Die verwöhnte Generation

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Text von: Marisa Müller

Die Generation Z kommt: die Arbeitnehmer von morgen. Einige von ihnen gehen noch in den Kindergarten. Doch die Ältesten sind bereits Azubis oder frisch an der Uni. Höchste Zeit also für Unternehmen, sich auf die Neuen einzustellen. Aber wie?

Fachkräfte werden rarer, und Unternehmen schauen sich um. Es muss etwas passieren, das ist allen klar. Aber wie und was? Die Mitarbeiter von morgen kennenlernen und sie für sich gewinnen, lautet die neue Ausrichtung vieler Unternehmen. Und dafür brauchen alle Informationen über die neue Arbeitnehmergeneration, die Generation Z.

Es ist wichtig, sich mit den Neuen auseinanderzusetzen. Maximal 21 Jahre alt und erst frisch im Job, ist es schwer, über sie Aussagen zu treffen. Bislang gibt es kaum Studien zum Thema.
Noch machen die sogenannten Baby Boomer einen Großteil der arbeitenden Bevölkerung aus. Wenn die sich aber in einigen Jahren mit einem Schlag aus dem Berufsleben verabschieden, muss spätestens dann die Nachfolge geregelt sein. Die jungen Jobeinsteiger profitieren von der Thematisierung rund um ihre Altersgruppe und den damit verbundenen Annahmen. Denn sie müssen sich dank wachsenden Wissens um ihre Vorlieben immer seltener erklären. Wie schon bei der Vorgängergeneration Y deutlich wurde, schadet es nicht, wenn Arbeitgeber wissen, was gewünscht ist. Denn klar ist: So theoretisch Definitionen auch sein mögen, im Kern treffen sie zu.

„Generationszugehörigkeit und Alter spielen insofern eine Rolle, als man bestimmte individual-historische Erlebnisse gemeinsam hat“, erklärt Margarete Boos, Professorin für Wirtschafts- und Sozialpsychologie an der Georg-August-Universität Göttingen. Praktisch bedeutet das für Generationen im Allgemeinen eine Menge prägender Erlebnisse und einen Zeitgeist, dem sich kaum jemand entziehen kann.

„Die Generation Z ist materiell in relativ sicheren Zeiten aufgewachsen. Kaum Armut. Viele von ihnen sind Scheidungskinder. Die Eltern haben vorgelebt, dass Jobwechsel an der Tagesordnung sind. Gleichzeitig prägen sie die Existenz von Terrorismus, die Weltwirtschaftskrise und Firmenskandale“, sagt Bernd Fritz-Kolle, Psychologe, Coach und Geschäftsführer der teneo Organisa­tionsberatung. Fritz-Kolle hat öfter mit dem Generationenthema zu tun, besonders im Rahmen seiner Tätigkeit für das TOPAS-Programm, Top-Arbeitgeber Südniedersachsen.

Dies erklärt auch, weshalb die Zs als pragmatisch gelten, in der Folge wenig idealis­tische Tendenzen aufweisen, eher anspruchsvoll, manchmal sogar egoistisch auf ihre Umwelt wirken und nach Sicherheit streben.

Näheres über die ,Digital Natives‘, wie die junge Generation außerdem genannt wird, hat Antje-Britta Mörstedt in einer breit angelegten Studie speziell für Südniedersachsen herausgefunden. Die Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der PFH Private Hochschule Göttingen hat dabei vor allem die Wünsche in Bezug auf die Arbeitswelt in den Fokus gestellt.

Eine Schatzkiste guter Ideen

Maria Eiselt, Vorstandsassistentin der Südniedersachenstiftung, erklärt, wieso das Programm TOPAS Top-Arbeitgeber Südniedersachsen die Lösung für Unternehmen sein kann, um sich auf die Zs vorzubereiten.

Top-Arbeitgeber Südniedersachen, was bedeutet das überhaupt?

Im Rahmen des Projekts TOPAS unterstützen und begleiten wir regionale Firmen beim Auf- bzw. Ausbau eines strategisch angelegten Arbeitgeber­marketings. Dabei setzen wir unseren Fokus auf die nachhaltige Mitarbeiterbindung und die erfolgreiche Mitarbeiterfindung.

Welchen Vorteil hat es, wenn man sich als Firma mit dieser Auszeichnung schmücken kann?

Sicherlich den, dass Bewerber, die vor einer Entscheidung zwischen gleichwertig guten Jobangeboten stehen, das Unternehmen auswählen, das noch eine Prise mehr zu bieten hat. Das kann ganz sicher auch das TOPAS-Label sein.

Wem würden Sie die TOPAS-Zertifizierung empfehlen?

Unternehmen, die an einem modernen Miteinander interessiert sind, die in die Zukunft schauen und die nicht abgehängt werden wollen. Dabei gehen wir individuell auf die Bedürfnisse des Einzelnen ein, um den Personal-,Nachschub‘ zu sichern.

Wovon profitieren die TOPAS-Teilnehmer neben der Urkunde noch?

Der Austausch der Teilnehmer untereinander ist schon für viele eine Art Offenbarung. Der eine hört dem anderen zu, und es entstehen Kommunikation und Verständnis für verschiedene Probleme. Eine Schatzkiste guter Ideen – sehr zu empfehlen!

Was muss man tun, wenn man Teil der TOPAS-Familie werden möchte?

Anmelden und durchstarten! Anmeldungen für die nächste Runde nehmen wir bis Anfang Februar 2016 entgegen. Auf unserer Homepage sind alle wichtigen Informationen zu finden, unter: www.geniusgoettingen.de

Vielen Dank für das Gespräch!

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