Dufte Kooperation

© Dr. Sergio Angeli, AG Schütz
Text von: redaktion

Marburger und Göttinger Biologen können in den nächsten drei Jahren den Geruchssinn am Modell des rotbraunen Reismehlkäfers Tribolium castaneum erforschen: Am 8. Juni 2009 hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) den Gemeinschaftsantrag bewilligt, die Fördersumme beträgt rund eine halbe Million Euro.

Insekten gelten in den Neurowissenschaften als wichtige Modellsysteme, die dazu beitragen, Gehirnfunktionen oder die Entwicklung des Nervensystems besser zu verstehen.

Beteiligt an dem Projekt sind die Arbeitsgruppen des Entwicklungsbiologen Ernst A. Wimmer und des Forstzoologen Stefan Schütz von der Georg-August-Universität Göttingen sowie des Neurobiologen Joachim Schachtner von der Philipps-Universität Marburg.

„In dem bewilligten Projekt kombinieren wir unterschiedliche Ansätze wie Genetik, Neurobiologie und -anatomie. Dank seiner kürzlich publizierten vollen Genomsequenz, seiner Langlebigkeit und seiner geringen Ansprüche an die Haltungsbedingungen ist Tribolium ein großartiges System für die Arbeit im Labor“, erklärt Hauptantragsteller Wimmer.

„So können wir unter optimalen Bedingungen die Korrelation von Duftstoffen zu Duftstoffbindeproteinen und von diesen zu Geruchsrezeptoren studieren“, ergänzt der Marburger Projektpartner Joachim Schachtner.

Der Fokus liege dabei auf der biologischen Funktion der Duftstoffbindeproteine, die bisher wenig untersucht ist, obwohl diese entscheidend an der Geruchswahrnehmung beteiligt sind.

Um den aktuellen Herausforderungen durch die Insekten gerecht zu werden, sind sowohl angewandte als auch Grundlagenforschung, die sich mit dieser Tiergruppe beschäftigen, von außerordentlicher Bedeutung.

„Letztendlich zielen Arbeiten in diesem Bereich auch auf die Entwicklung von Strategien, die Verbreitung dieser Schadinsekten einzudämmen“, begründen die Wissenschaftler ihren Förderantrag.

Das Kooperationsprojekt ist Teil des DFG-Schwerpunktprogramms „Integrative Analysis of Olfaction“, das insgesamt 16 Teilprojekte umfasst und von der Universität Konstanz aus koordiniert wird. Das Programm soll ein Fundament für neue wissenschaftliche Netzwerke und den Dialog über die Fächergrenzen hinweg schaffen.