“Equal Pay Day“: Frauen in Fahrt

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Text von: redaktion

Auf die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen hat der Wirtschaftsclub BPW Germany während des Aktionstages “Equal Pay Day“ aufmerksam gemacht. Ein Blickfang war der rote Londonbus, aus dem an verschiedenen Stellen in Göttingen Info-Material verteilt wurde.

In der Innenstadt, rund um den Bahnhof und am Kauf Park: Überall strömten die Frauen des Business and Professional Women (BPW) und des Göttinger Frauenforums aus dem roten Londonbus, um am ersten deutschen Equal Pay Day die bestehende Lohnungerechtigkeit zwischen Männern und Frauen in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Sie verteilten Informationsmaterial und Give-Aways in roten Taschen und sorgten so dafür, dass viele Passanten auf den Equal Pay Day aufmerksam wurden.

Beachtlich positive Resonanz kam nicht nur von den angesprochenen Frauen und Männern, sondern auch von den insgesamt 60 Gästen, die die Fahrt begleitet haben: Christine Müller (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Göttingen), Dr. Edit Kirsch-Auwärter (Gleichstellungsbeauftragte der Georg-August-Universität Göttingen), Barbara Fuisting (Bereich Personal/HR der Mahr GmbH), Annette Becker (Betriebsratsmitglied bei Sartorius), Veronika Frels (Larsen-Frels Gewerbe und Industrie Immobilien GmbH) sowie Dagmar Hemmerle (Bereich Personal Hotel Freizeit In). Sie alle hatten sich für ein Interview mit Silke Inselmann (widserve) bereit erklärt und gaben so während der Fahrt Auskunft und Hintergrundinformationen zu Beschäftigtenzahlen, Frauen in Führungspositionen, geschlechtsspezifische Gehaltsverhandlungen und Einstellungskriterien in ihrem jeweiligen Bereich. Auch von politischer Seite wurde die Aktion unterstützt: Die Fahrt begleitet haben Hartwig Fischer (CDU, MdB), Sigrid Jacobi (CDU, Kreistag), Dr. Gabriele Andretta (SPD, MdL) und Tom Wedrins (SPD-Fraktionsvorsitzender).

2008 wurde der Equal Pay Day, der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen, auf Initiative des Business and Professional Women (BPW) Germany erstmals in Deutschland durchgeführt. Das Datum 15. April symbolisiert die Zeitspanne, die eine Frau über den Jahreswechsel hinaus arbeiten muss, um das Vorjahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu erreichen.

Entstanden ist der „Tag für gleiche Bezahlung“ in den USA. Initiatorinnen waren die amerikanischen Business and Professional Women (BPW/USA), die 1988 die „Red Purse Campaign“ ins Leben riefen, um auf die bestehende Lohnkluft hinzuweisen. Diesen Gedanken griff der BPW Germany 2007 zur Halbzeit des Europäischen Jahres der Chancengleichheit auf und startete die Initiative Rote Tasche, aus der heraus die Idee für die bundesweite Einführung des Equal Pay Day entstand. Die roten Taschen stehen für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen.

In Europa gibt es den Equal Pay Day außerdem in Belgien und in Österreich. In Deutschland soll er künftig jährlich durchgeführt werden.

Foto: Göttinger BPW Frauen mit roten EPD-Taschen vor Londonbus