Durch Zeit, Licht und Raum

© Peter Heller
Text von: redaktion

Seit der Gründung im Jahr 2003 bis heute hat sich das Diagnostische Brustzentrum Göttingen stetig weiterentwickelt – sowohl in räumlicher und personeller als auch in struktureller Hinsicht.

Auf Ebene fünf des Zentrums, das sich auf zwei Etagen eines zentral gelegenen Gebäudes in der Bahnhofsallee verteilt, wird seit diesem Jahr ausschließlich Brustdiagnostik betrieben. Die Untersuchungen aller anderen Körperteile – vom Kopf über Gefäße bis hin zum Dickdarm – ziehen in den vierten Stock. Der Grund dafür: Es gibt eine neue Röhre.

Nach der Anschaffung eines Mammographiegeräts im Dezember 2011 ist zum Jahresbeginn 2012 noch ein weiterer 1.5T
Ganzkörper-Magnet hinzugekommen. Der Kernspintomograph, der MRT 450W der Firma GE Healthcare (Foto), gehört zu einer neuen Gerätegeneration, die dank technischem Fortschritt einen zehn Zentimeter größeren Innendurchmesser hat.

„Ein zentrales Problem bei der Kernspintomographie ist die Klaustrophobie. Doch schon wenn ein Patient bei uns das Wartezimmer betritt, ist es mit der Angst vorbei“, sagt Friedemann Baum, Radiologe und Mitbegründer des Göttinger Brustzentrums.

„Die Rundum-Fensterfronten samt 360-Grad-Blick auf die Göttinger Skyline wirken dem Gefühl des Eingeengtseins entgegen. Der besondere Kick der neuen Röhre: Sie hat ein Außenfenster.“ Diese Einrichtung einer Tageslichtzufuhr ist besonders selten in der Kernspintomographie, da es einen faradayschen Käfig braucht, um die Strahlungen zu regulieren.

„Außerdem haben wir Panoramabilder von Göttingen an den Wänden der Praxis und im Innenraum des Käfigs angebracht, um den Eindruck des Weitblicks zu unterstützen“, erklärt Friedemann Baum weiter. „Und wir nehmen uns ausreichend Zeit.“ Ein ausführliches, halbstündiges Gespräch gehöre für jeden Patienten zur regulären Behandlung. „Dadurch schaffen wir ein Vertrauensverhältnis, denn Platzangst ist nichts anderes als Kontrollverlust“, so der Facharzt für Radiologie.

Der Einbau des komplexeren Gerätes hat zu einer kompletten Strukturveränderung geführt.

Ein Credo, das die Praxis seit geraumer Zeit nach außen trägt: „Wir machen nicht nur Beschwerdediagnostik, sondern auch Prävention, die wir in Zukunft auf einer ganz anderen Ebene ausbauen“, erklärt Uwe Fischer, Fachkollege und ebenfalls Mitbegründer des Zentrums.

Eine Innovation des MRT 450W liegt darin, dass man mehrere organische Strukturen auf einmal untersuchen kann. „Perfekte Präventionsuntersuchung, weil dieses Gerät keinerlei schädliche Nebenwirkung hat“, so Fischer. „Es geht uns aber nicht darum, dass wir selber alles machen, sondern darum, dass die Patienten bei uns zu jeder speziellen Fragestellung eine Expertenmeinung bekommen und von unserem Netzwerk profitieren.“

Zu den bundesweiten Kooperationspartnern gehören u.a. der renommierte Kardiologie Thomas Schmidt oder auch Bernhard Wörmann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Onkologie, einer der angesehensten Onkologen Deutschlands.

Diese Experten werden ab sofort regelmäßige Sprechstunden in den ehemaligen Konferenzräumen im vierten Stock des Brustzentrums anbieten.

Eine weitere strukturelle Veränderung hat sich durch den neuesten personellen Zuwachs im Team ergeben. Die Spezialgebiete des Radiologen Rolf Vosshenrich sind Gefäß- und Gelenkdiagnostik.

Heute bietet das Brustzentrum Göttingen auf fast 1.000 m² genug Raum und Möglichkeiten, um die Praxis in eine fortschrittliche
Zukunft zu führen. Die Basis des Erfolgs fasst Friedemann Baum wie folgt zusammen: „Die Geräte müssen stimmen, die Leute müssen Expertise haben, und man braucht Zeit und Empathie.“