Die Wahrheit der Dinge

Text von: redaktion

Ein angesehener Strafrichter will seinen Beruf aufgeben. Doch dann wird jene Frau aus der Haft entlassen, die einst in seinem Gericht einen Angeklagten erschossen hatte. Inspiriert von wahren Begebenheiten gewährt der Jurist Markus Thiele in seinem Roman 'Die Wahrheit der Dinge' Einblicke hinter die Kulissen der Justiz und in die Köpfe von Tätern und Opfern.  

Das Leben des Hamburger Strafrichters Frank Petersen ist aus den Fugen. Eine Ehekrise und berufliche Selbstzweifel wachsen ihm über den Kopf. Er müsste sich um seine Familie kümmern, mehr Sport machen und denkt daran, seinen Beruf an den Nagel zu hängen. Als die wegen Totschlags verurteilte Corinna Maier aus der Haft entlassen wird, muss Petersen einsehen, dass er nicht an einer ganz normalen Midlife-Crisis leidet. Die Geister der Vergangenheit holen den nüchternen Juristen mit unvermuteter Wucht ein. In seinem zweiten Roman ‚Die Wahrheit der Dinge‘ schildert der Anwalt und Schriftsteller Markus Thiele realitätsnah und anschaulich, wie das Ringen um Gerechtigkeit Menschen an ihre Grenzen führt. Und darüber hinaus. Das Buch erscheint am 22. April bei benevento.

Eigentlich hätte Frank Petersen seinen längst überfälligen Urlaub zur Erholung nutzen sollen. Doch nun, im Oktober 2015, sitzt er allein in jenem Einfamilienhaus, in dem er bereits seine Kindheit verbracht hatte, und grübelt über sein Leben nach. Vor wenigen Wochen war seine Frau Britta mit ihrem Sohn Janis ausgezogen, nach einem letzten, heftigen Streit. 1989 verliebt sich die Hamburger Medizinstudentin Corinna Maier in Steve Otremba, einen Doktoranden aus Südafrika. Er ist schwarz. Die beiden bekommen den Rassismus ihrer Umgebung zunehmend zu spüren. 2010 treffen sich die Wege von Maier und Petersen in einem Gerichtssaal, was beider Leben für immer verändern wird.

In seinem Romandebüt ‚Echo des Schweigens‘ hatte Markus Thiele den Justizskandal um den 2005 in einer Gewahrsamszelle verbrannten Sierra-Leoners Oury Jalloh fiktional beleuchtet. Für ‚Wahrheit der Dinge‘ ließ er sich nun von zwei authentischen, nicht weniger aufsehenerregenden Fällen inspirieren. Marianne Bachmeier erschoss 1981 im Lübecker Landgericht den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter. Ende 1990 wurde der Schwarzafrikaner Amadeu Antonio Kiowa in Eberswalde von Jugendlichen zusammengeschlagen und starb wenig später an seinen Kopfverletzungen. Die Täter wurden zu maximal vierjährigen Strafen verurteilt. Thiele verbindet Motive dieser wahren Geschichten und verdichtet sie mit der Lebenskrise eines Strafrichters. So gelingt ihm erneut ein psychologischer Thriller, der von großer Nähe zu seinem Helden lebt und zugleich einen nüchternen, kritischen Blick auf die Gesellschaft wirft.

Der Jurist und Autor Markus Thiele studierte an der Georg-August-Universität in Göttingen und arbeitet seit 2000 als promovierter Rechtsanwalt. Spezialisiert auf Arbeits- und Wettbewerbsrecht, vertritt er sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer und begleitet oft mitbestimmungspflichtige Prozesse, wie Betriebsumwandlungen und Sozialplanverhandlungen. Zudem ist Thiele als Dozent im Arbeits- und Tarifrecht und Berater für Unternehmer und Unternehmen tätig. Bereits sein vorheriger Roman ‚Echo des Schweigens‘ war ein voller Erfolg.