Energie sparen

© Stiebel Eltron
Text von: Stefan Liebig, redaktion

Kosten senken und die Umwelt schützen – das Thema Energie spielt zunehmend eine wichtige Rolle.

„Die Premiere ist gelungen“, resümiert Andreas Bosk nach den ersten EnergieTagen. Über das Interesse von über 7.000 Gästen bei der ersten großen Energiemesse der Region zeigt sich der Veranstalter hoch erfreut.

Insgesamt 110 Aussteller präsentierten ihre Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema Energiesparen und Energieeffizienz. Mit der Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der Stadtwerke Göttingen, Pairan Elektronik, der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG) und der neugegründeten Energieagentur Region Göttingen e.V. konnten Familien und Unternehmen angesprochen werden.

Dank der positiven Resonanz sieht Bosk sein Konzept bestätigt: „Die gelungene Premiere ist eine gute Ausgangslage, um die Messe im nächsten Jahr weiterzuentwickeln.“

Deshalb sollen die zweiten EnergieTage bereits am ersten Oktoberwochenende 2010 stattfinden.

Als so genannter „Goldpartner“ der EnergieTage verfügen die Stadtwerke Göttingen gemeinsam mit den Göttinger Verkehrsbetrieben (GöVB) über ein neues Vorzeigeprojekt: Die Energiezentrale der GöVB, die schon zehn Wochen nach der Auftragsvergabe in Betrieb geht. Die Stadtwerke haben rund 421.000 Euro in zwei Gaskessel mit Brennwert- und Niedertemperaturtechnik sowie ein Blockheizkraftwerk investiert und senken so den Energieeinsatz der GöVB um rund 30 Prozent.

Die Stadtwerke werden für die nächsten 15 Jahre Wärme und Strom an die GöVB liefern. Stadtwerke-Vorstand Reinhard Kraft zeigt sich zufrieden: „Wir sparen bereits jährlich über 7.500 Tonnen Kohlendioxid. Die neue Anlage bringt ein zusätzliches Einsparpotenzial von knapp 200 Tonnen Kohlendioxid.“

Dass der Einsatz von energiesparenden Anlagen sich auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen rentiert, zeigt das Helten Design Depot in Göttingen mit seiner im Spätsommer installierten Photovoltaikanlage. Mit ihr fallen jährlich etwa 45 Tonnen Kohlendioxid weniger an.

Animiert vom Preisverfall bei den Energieanlagen und den Fördermöglichkeiten, erkannte Geschäftsführer Torsten Helten die Möglichkeit, Energiekosten zu sparen und die Umwelt zu schonen: „Hinzu kommt, dass wir ein 1.500 Quadratmeter großes, südlich ausgerichtetes Flachdach haben. Damit können wir unseren Energieverbrauch umweltschonend abdecken.“

Für Alexander Pape, Prokurist bei bode Energie- und Sicherheitsheitstechnik in Göttingen, resultiert das von seinem Unternehmen beim Helten Design Depot umgesetzte Projekt aus der letztjährigen Entwicklung: „Inhaber- und somit langfristig geführte Unternehmen profitieren von dem Preisverfall, der die gesunkenen Einspeisungspreise mehr als ausgleicht. Photovoltaikanlagen amortisieren sich bereits nach etwa zehn Jahren.“

Die Firma bode, die sich insbesondere im landwirtschaftlichen Bereich über große Umsatzzuwächse freut, installierte bereits über 600 Anlagen im Umkreis von etwa hundert Kilometern. Ins nächste Jahr geht das Unternehmen mit neuen Mitarbeitern, um die Umsätze weiter zu steigern.

Die enormen Wachstumsmöglichkeiten sieht auch Pairan Elektronik. Das seit 1983 bestehende Göttinger Unternehmen bietet seit Ende der neunziger Jahre Photovoltaik-Anlagen auf modernstem technischen Niveau.

„Unsere Stärke liegt in unserem Angebot“, so Marketing-Vertriebsleiter Jürgen Müller, „wir bieten alles aus einer Hand und setzen dies mit hiesigen Unternehmen schnell und hochwertig um.“ Aufgrund der günstigen Marktlage plant Pairan Elektronik, seinen Umsatz im kommenden Jahr deutschland- und europaweit zu verdoppeln.

Gut aufgestellt im Zukunftsthema Energieeffizienz sieht sich auch das L.M.C Logistik- & MobilitätsCluster Göttingen/ Südniedersachsen mit seinen mehr als 60 Mitgliedsunternehmen aus verschiedenen Branchen. Zugang zu den neuen Herausforderungen etwa in den Bereichen Solarenergie, Elektromobile, oder Bündelung von Strom- und Gaseinkauf.

Hierzu veranstaltet das L.M.C in Kooperation mit der GWG und dem MobiltätsTalk – dem Unternehmerkontaktforum Niedersachsen – überregionale Expertenveranstaltungen. „Auf Wunsch der Mitgliedsfirmen generieren wir derzeit ein gemeinsames und für alle Branchen offenes EnergieCluster für Unternehmen“, blickt Clustermanager Klaus Richter in die Zukunft.

Ab dem nächsten Jahr soll dieses Energiecluster für Unternehmen in Kooperation mit den universitären und wissenschaftlichen Einrichtungen seine Arbeit aufnehmen.

Energiesparen steht bei Unternehmen wie auch bei Privatpersonen weit oben auf der Prioritätenliste.

„Aus Befragungen wissen wir, dass drei Viertel unserer Kunden ihre privaten Energiekosten senken und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen“, sagt Ulrich Fischer, Geschäftsführer bei E.ON Mitte Vertrieb.

Eine Initiative des Unternehmens um das zu erreichen, ist das EnergieSpar-Mobil. Mehr als 50.000 Menschen besuchten es bereits, und so setzt es seine Tour durch Südniedersachsen und Hessen fort. Besucher haben Gelegenheit, das Thema „Energieeffizienz“ spielerisch zu erleben und dabei ungeahnte Möglichkeiten zum Sparen im Haushalt zu entdecken. Mit den Tipps besteht die Möglichkeit, bis zu 150 Euro im Jahr zu sparen.

Einen Schritt vorher setzt das Holzmindener Unternehmen Stiebel Eltron mit dem Plus-Energie-Haus an.

Das „Haus der Zukunft“ erzeugt mehr Energie, als durch die Benutzung verbraucht wird.

Mit dem Gebäude wirbt das Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung (BMVBS) für eine zukunftsfähige Bauweise. Die Haustechnik im „Haus der Zukunft“ kommt von Stiebel Eltron. „Das Gebäude zeigt prototypisch, wie die Verbindung von energieeffizientem und architektonisch anspruchsvollem Bauen konkret aussehen kann“, so Geschäftsführer Karlheinz Reitze.

„Wir freuen uns, dass unser Unternehmen seine Stellung als Technologieführer für energieeffiziente Haustechnik, insbesondere im Bereich Wohnungslüftung und Wärmepumpen einmal mehr unter Beweis stellen kann.“

Wie diese Beispiele zeigen, ist die Region Südniedersachsen also gut aufgestellt für die riesigen Aufgaben, die ein wirksamer Klimaschutz mit sich bringt. Jeder muss seinen Beitrag beisteuern – nur so können wir versuchen, unsere Umwelt vor der Klimakatastrophe zu schützen.