Einzigartige Forschungsanlagen im DLR

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Text von: redaktion

Der Untersuchung der aerodynamisch optimalen Form künftiger Schienenfahrzeuge dienen zwei neue Forschungsanlagen im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen, darunter eine weltweit einzigartige Tunnel-Simulationsanlage.

Um Züge schneller und sparsamer zu machen, ist die Formgebung von entscheidender Bedeutung. In der Tunnel-Simulationsanlage können Wissenschaftler das Fahrverhalten von Zugmodellen bei Geschwindigkeiten bis zu 400 Stundenkilometern untersuchen.

Für die beiden Anlagen werden mehr als drei Millionen Euro investiert. „Wir wollen noch klimafreundlichere, leichtere und komfortablere Schnellzüge erforschen“, erklärte der DLR-Vorstand für Verkehr, Ulrich Wagner, anlässlich der Eröffnung in Göttingen.

„Wir entwickeln die Technologien für die Züge von morgen und zeigen auf, was technisch machbar ist.“

„Mit der Inbetriebnahme der beiden neuen Anlagen wird Göttingen zum bedeutendsten europäischen Forschungsstandort für die Aerodynamik von Schienenfahrzeugen“, sagte der Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Josef Lange.

„Damit entwickelt das DLR seine Göttinger Tradition weiter und setzt mit seiner exzellenten Expertise und den neuen Experimentieranlagen Maßstäbe für die Erforschung künftiger Hochgeschwindigkeitszüge auf international höchstem Niveau.“

Weiterhin wurde eine Seitenwind-Versuchsanlage aufgebaut. Mit dieser Anlage kann simuliert werden, welche Kräfte und Drücke bei Seitenwind auf einen Zug wirken. So lassen sich Wege erforschen, wie die Seitenwind-Empfindlichkeit verringert werden kann.

Bei den beiden neuen Anlagen handelt es sich um eine weltweit einzigartige Tunnelsimulations- und eine Seitenwindversuchsanlage.

„Bisher gibt es keine einzige Einrichtung, in der untersucht werden kann, was mit Zügen passiert, wenn sie mit hohem Tempo in einen Tunnel fahren“, verdeutlichte der Leiter des DLR-Institutes für Aerodynamik und Strömungstechnik, Andreas Dillmann.

„Next Generation Train“

Im DLR laufen die Fäden für den Zug der Zukunft im Projekt „Next Generation Train“ zusammen. Dazu untersuchen die DLR-Wissenschaftler wie es gelingen kann, dass die Züge leiser, komfortabler und sicherer werden, wie sich Verschleißverhalten und Lebenszykluskosten optimieren lassen, wie durch Modularisierung und Systemintegration kosteneffizienter gebaut werden kann und wie Entwicklungs- und Zulassungsprozesse effizienter gestaltet werden können.