Ein Ort zum Wohlfühlen

©Alciro Theodoro da Silva
Text von: Anja Danisewitsch

Das Diagnostische Brustzentrum Göttingen investiert in das neueste Mammografiesystem – für mehr Sicherheit der Patientinnen.

Der Weg zur Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung ist für jede Frau mit einer gewissen Nervosität verbunden. Was genau passieren wird, ist den wenigsten Frauen bekannt, ebenso wenig, welche Möglichkeiten sich neben einer kassenärztlichen Standarduntersuchung bieten. Das Diagnostische Brustzentrum in der Bahnhofstraße wurde 2003 von Friedemann Baum (Foto, r.) und Uwe Fischer (l.) gegründet, um eben genau diese Lücke zu füllen und ein Mehr an Komfort und Diagnostik bieten zu können. „Bei uns geht keine Frau aus der Praxis, ohne alle wichtigen Informationen erhalten zu haben“, erzählt Baum in ruhigem Ton.

Hier nehmen sich die Ärzte und Angestellten Zeit und sorgen dafür, dass es den Frauen gut gehe, betont der Facharzt für Diagnostische Radiologie. „Das beginnt bei einem Bademantel und warmen Handtüchern und endet nicht beim vorgewärmten Ultraschallgel“, erklärt er. So wurde auch lange nach geeigneten Praxisräumen gesucht – mit Erfolg, wie der entspannende Blick über die Dächer von Göttingen beweist.

Der Komfort, den die Praxis Patientinnen bietet, geht weit über den Kaffeeautomaten für Cappuccino & Co. hinaus. „Wir haben zum Jahreswechsel 2018 ein neues Mammografie-System installiert, das uns neben seinen modernsten Technologien auch durch die besondere ergonomische Form überzeugt hat“, erzählt Uwe Fischer. Bei der Mammografie sei es wichtig, dass sich die Brust während der gesamten Aufnahme nicht bewegen kann, da andernfalls ein falsch positiver Befund entstehen könnte.

Mit dem neuen System ‚3Dimensions‘ verkürzt sich die Kompressionszeit der Brust um die Hälfte, von sechs Sekunden auf nur noch drei Sekunden – und dies auch noch in einer entspannteren Position des gesamten Oberkörpers. Überhaupt lässt sich das neue Gerät von den Mitarbeitern viel einfacher handhaben und schafft damit eine bessere Untersuchungsatmosphäre.

Das ‚3Dimensions‘ vereint zudem drei der modernsten mammografischen Technologien der Brustdiagnostik in einem einzigen Gerät: die digitale Mammografie, die Tomosynthese und die kontrastmittelverstärkte Spektral-Mammografie. Damit kann das Diagnostische Brustzentrum nun noch gezielter jene mammografischen Untersuchungen durchführen, die wirklich notwendig sind. Denn nicht bei jeder Frau werden zur Brustkrebsfrüherkennung die gleichen Wege gegangen. Die zu wählenden Aufnahmearten hängen unter anderem von der Beschaffenheit der Brust ab. Ungefähr 50 Prozent der Frauen haben eine geringe Brustgewebsdichte, während die andere Hälfte eine hohe aufweist.

Wann kommen also diese einzelnen Untersuchungskomponenten zum Einsatz? „Im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung, aber auch zur Abklärung unklarer Befunde erfolgt typischerweise eine mammografische Untersuchung“, erklärt Baum. Durch das neue Aufnahmegerät können die Ärzte nun je nach Brustdichte entscheiden. „Bei Frauen mit beispielsweise geringer Brustdichte führen wir in der Regel eine Kombination aus digitaler Mammografie in der einen Aufnahmeebene und einer Tomosynthese in einer zweiten Aufnahmeebene durch.“ Die Tomosynthese ermöglicht hierbei eine schichtweise Ansicht der weiblichen Brust, sodass überlagerte Strukturen besser identifiziert werden können.

Erhöhte Durchblutungen und Mikro-verkalkungen in der Brust können Anzeichen für Brustkrebs sein und werden bei Frauen mit hoher Brustdichte durch die Kombination von Tomosynthese und Mamma-MRT, auch bekannt als Göttinger Optipack, zuverlässig erkannt.

„Wir sprechen bei unseren sehr präzisen Diagnoseverfahren auch von Krebs-Frühsterkennung“, sagt Fischer. Die Mikroverkalkungen, die in der Praxis identifiziert werden können, liegen im Mikrometerbereich, sind also mikroskopisch klein. Tastbar sind Karzinome hingegen erst ab ungefähr einem Zentimeter. Der Vorteil liegt auf der Hand: Bei entdeckten Mikroverkalkungen besteht durch punktgenaue Ortung dank Tomosynthese die Möglichkeit zu interve- nieren und durch eine minimalinvasive Abklärung frühzeitig zu reagieren.

Ergänzt werden die Untersuchungen immer durch ein Double-Reading zweier Ärzte und zusätzlich durch ein CAD-System (computer assisted diagnosis), wodurch auf Knopfdruck eine computergestützte Bildanalyse durchgeführt wird.

Die Ärzte im Göttinger Brustzentrum sehen dies als einen weiteren Schritt in eine hochmoderne und leistungsstarke Brustkrebsfrüherkennung.

 

Kontakt

Diagnostisches Brustzentrum Göttingen
Bahnhofsallee 1D, 37081 Göttingen
Tel. 0551 820740 info@brustzentrum-goettingen.de
www.brustzentrum-goettingen.de