Endlich!

Text von: Sebastian Günther

Der Verein “Gesundheitsregion Göttingen“ startet mit großen Erwartungen.

Er soll die Gesundheitsversorgung fördern, eine neue Ära der Zusammenarbeit einläuten und Südniedersachsen als Gesundheitsregion profilieren.

Die Erwartungen an den neu gegründeten Verein „Gesundheitsregion Göttingen e.V.“ sind hoch. Die Chancen, sie zu erfüllen, stehen aber keinesfalls schlecht. Bietet der Verein doch eine vorher nie dagewesene Möglichkeit, die Akteure der Gesundheitswirtschaft zu vereinen.

Diese gute Perspektive wirft umso mehr die Frage auf, warum sich die Gründung über Monate hinzog. Gestartet war das Projekt im Frühjahr 2008. Auf Initiative der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) nahm die Region, wenn auch erfolglos, am Wettbewerb „Gesundheitsregion der Zukunft“ teil. Anschließend übernahm auf Wunsch der UMG der Regionalverband Südniedersachsen die Weiterführung des Projekts.

In Arbeitsgruppen und Workshops wurden die ersten Weichen gestellt. „2009 haben wir mit der Studie ‚VitAl 37’ von Gerd Cassing eine umfassende Materialsammlung zum Thema vorgestellt“, erzählt Rüdiger Reyhn, Geschäftsführer des Regionalverbands. Daraus kristallisierten sich vier inhaltliche Schwerpunkte heraus: die Demenzbehandlung, die Übergänge von stationärer zu ambulanter Behandlung, die Aus- und Weiterbildung sowie die Medizintechnik.

Während die Schwerpunkte unstrittig waren, entbrannte um die organisatorische Ausgestaltung eine langatmige Diskussion. Monate vergingen, bis man sich auf die Vereinsform geeinigt hatte. Offenbar die richtige Variante, denn der Einladung zur Gründungsversammlung am 6. Mai 2010 folgten rund hundert Gäste. „So viele hatten wir nicht erwartet“, sagt Reyhn.

Letztendlich unterschrieben 63 Akteure als Gründungsmitglieder die Vereinssatzung. Zum Vorstandsvorsitzenden wurde Cornelius Frömmel, Sprecher des Vorstandes der UMG, gewählt. Als Stellvertreter fungiert Armin Asselmeyer, Geschäftsführer der Sanitätshäuser o-r-t. Den Mitgliederstamm kennzeichnet ein ausgewogener Mix aus Privatpersonen, Unternehmen, Krankenhausträger und öffentlichen Institutionen. Sie wollen den Verein nicht nur mit Know-how, sondern auch mit Geld unterstützen.

Unternehmen und Institutionen beteiligen sich mit je 1.000 Euro pro Jahr, Privatpersonen mit 100 Euro. Mit den Beiträgen und dem Fachwissen aller Beteiligten soll der Verein die Gesundheitsversorgung fördern. Dabei gilt es, eine Plattform zu schaffen, auf der sich alle Beteiligten der regionalen Gesundheitswirtschaft austauschen, Interessen bündeln und gemeinsam nach Problemlösungen suchen können.

Auf Basis dieser Zusammenarbeit soll sich Südniedersachsen als Gesundheitsregion profilieren. Dazu steht dem Verein im ersten Jahr ein geschätztes Budget von 40.000 Euro zur Verfügung. Durch die Akquise von weiteren Mitgliedern soll es bis zum Jahr 2012 auf circa 70.000 Euro anwachsen. Diese Vorgabe scheint realistisch. Denn noch fehlen auf der Mitgliederliste einige Hochkaräter der Region.

„Das ist aber völlig normal“, sagt Armin Asselmeyer, „schließlich müssen große Unternehmen genau sondieren, wie sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis entwickelt.“ Dazu kommt, dass bei einigen Institutionen erst interne Hürden bis zur Genehmigung einer Mitgliedschaft zu überwinden sind.

Generell stellt sich die Frage, wie groß die Bereitschaft ist, sich zu vernetzen und sich einzubringen. Die hohe Zahl der Gründungsmitglieder lässt sich als positives Signal werten. Die breite Basis gilt es jetzt auszubauen, um die Chancen des Vereins effektiv nutzen zu können – denn dies funktioniert nur gemeinsam und wenn alle mitziehen.