanken.

Bereits im ersten Jahr konnten 6.500 manuelle Rollstühle in Russland gefertigt werden. 2012 sollen 30.000 und 2013 sogar 40.000 Modelle der Start- und M1-Serie produziert werden. „Der Bedarf an Rollstühlen und anderen Hilfsmitteln ist hier enorm groß“, sagt Oliver Jakobi, Managing Director von Ottobock Russland.

In dem Land leben schätzungsweise mehr als 15 Millionen Menschen mit einer Behinderung, davon allein 2 Millionen in der Hauptstadt Moskau. Der Vertrieb der Rollstühle läuft über eine so genannte Tender-Order: Öffentliche Institutionen und regionale Auftraggeber wie Kommunen oder Versorgungszentren bestellen und verteilen die Rollstühle.

Das Konzept sieht vor, die Wertschöpfung weiter zu erhöhen. So soll beispielsweise der Zukauf von Teilen in Russland Schritt für
Schritt ausgebaut werden. Schon jetzt arbeiten in der Produktion rund 30 Mitarbeiter, künftig soll die Zahl der Beschäftigten auf 40 gesteigert werden.