Die Zukunft selbst gestalten – Initiative RegioStarter

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Text von: Stefan Liebig

Mit der ehrenamtlichen Initiative des RegioStarters bieten Unternehmerinnen der Region interessierten Menschen unbürokratische Hilfe auf dem Weg in eine neue berufliche Zukunft. Dass die Idee funktioniert, zeigt die aktuelle Entwicklung des ersten RegioStarter Projektes, in dem sich drei Frauen dem Schneiderhandwerk widmen.

Neue Motivation, hilfreiche Ideen und wichtige Tipps auf dem Weg in die Selbständigkeit sind die wesentlichen Punkte, die Fanny Hoffmann aus Göttingen an ihrer Teilnahme am Schneiderprojekt der Initiative RegioStarter schätzt. Mit einer Umschulung zur Maßschneiderin kam die gelernte Schauwerbegestalterin und alleinerziehende Mutter ihrem Traum einer Selbständigkeit im Schneiderhandwerk bereits näher. Mit der Initiative RegioStarter nutzt sie nun die einmalige Chance, über die engagierte Mitarbeit am Schneiderprojekt ihren Weg in eine erfolgreiche Zukunft selbst zu gestalten. Noch dazu eröffnet die Begegnung mit aufgeschlossenen Menschen neue Perspektiven.

RegioStarter ist eine ehrenamtliche Initiative verschiedener Unternehmen aus dem Harz, die über spezielle Projekte Menschen eine neue Chance bieten wollen. Dabei ist zuerst Eigeninitiative gefragt, denn eine Teilnahme erfolgt in der Freizeit und ist keine Ersatzmaßnahme offizieller Institutionen. Für Fanny Hoffmann bedeutet dies, einmal pro Woche die Fahrt von Göttingen nach Osterode auf sich zu nehmen und selbst zu finanzieren.

Auftrag des ersten RegioStarter-Projektes ist die Gestaltung und das Schneidern eines Stelzenläuferkostüms für die Volksbank im Harz eG. Unter Anleitung der Schneidermeisterin Elke Becker und der Designerin Sandra Jürgens-Schrader entsteht ein fantasievolles Kostüm – ein Referenzobjekt für alle Teilnehmerinnen. Neben Fanny Hoffmann engagieren sich Erika Weidig und Skorta Salja im Schneiderprojekt. Erika Weidig ist selbst Geschäftsfrau und sucht aus gesundheitlichen Gründen Motivation für einen neuen Start. Skorta Salja hingegen ist jung Mutter geworden, hat ihren Schulabschluss in der Abendschule nachgeholt und hofft durch ihr Engagement auf die Chance für einen Ausbildungsplatz, der mit ihrem persönlichen Alltag kombinierbar ist.

Dass die Idee des RegioStarters funktioniert, zeigt sich bereits gut drei Monate nach dem Start des ersten Projektes. Bei einem Projekttreffen im Atelier von Cynderellas Welt wurden am vergangenen Donnerstag bereits erste Elemente des Kostüms präsentiert. Deutlich wurde dabei auch, dass aus der Zusammenarbeit der einzelnen Akteure ganz neue Ideen und Möglichkeiten entstehen. Aufgrund erster Anfragen seitens Unternehmen und Künstler diskutieren Elke Becker und Fanny Hoffmann gerade eine gemeinsam Zukunft im Rahmen einer Eventschneiderei. Durch persönliches Engagement entsteht so eine Eigendynamik, die positive zukunftsfähige Entwicklungen zulässt.

Die Initiative RegioStarter findet breitet Zustimmung und Unterstützung, auch seitens der Arbeitsagentur, des Jobcenters, der IHK oder der Gemeinden in der Region. Mit dem ersten Schneiderprojekt und seinen Teilnehmern hat sich gezeigt, dass die unkonventionelle individuelle Förderung einzelner Stärken durchaus Erfolge nach sich zieht. Nun gilt es, interessierte Unternehmen zu finden, die das nächste Projekt finanziell unterstützen. Wird ein maßgefertigtes Schrankelement benötigt, so kann ein Tischlerprojekt entstehen. Ist hingegen die Gestaltung brachliegender Flächen von Interesse, so wird ein Landschaftsbauprojekt daraus. Mit den engagierten Partnerinnen der Initiative RegioStarter lassen sich Ideen umsetzen und Zukunftsträume erfüllen.

Interessierte Unternehmer oder potenzielle Teilnehmer sind herzlich eingeladen, Teil des RegioStarters zu werden und sich mit ihren Stärken und Ideen einzubringen.