Die Repräsentative

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: Claudia Klaft

Angelika Daamen wirbt mit modernen Mitteln für den Tourismus der historischen Stadt Göttingen.

Sie vermarktet ein Produkt, von dem sie komplett überzeugt ist. Größe, Attraktivität und Historie – alles passt.

„Ich liebe die Stadt, und das kann ich in meinem Job auch leben“, sagt Angelika Daamen. Die Geschäftsführerin des Göttingen Tourismus e.V., die seit 37 Jahren hier ihre Heimat gefunden hat, ist mit ihren acht Mitarbeitern zuständig für das Tourismusmarketing der Stadt.

Was an ihrem Schreibtisch entschieden wird, geht weit über die Grenzen Göttingens hinaus. Broschüren, die auswärtige Besucher auf die Stadt aufmerksam machen sollen, Stadtführungen, durch die Touristen die Stadt wahrnehmen, und auch „Göttinger Artikel“, wie Angelika Daamen die Souvenirs lieber umschreibt, beeinflusst sie maßgeblich und prägt somit die Außenwahrnehmung der Stadt Göttingen.

Und passenderweise hat sie ihren Arbeitsplatz nicht nur zentral in der Innenstadt, sondern in ihrem touristischen Herzen – im Alten Rathaus. Dort führt sie der Weg jeden Morgen von der imposanten Eingangshalle mit den historischen Wandverzierungen durch eine Tür in den oberen Stock in ein Büro, das man dort nicht unbedingt vermutet: modern, sachlich, mit nur wenigen Accessoires, die dem Raum eine persönliche Note verleihen. Allein die auf dem Boden stehenden Bilder verraten die jahrhundertealte Steinwand, die ein Aufhängen mittels Hammer und Nagel verweigern.

Der hellgraue Schreibtisch mit Blick auf die Eingangstür ist nierenförmig gerundet. Auf der breiteren Seite stehen zwei Telefone, eines davon ist grau und das andere schwarz – wie auch die anderen Utensilien alle in schwarz das helle grau kontrastieren: Monitor, Tastatur, Lampe, Schreibtischunterlage, Ablagefächer. Einzig ein persönliches Detail durchbricht die strenge Farbgebung: ein Keramikbär mit bunten Farbtupfern – ein Geschenk, das sie mit schönen Erinnerungen verbindet.

Vier schwarze Stühle umrunden gegenüber einen ebenfalls grauen Besprechungstisch. Ein Flipchart steht bereit, alles könnte kühl und abweisend wirken, tut es aber nicht. Denn ein roter Teppichboden verleiht Farbe, „Wolken“-Lampen bringen Leichtigkeit in den Raum, und zwei Fenster sorgen den ganzen Tag für angenehme Helligkeit.

Am liebsten ist Angelika Daamen der Blick aus dem Fenster hinter ihrem Schreibtisch, denn da sieht sie das Gänseliesel als stets sichtbares Wahrzeichen für das Produkt, das sie vermarktet. Es ist ein Arbeitsplatz, um den sie – so gibt sie freimütig zu – auch oft beneidet wird. Doch viele Außentermine halten sie von ihm fern.

In ihrem Büroalltag gibt es keine Routine, jeder Tag ist anders. „Ich liebe die Vielfalt und die Herausforderungen, die mein Beruf täglich mit sich bringt“, sagt sie und wirkt dabei so offen und sympathisch, wie die Stadt, für die sie wirbt.