Echopreisträger Frank Bungarten gibt ein Konzert auf dem Gräflichen Landsitz Hardenberg

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Text von: redaktion

Frank Bungarten gehört seit über dreißig Jahren zur Weltspitze seines Fachs. Zweimal wurde er mit dem 'Echo-Klassik' als 'Instrumentalist des Jahres' ausgezeichnet. Bereits 2012 gab er auf dem Gräflichen Landsitz Hardenberg ein Konzert. Am 17. Oktober 2014 kehrt der in Hannover lebende Gitarrist für ein erneutes Engagement nach Südniedersachsen zurück.

Bungarten wird, unter anderem, auf einer 10-saitigen Wiener Gitarre des 19. Jahrhunderts virtuose Fantasien, Bearbeitungen von Schubert-Liedern und Opernarien spielen. Als Solist spielt Frank Bungarten regelmäßig alle großen Konzerte für Gitarre und Orchester und konzertiert auf den wichtigsten Bühnen des deutschsprachigen Raumes. International trat er in über 40 Ländern auf, darunter auch immer wieder in umfangreichen Tourneen auf Einladung des Goethe-Instituts.

Seine Aufnahmen werden bei dem audiophilen Label Musikproduktion Dabringhaus & Grimm veröffentlicht. 2005 und 2011 wurde Frank Bungarten mit dem ‚Echo-Klassik‘ als „Instrumentalist des Jahres“ ausgezeichnet.

Mit Göttingen und der Region verbindet den 56-jährigen seit Jahrzehnten eine besondere Beziehung: mehr als ein Dutzend mal hintereinander füllte er den Saal des Alten Rathauses mit einem jährlich wechselnden Programm und spielte als Solist das ‚Aranjuez‘-Konzert mit den Göttinger Symphonie Orchester zum 10. Jahrestag der ‚Göttinger Gitarrentage‘. 2012 spielte er erstmalig im stimmungsvollen Ambiente des Gräflichen Landsitzes Hardenberg ein fulminantes Konzert, am 17. Oktober nun die Fortsetzung.

Am 18. Oktober gibt Frank Bungarten im Göttinger Goethe-Institut ein Workshop für Gitarristen unter dem Titel ‚Die Kunst des Übens‘. Alle Übenden, gleich welchen Alters und Levels, stehen vor den gleichen Fragen: „Was genau geschieht beim Üben“, „Gibt es Methoden, die das Üben erleichtern?“ oder „Wie kann ich tagtäglich einen Fortschritt erzielen“?. In einer offenen Runde können mit Frank Bungarten alle „denkbaren und undenkbaren Fragen“, die auf eine Verbesserung der Arbeit am Instrument zielen, betrachtet und beantwortet werden.

Die Preise für das Konzert betragen im Vorverkauf 23,00 Euro und an der Abendkasse 25,00 Euro. Erhältlich sind die Karten im Hardenberg KeilerLaden oder bei Tonkost Göttingen, sowie an allen ReserviX- Vorverkaufsstellen und im Internet unter www.goeticket.de und www.reservix.de. Teilnehmer des Workshops erhalten bei dem gleichzeitigem Kauf von Workshop- und Konzertticket (Kombiticket) einen Rabatt von 5 Euro.

Mehr über den Ausnahmekünstler im Interview:

Wie sind Sie Deutschlands erfolgreichster klassischer Gitarrist geworden?

Durch unerschütterliche Ausdauer, mir treu zu bleiben, nachdem ich mich und alles was scheinbar sicher ist, ebenso unentwegt in Frage stelle.

Wie viele Stunden haben Sie in ihrem Leben mit Gitarre spielen zugebracht?

Die oft zitierten 10000 Stunden, die es grundsätzlich braucht, um etwas gut zu können und dann noch mal so viele darüber hinaus.

Warum spielen Sie ausgerechnet Gitarre und nicht Klavier oder ein anderes Instrument?

Weil in den sechziger Jahren, als ich anfing, nur Gitarre richtig cool war. Wer war denn noch mal der Pianist von Jimi Hendrix…? Eben!

Wenn Sie auf Konzerte reisen – wie reist ihre Gitarre?

Bei allen Entfernungen unter 1500 km im Auto, so wie ich. Meine Gitarre liebt, wie ich, die Freiheit, beinahe jederzeit die Richtung ändern oder aussteigen zu können.

Sie stehen seit 40 Jahren auf der Bühne. Was war der rührenste/ bizarrste/schönste/schlimmste Moment in ihrer Karriere?

Die Verleihung des SegoviaPreises 1981 war erhebend, schicksalhaft und unwiederholbar. Die Verleihung des Echo 2011 beim ZDF absolut bizarr. Rührend ist, in Ländern zu spielen, wo die Menschen kaum et- was haben, aber ein große Liebe zur Musik empfinden. Die schlimmsten Momente entstehen, wenn nicht versunkene Zuhörer im Konzert die versunkenen Zuhörer an den leises ten Stellen durch Husten stören.

Woran werden Sie immer scheitern?

An allen handwerklichen Tätigkeiten außer Gitarre spielen.

Was schätzen ihre Freunde an Ihnen?

Meine Freunde sind Menschen, die meiner grenzenlosen Begeisterungsfähigkeit, Überzeugungskraft und meinen stets neuen Übertreibungen mit Humor standhalten.

Sind Solokünstler wie Sie Egoisten?

Einzelgänger und Individualisten auf jeden Fall. Und man muss es gut aushalten oder sogar genießen können, viel alleine zu sein.

Der wichtigste Mensch in ihrem Leben ist…?

Meine Freundin Negin, mit der ich schon zwölf Jahre glücklich bin. Wir können uns täglich aufs neue über raschen und zum lachen bringen.

Auf wessen Rat hören Sie?

Auf den Rat langjähriger Wegbegleiter und den meiner Qi Gong Lehrerin.

Gibt es Tage, an denen Sie nicht spielen können?

Ich bin sehr Lustgesteuert, daher kommt UnLust natürlich auch vor.

Sind ihre Hände versichert?

Ja, nachdem ich mich in jungen Jahren von einem Vertreter habe über den Tisch ziehen lassen und seitdem immer wieder vergesse, zu kündigen. Als billiger und nützlicher erwies sich die Verkehrs- RechtsschutzVersicherung.

Worin liegt ihre nächste Herausforderung? Musikalisch wie privat?

Mein Leben fühlt sich gerade so entspannt und unkompliziert an. Aber als Musiker hat man eigentlich die immer gleiche Herausforderung, so lange man sich ernsthaft damit beschäftigt.

Sie bekommen die Möglichkeit, für einen Tag ein Super Hero zu sein wer sind Sie und warum?

Der Dalai Lama. Tiefe Gelassenheit ist die größte erreichbare Tugend.