Einweihung des BioWärmeZentrums

Text von: redaktion

Am Freitag, den 23. August, empfing die Stadtwerke Göttingen AG mehr als 50 Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie Vertreter der am Bau beteiligten Partner und Subunternehmen zur offiziellen Einweihung ihres BioWärmeZentrums. Dieser schöne Anlass wurde gleichzeitig genutzt, um gemeinsam mit ihrer Belegschaft und deren Angehörigen ihr jährliches Sommerfest zu zelebrieren. Im Beisein des Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke und Oberbürgermeisters Rolf-Georg Köhler wurde das Biomasse-Heizwerk eingeweiht.

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr fand der Spatenstich zum Bau des modernen Industriegebäudes an der Ecke Hildebrandstraße/Maschmühlenweg statt. Das neue Werk wird mit Holzhackschnitzeln aus Altholz der Kategorie A1, also naturbelassenem oder lediglich mechanisch bearbeitetem Holz betrieben. Mit den ca. 8.000 Tonnen Biomasse pro Jahr, die aus einem Umkreis von maximal 50 Kilometern angeliefert werden, produziert der Heizkessel eine Wärmeleistung von etwa 6,5 MW. Das hier verbrannte Restholz steht mit seiner energetischen Verwertung am Ende einer sogenannten Kaskadennutzung – seiner besonders nachhaltigen und effizienten, mehrfachen stofflichen Nutzung.

Als im Herbst 2016 nach einem ökologischen und gleichzeitig wirtschaftlichen Konzept für den Ersatz von zwei Gasmotoren im Heizkraftwerk Godehardstraße gesucht wurde, kristallisierte sich die mit dem BioWärmeZentrum realisierte Anlagenlösung mit einem Investment in Höhe von 5,7 Mio. Euro schnell als die von Aufsichtsrat und politischen Gremien der Stadt favorisierte Lösung heraus.

Das BioWärmeZentrum wird seinen Betrieb rechtzeitig zur Heizsaison 2019 aufnehmen und aktuell die Fernwärmekunden der Innenstadt versorgen. Mit dem Anschluss der im Bau befindlichen Nordleitung Richtung Weende beispielsweise partizipieren auch die dort ansässigen Privat- und Gewerbekunden von der nachhaltigen Wärme aus dem BioWärmeZentrum. Durch die Verbrennung von regionaler Biomasse bleiben der Umwelt jährlich etwa 6.000 Tonnen CO2 erspart. Auch für Investoren, private Bauherren und Architekten ist das gewählte Anlagenkonzept hochinteressant. Das BioWärmeZentrum reduziert den Primärenergiefaktor (PEF) der Fernwärme von 0,4 auf 0,2. Der PEF beziffert den Aufwand für die Lieferung eines Rohstoffs von der Gewinnung, über seine Aufbereitung bis hin zum Transport an den Ort seiner Endnutzung. Je niedriger also dieser Wert ist, umso attraktiver ist die erzeugte Wärme für Mensch und Umwelt. Wissenschaftlich begleitet wird der Betrieb des Heizwerkes von Achim Loewen und seinem Team von der HAWK Göttingen, Fakultät für Ressourcenmanagement.

Etwa im Frühjahr 2021 ist der Ausbau der Anlage zum BHKW durch die Ergänzung einer Holzgasanlage in Kombination mit einem Gasmotor geplant. Projektpartner hierfür ist die Boson Energy SA aus Luxemburg. BHKWs operieren auf Basis der hocheffizienten Technologie der Kraft-Wärme-Kopplung zur gleichzeitigen Gewinnung von Strom und Wärme zur Erreichung eines maximalen Wirkungsgrades.

Die Göttinger Stadtwerke sind neben dem Gas- und Wassernetz auch einer der städtischen Fernwärmenetzbetreiber. Neben dem innerstädtischen Wärmenetz versorgt das kommunale Unternehmen in Göttingen die Zietenterrassen und das Kiesseekarree mit eigenen Blockheiz-kraftwerken (BHKWs).