Ein “gigantisches“ Duo

Text von: Sebastian König

Rolf Wissner und der neue Porsche Panamera S Hybrid

Nachdem Rolf Wissner, Geschäftsführer der Wissner Gesellschaft für Maschinenbau mbH, im Porsche Panamera S Hybrid Platz genommen hat, begibt er sich zunächst auf die Suche nach der Verbrauchsanzeige. „Denn bei einem Hybrid steht der Verbrauch im Mittelpunkt“, sagt er. Nach kurzer Suche wird er im Bordcomputer fündig, stellt die Anzeige auf null und dreht den Zündschlüssel.

Dem Gefühl nach passiert zunächst allerdings nichts. Denn ein Motorengeräusch ist nicht zu hören. Der Elektromotor startet so sanft und leise, dass ihn die Passagiere kaum wahrnehmen. „Im Elektrobetrieb gleitet das Auto einfach so dahin“, stellt der Tester nach wenigen Metern fest.

Doch beim Gleiten belässt es Wissner, der sich selbst als zügigen Autofahrer beschreibt, nur bis zum Göttinger Autobahnzubringer. Hier bringt er den Panamera schnell auf Geschwindigkeit und testet intensiv die Bremsen – denn die seien lebenswichtig. Sein Kommentar zum Bremsverhalten: „Einfach gigantisch!“

Fahrverhalten

Anschließend muss der Porsche auf einer kurvigen Landstraße zwischen Lenglern und Bovenden zeigen, wie gut Federung und Kurvenverhalten ausgeprägt sind. „Er fährt sich so schön wie ein Gokart“, sagt Wissner. Auf der holprigen Straße probiert er die verschiedenen Fahrwerkseinstellungen von weich bis sportlich straff aus und ist begeistert. „Nur die Außengeräusche sind für mich etwas laut.“

Kaum zu hören sind dagegen die Übergänge zwischen Elektro- und Benzinmotor. Für diese Details hat der Ingenieur ein feines Gehör entwickelt. Denn in seinem Unternehmen hat er auch viel mit Maschinen zu tun. Hauptsächlich werden Fräs- und Lasermaschinen produziert.

Genau vor 25 Jahren ist Wissner von Südhessen nach Göttingen umgesiedelt. Diesen Schritt hat er nie bereut. „Wir produzieren zu circa 70 Prozent für den deutschen Markt und fühlen uns deshalb in der Mitte Deutschlands pudelwohl.“ Zudem bekomme er, da er einer der wenigen Maschinenbauer der Region sei, immer genügend passende Mitarbeiter – vor allem dank der Kooperation mit der Fachhochschule. „Das gibt Sicherheit.“ Auf diese achte er auch beim Autokauf besonders.

Fahrspaß

Dazu steht für Wissner, der neben einem Porsche Cayenne zudem vier Oldtimer besitzt, auch der Fahrspaß im Vordergrund. Dieser kommt beim Panamera keinesfalls zu kurz. 90-Grad-Kurven lassen sich zum Beispiel spielend mit 60 km/h und mehr meistern. „Da muss ich fast um meinen Führerschein bangen, denn die Geschwindigkeit ist kaum spürbar.“

Zudem sieht Wissner die Tachoanzeige als etwas zu klein skaliert. Ansonsten empfindet er das Cockpit als sehr übersichtlich. Die vielen Tasten auf der Mittelkonsole hat er schnell im Griff. Zur Haptik von Schaltern, Drehknöpfen und dem Lenkrad sagt er schlicht: „Sensationell.“ Auch der übrige Innenraum überzeugt.

Neben dem stimmigen Gesamtbild punktet der Panamera mit kleinen Details, wie versteckten Becherhaltern über dem Handschuhfach. Dazu ist der Testfahrer von den Sitzen beeindruckt. Auf einem Parkplatz bringt er den Fahrersitz in Liegeposition und stellt fest: „Auch Liegen ist äußerst bequem, da die Sitze den unteren Rückenbereich speziell abstützen.“ Anschließend nimmt Wissner noch im Fond Platz. Hier hat er selbst mit seinen 1,92 Meter genügend Kopf- und Beinfreiheit.

Das Außendesign ist für ihn stimmig, obwohl dem Ingenieur bei der Frontansicht eine Akzentuierung auf Höhe der Stoßstange fehlt. Dass der Sportwagen für vier Personen ausgelegt ist, gefällt dem Tester sehr. Allerdings ist er vom Kofferraumvolumen leicht enttäuscht: „Der Platz ist etwas mager, da hätte ich für vier Passagiere mehr Stauraum erwartet.“ Abgesehen davon sei der Panamera aber ein „gigantisches“ Auto und das beste, das er je gefahren sei.

Dazu sieht Wissner die Modelle von Porsche in Sachen Zuverlässigkeit weit vorn. Mit seinem Porsche 356C aus dem Jahr 1962 sei er noch nie liegen geblieben. Und auch der etwas betagte Cayenne habe noch keine Probleme gemacht.

Fazit

Den Panamera bezeichnet er als wunderbaren Reisewagen, der aber auch auf kurzen Strecken viel Spaß macht. „Dabei sind die Verbrauchswerte absolut überzeugend“, wie Wissner zum Abschluss des Tests resümiert.

Trotz rasanter Fahrweise zeigt der Bordcomputer 12 Liter auf 100 Kilometer an. Den zweiten Teil der Strecke, bei dem Wissner mit dem Gaspedal sehr vorsichtig umgeht, absolviert der Panamera mit durchschnittlich 5 Litern.

„Das ist unschlagbar“, sagt Wissner und ist sich sicher, dass sein nächstes Auto in jedem Fall ein Hybrid wird. Denn das sei die Zukunft.