Entscheider, das kommt auf euch zu!

©Privat: Steffi Burkhardt
Text von: Steffi Burkhart

Steffi Burkhart ist Expertin für die Generation Y. Sie setzt sich ein für Bedürfnisse und Wünsche ihrer Generation, schreibt dazu einen erfolgreichen Blog und tourt durchs Land – im Gepäck ein paar handfeste Tipps.

Frau Burkhart, Sie sind jung, erfolgreich und pflegen ein modernes Image, auch mal mit leicht provokativem Auftritt. Das kommt gut an. Bekommt man in Jogginghose heute genauso viel Respekt wie im Maßanzug?
(lacht) Sagen wir mal so: Ich denke, man hat mehr Überzeugungsarbeit zu leisten. Der erste Eindruck ist stark vom äußeren Erscheinungsbild geprägt. Entspricht das nicht der Norm, muss ich mehr mit Inhalt überzeugen. Sie sprechen meinen Auftritt beim SWR an. Ich arbeite zu Hause oder auch mal im Büro gerne in Jogginghose. Beim Kunden weiß ich mich dann schon zu benehmen 😉

Noch ist Ihre ,Generation Y‘ in aller Munde. Wir sprechen schon über die Zs. Wie würden Sie diese definieren?
Ich tue mich, auch als Generation-Y-Sprachrohr, schwer damit, Menschen einer bestimmten Altersgruppe in Schubladen zu stecken. Nichtsdestotrotz gibt es Merkmale, die in konzentrierter Form mehr bei der GenZ als noch bspw. bei meiner Generation ausgeprägt sind.

Welche Potenziale bietet die Generation Z?
Bei der GenZ ist der Umgang mit moderner Technologie und dem Internet natürlich in der DNA verankert. Das ist ein zentraler Mehrwert für Unternehmen. Und junge Menschen legen vermehrt Wert auf umwelt- und gesundheitsbewusstes Denken und Handeln – Stichwort ,Megatrend Neo-Ökologie‘. Sie respektieren die Vielfalt der Menschen, was in einer zunehmend multikulturellen Realität von zentraler Bedeutung ist.

Andere Sprache, anderer Lebensstil, andere Kommunikation – wie sehen ältere Arbeitgeber die Zs? Und warum?
Was ich in Unternehmen erlebe ist, dass viele Vertreter der Baby-Boomer-Generation mit einem anderen Werteverständnis auf die Arbeitswelt schauen als junge Menschen und genau diese unterschiedlichen Wertemuster aufeinanderprallen können. Das ist weniger eine Frage von GenZ oder GenY, sondern der Lauf der Zeit. Es gibt schon gute Beispiele wie Axel Springer AG, Telekom, Daimler, Otto Group etc., die ihre gesamte Organisation einem modernen ,Mindset‘ und Werte system versuchen anzupassen – das ist natürlich ein längerer Prozess. Angefangen von der Organisationsstruktur über die Führungsphilosophie bis hin zu Bedürfnissen nach rückender Generationen.

Welche Spannungen können entstehen? Ich bin mir nicht sicher, ob die Vorstellung nach klarer und strikter Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit zukünftig so realisierbar ist. Zukunftsprognosen gehen eher von einer zunehmenden Flexibilisierung aus. We will see.

Die Zs haben klare Ansprüche und Grenzen. Was bedeutet das perspektivisch für die Wirtschaft?
Eine sehr weit gefasste Frage. Ich schränke mal ein: Die Fürsorge der bio-psychosozialen Gesundheit der Menschen in Unternehmen wird immer relevanter. Aus diversen Gründen. Und genau das strebt eine GenZ auch an. Unternehmen wie Facebook und Google sind hierfür absolute Vorreiter. Und vielleicht hat der eine oder andere Leser auch schon was von ,Feelgood Management‘ gehört. Es gibt erste Unternehmen, die diese einstellen, um sich um das Wohl der Mitarbeiter zu kümmern. Denn wenn wir in eine Wissensgesellschaft mutieren, werden Mitarbeiter zum wichtigsten Kapital von Unternehmen.

Haben Sie noch einen konkreten Tipp?
Dialoge führen. Sich mit jungen Menschen und deren Vorstellungen auseinandersetzen. Ein guter Ansatz kann sein: Mehrere junge Menschen zu einem Workshop einladen und einen ganzen Tag mit entsprechenden Moderatoren zukunftsrelevante Fragen unter dem Motto ‚Wie sieht für euch der perfekte Arbeitgeber aus?‘ diskutieren und Ideen sammeln.

Vielen Dank für das Gespräch!

Steffi Burkhart ist Expertin für die Generation Y. Sie setzt sich ein für Bedürfnisse und Wünsche ihrer Generation, schreibt dazu einen erfolgreichen Blog, und tourt zum Thema ‚Unternehmensführung der Zukunft‘ durchs Land. Im Februar wird sie auf der 21. faktor-Business-Lounge über die nächste Genation Z sprechen.