Eine Herzensangelegenheit

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Text von: Stefan Liebig

Göttingens Palliativmedizin gehört zu den Vorreitern in Deutschland. Als Direktor der Klinik für Palliativmedizin der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) investiert Friedemann Nauck seit Jahren viel Herzblut und Zeit in den Aufbau von Hilfeeinrichtungen. Ziel ist es, Menschen mit unheilbaren Krankheiten möglichst viel Erleichterung zu verschaffen.

Eine Vernetzung aller beteiligten Menschen steht für ihn dabei im Zentrum des Interesses: „Die Schnittstellen zwischen ambulant und stationär, zwischen Palliativversorgung und onkologischer Behandlung, zwischen ,normalen‘ und spezialisierten Krankenhausstationen und Pflegediensten sind zu optimieren. Jeder Patient soll so umsorgt werden, dass die verbleibende Zeit des Lebens in größtmöglicher Autonomie und Würde erlebt werden kann.“

Dazu will die neu gegründete und von der Deutschen Krebshilfe (DKH) geförderte Mildred-Scheel-Akademie Göttingen mit ihren vielfältigen Bildungsangeboten für Professionelle, Ehrenamtliche und Laien beitragen. Sie ergänzt die seit dem Jahr 2006 bestehende ambulante und stationäre Versorgung schwerstkranker Erwachsener am Universitätsklinikum, die in den vergangenen Jahren durch die palliativmedizinische Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Göttingen und Umgebung erweitert wurde.

Für den täglichen Umgang mit den schwerstkranken Patienten benötigen Ärzte und Pflegekräfte für diese Art der Versorgung eine besondere Schulung. Genau dieser Aufgabe widmet sich die Mildred-Scheel-Akademie Göttingen: In regelmäßig stattfindenden Kursen geben die fünf Mitarbeiter der Akademie sowie weitere Fachreferenten ihr Wissen an Angehörige, medizinisches Personal, Ehrenamtliche, Seelsorger, Selbsthilfegruppen und Interessierte der Palliativmedizin weiter.

Die Akademie hält dafür vier Seminarräume bereit. Die Mildred-Scheel-Akademie der UMG ist inzwischen der fünfte Standort im bundesweiten Verbund an Fort- und Weiterbildungseinrichtungen der DKH. Auch die Akademien für Palliativmedizin in Köln, Bonn, Dresden und München werden finanziell unterstützt. Die neue Akademie in Göttingen wird mit einer Summe von 297.000 Euro gefördert.