Eingefrorener Arbeitsmarkt

Text von: redaktion

Im Dezember 2010 stieg die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Göttingen Dezember saisonbedingt auf 17.677 an. Damit waren 551 bzw. 3,2 Prozent mehr Menschen arbeitslos gemeldet als im November. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Arbeitslosenzahl jedoch deutlich um 1.393 bzw. 7,3 Prozent.

Helga Sohnrey, Bereichsleiterin in der Agentur für Arbeit Göttingen, erklärte das saisonale Ansteigen der Arbeitslosenzahl: „Sobald es draußen richtig winterlich wird, müssen viele Außenarbeiten, insbesondere in der Bauwirtschaft, ruhen. Dementsprechend haben wir viele Arbeitslosmeldungen aus dem Baunebengewerbe, also aus den Gewerken, die keine Saison-Kurzarbeit in Anspruch nehmen können.“

Eine witterungsbedingte Arbeitslosigkeit kann für viele Arbeitnehmer des Bauhauptgewerbes verhindert werden, da die Betriebe in diesen Gewerken von Dezember bis März Saison-Kurzarbeit beantragen können.

Nach wie vor ist auch konjunkturell bedingte Kurzarbeit ein Thema. „Konjunkturelle Kurzarbeit seht für viele Firmen immer noch auf dem Plan. Die Zahlen liegen nach wie vor deutlich über den Werten vor der Wirtschaftskrise“, so Sohnrey.

Die Zahl der zu besetzenden Arbeitsstellen ging, ebenfalls saisonal bedingt, zurück. Großen Personalbedarf gibt es nach wie vor bei den Zeitarbeitsfirmen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Göttingen im Jahresverlauf

Seit Februar 2010 unterschreiten die Arbeitslosenzahlen im Agenturbezirk Göttingen die jeweiligen Vergleichswerte des Vorjahres. Saisonal bedingt ist die Zahl der Arbeitslosen im Dezember 2010 zwar wieder leicht gestiegen, liegt aber weiterhin deutlich unter den Zahlen des Vorjahres.

Entwicklung in den Landkreisen und den angrenzenden Agenturbezirken

Aufgrund des Wintereinbruchs stieg die Arbeitslosigkeit in den drei zum Agenturbezirk Göttingen gehörenden Landkreisen Göttingen, Northeim und Osterode am Harz im Vergleich zum November an. Aussagekräftiger ist der Blick auf den Vorjahresvergleich, hier ging die Arbeitslosigkeit in allen Kreisen zurück.

Die geringste Arbeitslosenquote wies der Landkreis Northeim auf mit 7,0 Prozent (Dezember 2009: 8,0 Prozent). Im Landkreis Göttingen lag die Arbeitslosenquote bei 7,7 Prozent (7,9 Prozent).

Einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit konnte im Vergleich zum Vorjahresmonat der Landkreis Osterode am Harz verbuchen, wo die Arbeitslosenquote um 1,1 Prozentpunkte auf 9,9 Prozent sank.

Wie im Agenturbezirk Göttingen stieg die Arbeitslosenquote im Landesdurchschnitt um 0,2 Prozentpunkte und lag in Niedersachsen im Dezember bei 7,1 Prozent. Der Agenturbezirk Goslar meldete eine Arbeitslosenquote von 9,1 Prozent und der angrenzende Agenturbezirk Kassel wies eine Arbeitslosenquote von 6,8 Prozent. Im thüringischen Nachbarbezirk Nordhausen lag die Arbeitslosenquote bei 9,8 Prozent.