Ein Campus für die Zukunft

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: Stefan Liebig

Ein bundesweit einmaliges Projekt soll langfristig für qualifizierten Nachwuchs in der regionalen Gesundheitsbranche sorgen.

Anfang Februar sorgte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil mit seiner Präsentation des Südniedersachsenprogramms im Einbecker PS-Speicher für gute Stimmung bei den Entscheidungsträgern der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen.

Ziel des Programms, in dessen Rahmen nun auch das ambitionierte Gemeinschaftsprojekt ‚Gesundheitscampus‘ verwirklicht wird, ist es, die Wirtschaftsstruktur der Region nachhaltig zu stärken, die kulturelle und landschaftliche Bedeutung Südniedersachsens aufzuwerten und die Region dauerhaft als Wirtschaftsstandort und Wohnort attraktiv zu halten. Weil sieht dabei den geplanten Gesundheitscampus als „ein bundesweit einmaliges Projekt“, in der – was die Zahl der Arbeitsplätze angehe – wichtigsten Wirtschaftsbranche der Region Südniedersachsen. Den nachhaltigen Nutzen des ambitionierten Projektes sieht der Ministerpräsident in der Schaffung von insgesamt 600 Studienplätzen „in einer ganzen Reihe von wichtigen medizinischen Berufen“, wie etwa Pflege, Physiotherapie und Logopädie, Versorgungs- und Quartiersmanagement und Medizin-Ingenieurswesen. Die Planungen von UMG und HAWK können nach diesem Startschuss von höchster Stelle nun auf Hochtouren weitergehen. Denn der Studienstart ist bereits für das Wintersemester 2016/2017 geplant.

Bei dem Vorhaben solle, so Weil, von Anfang an eine sehr enge Zusammenarbeit mit südniedersächsischen Schlüsselunternehmen wie beispielsweise Ottobock aus Duderstadt gesucht werden. Die enge Verbindung zur Region ist auch für Heyo K. Krömer im Fokus. Insbesondere die Ausbildung von qualifizierten Nachwuchsfachkräften hält er für zukunftsweisend. „Mit den neuen Studienangeboten wollen wir eine bedarfsgerechte Entwicklung der medizinischen Versorgungslandschaft in Südniedersachsen fördern und damit dem Fachkräftemangel entgegenwirken“, kündigt der Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen an. Mit ihrer unumstrittenen Kompetenz auf den jeweiligen Fachgebieten arbeiten die beiden Kooperationspartner nun daran, das Konzept für den Gesundheitscampus stimmig zu machen.

„Die HAWK bringt ihr Wissen sowohl aus den Studiengängen Physiotherapie, Logopädie in Hildesheim als auch aus dem Bereich von Medizintechnik, Elektrotechnik und Präzisionsmaschinenbau in Göttingen ein“, betont HAWK-Präsidentin Christiane Dienel. Vorgesehen sei, in mehreren zeitlichen Stufen Bachelor- und Masterstudiengänge sowie Forschungsprojekte zu etablieren. Eine Besonderheit des Projektes sei, dass Studierende neben ihrem jeweiligen Fachgebiet in ausgewählten Lehrveranstaltungen von Anfang an gemeinsam studieren, beschreibt HAWK-Vizepräsidentin Annette Probst den Ansatz des neuen Gesundheitscampus. So sei auf der Basis der regionalen Herausforderungen ein ganzheitlicher Blick auf Innovationen und Problemlösungen in allen Sparten des Gesundheitswesens von Anfang an ins Studienkonzept integriert.

Ein Standort für das neue Ausbildungszentrum in Göttingen werde noch gesucht. Konkrete Vorschläge hierfür gibt es laut HAWK und UMG noch nicht. Auch das Investitionsvolumen und eventuelle Kooperationspartner stehen noch nicht fest, teilte die HAWK mit. Das Südniedersachsenprogramm umfasst noch weitere Projekte, die entwickelt und umgesetzt werden und mit denen mindestens 100 Millionen Euro an zusätzlichem Investitionsvolumen in die Region fließen. Land und Kommunen betreiben dazu gemeinsam ein Projektbüro in Göttingen, das die Schnittstelle zwischen Land, Kommunen, Wirtschaft und anderen Akteuren bildet.

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