Erfolgreiches Gleichstellungskonzept

Text von: redaktion

Anke Holler, Claudia Diehl und Anja Sturm - das sind die drei neuen Professorinnen der Uni Göttingen. Ihre jetzt abgeschlossenen Berufungen erfolgten im Rahmen des von Bund und Ländern entwickelten Professorinnenprogramms.

Dieses sieht vor, Universitäten mit einem überzeugenden Gleichstellungskonzept bei der Erstberufung von Wissenschaftlerinnen finanziell zu unterstützen. Die Georgia Augusta war mit ihrem Konzept erfolgreich und erhielt 1,1 Millionen Euro. Mit diesem Geld können die Philosophische, die Sozialwissenschaftliche und die Mathematische Fakultät nicht nur die drei Professuren ausstatten, sondern auch weitere Aktivitäten finanzieren, die der Gleichstellung von Männern und Frauen an der Uni Göttingen dienen.

Die Gleichstellungsbeauftrage der Universität Göttingen, Edit Kirsch-Auwärter, führt den Erfolg unter anderem auf die Flexibilität des Göttinger Konzepts zurück. „Das Konzept ermöglicht den Fakultäten, ihre eigenen Akzente etwa durch Mentoring, Netzwerkbildung oder durch Qualifizierungsangebote zu setzen und die Karrieren von Wissenschaftlerinnen zu fördern“.

Die Germanistin Anke Holler, die vor allem im Forschungsbereich des Courant Forschungszentrums „Textstrukturen“ tätig ist, hatte 2008 einen Ruf an die Bergische Universität Wuppertal abgelehnt und sich für die Georgia Augusta entschieden. „Ich schätze vor allem das Vertrauen, das hier jungen Frauen entgegengebracht wird.“

Auch die Sozialwissenschaftliche Fakultät setzt mit Claudia Diehl neue Akzente in der Forschungslandschaft. Die einstige Juniorprofessorin, die ein gleichwertiges Angebot der Uni Oldenburg ausschlug, untersucht in erster Linie die Integrationsprozesse von Einwanderern.

Die Mittel aus dem Professorinnenprogramm ermöglichten es auch, die Mathematikerin Anja Sturm von der University of Delaware (USA) für Göttingen zu gewinnen: Die Forschungsmöglichkeiten und -schwerpunkte am Göttinger Institut für Mathematische Stochastik und die Chance, die eigene wissenschaftliche Karriere mit der ihres Mannes vor Ort zu vereinbaren, waren entscheidende Motive.

Das 2007 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Ländern entwickelte Professorinnenprogramm verfolgt das Ziel, den Anteil von Frauen auf Professuren zu erhöhen: 200 Stellen sollen innerhalb von fünf Jahren in Deutschland geschaffen werden. 150 Millionen Euro stehen dafür von 2008 bis 2012 zur Verfügung.