Die Region Göttingen hilft Japan direkt

Text von: redaktion

In Anbetracht der Katastrophe in Japan möchte die Universität Göttingen den in Not geratenen japanischen Studierenden mit einer groß angelegten Spendenaktion helfen. Um die Hilfe gezielt zu organisieren, wurde der Verein “Georgia Augusta International“ gegründet.

Auch die Göttinger Partnerhochschule, die Universität Tohoku in Sendai, wurde von dem Erdbeben hart getroffen: Viele Gebäude der Universität sind beschädigt, der Betrieb ist eingestellt, Studierende und Mitarbeiter haben Angehörige verloren oder sind derzeit ohne Zuhause.

Helmut Takahiro Uchida, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Materialphysik der Universität Göttingen und ehemaliger Student der Universität Tohoku, erlebte das Erdbeben direkt in Sendai mit. „Die Situation in der Region Tohoku rund um Sendai ist sehr schwierig“, berichtet er.

Auch die japanischen Studierenden in Deutschland sind betroffen: Ein japanischer Student an der Universität Göttingen bekommt beispielsweise keine finanzielle Unterstützung mehr aus Japan. Er benötigt umgehend ein Überbrückungsstipendium, um sein Studium fortsetzen zu können.

Um die Hilfe gezielt zu organisieren, hat die Universität Göttingen den Verein „Georgia Augusta International“ gegründet. An der Hilfsaktion beteiligen sich auch die Stadt Göttingen und zahlreiche Kooperationspartner aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Sport.

„Die Universität Göttingen und die gesamte Region sind tief erschüttert angesichts der Katastrophe in Japan. Den Studierenden und jungen Forschern in Japan, insbesondere an unserer Partneruniversität Tohoku, wollen wir bei der Gestaltung ihrer Zukunft helfen, beispielsweise mit Überbrückungsstipendien.

Außerdem möchten wir etwa 20 Studierende kostenfrei zu einer Summer School nach Göttingen einladen, wo sie sich fachlich fortbilden, aber auch von den Auswirkungen der Katastrophe erholen können“, so Hiltraud Casper-Hehne, Vizepräsidentin der Universität Göttingen für Forschung und Internationales.

Öffentliche Veranstaltungen

Unter dem Motto „Die Region Göttingen hilft Japan direkt“ werden in den kommenden Wochen und Monaten Veranstaltungen stattfinden, deren Erlös direkt den von der Katastrophe betroffenen jungen Menschen zu Gute kommt.

25. März 2011: Den Auftakt der Hilfsaktion bildet eine öffentliche Veranstaltung von 16 bis 18 Uhr in der Aula der Universität.

Die Hochschule hat ausgewiesene Japan-Kenner sowie Augenzeugen eingeladen, die zum Zeitpunkt des Erdbebens in Sendai waren. Sie werden aktuell über die Situation in Japan berichten. Als Hauptredner ist Mario Schmidt eingeplant, Asien-Experte des Norddeutschen Rundfunks.

Interessierte haben auch die Möglichkeit, persönliche Fragen zu stellen. Für den musikalischen Rahmen sorgt der Berliner Musiker Dietmar Herriger, der die traditionelle japanische Bambusflöte Shakuhachi spielt.

„Auf dieser Veranstaltung werden wir auch Spenden sammeln. Die Universität und ihre Kooperationspartner würden sich über eine rege Beteiligung sehr freuen. Jede Spende ist wichtig, und sei sie noch so klein“, betont Uwe Muuss, Leiter der Stabsstelle Göttingen International der Universität. „Im Laufe des Jahres sind weitere Aktivitäten geplant, um die in Not geratenen Studierenden wirksam und langfristig unterstützen zu können.“

3. April 2011: Zu den Veranstaltungen der Kooperationspartner gehört unter anderem ein Solidaritätskonzert des Göttinger Symphonie Orchesters (GSO) und des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen. Gemeinsam mit der Stadtkantorei Göttingen wird das GSO unter der Leitung von Generalmusikdirektor Christoph-Mathias Mueller ein Mozart-Requiem spielen. Das Konzert beginnt um 18 Uhr in der Göttinger Johanniskirche.

Weitere Aktionen

Der Geschäftsführer des Restaurants Bullerjahn, Olaf Feuerstein, wird ein Charity Dinner für bis zu 250 Personen organisieren.

Die BG Göttingen wird bei Heimspielen zu Spenden aufrufen.

Das Studentenwerk Göttingen wird in der Zentralmensa japanisches Essen anbieten und ab der kommenden Woche an seinen Kassen ebenfalls für die Hilfsaktion sammeln.

Das Messtechnikunternehmen Mahr, das auch in Japan aktiv ist, wird voraussichtlich eine Patenschaft für einen japanischen Studierenden übernehmen.

Die japanische Studierendenvereinigung „For Japan“ plant zur Unterstützung der Initiative Aktionen in der Göttinger Innenstadt, und auch die Katholische Hochschulgemeinde wird sich mit einer Benefizaktion beteiligen.

Der Verein Georgia Augusta International wird dafür Sorge tragen, dass alle Spenden direkt den Betroffenen zu Gute kommen. Über die konkrete Verwendung des Geldes entscheidet ein Komitee aus Experten der an der Hilfsaktion beteiligten Einrichtungen.

„Die Stadt Göttingen wird die Arbeit des Vereins durch eine aktive Mitgliedschaft nach Kräften unterstützen“, so Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer. „Ich freue mich über so viel Hilfsbereitschaft, vor allem den japanischen Studierenden in unserer Stadt in dieser schweren Zeit zur Seite zu stehen.“

Spendenkonto:

Sparkasse Göttingen BLZ 260 500 01
Kontonummer 15 1000 19
Stichwort „Japan 2011“

„Die Region Göttingen hilft Japan direkt“ – Kooperationspartner:

  • Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
  • Alumni Göttingen e.V.
  • BG Göttingen
  • Bullerjahn – Speise- und Schankwirtschaft im Ratskeller zu Göttingen
  • Deutsches Primatenzentrum
  • Evangelisch-lutherischer Kirchenkreis Göttingen
  • Göttinger Symphonie Orchester
  • Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK)
  • Industrie- und Handelskammer Hannover, Geschäftsstelle Göttingen
  • KWS Saat AG
  • Katholische Hochschulgemeinde
  • Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen
  • Mahr GmbH
  • Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie
  • Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin
  • Novelis Deutschland
  • Private Hochschule Göttingen (PFH)
  • Sparkasse Göttingen
  • Stadt Göttingen
  • Stadtkantorei Göttingen
  • Studentenwerk Göttingen
  • Studierendenvereinigung „For Japan“
  • THIMM – The Highpack Group
  • Universität Göttingen
  • Universitätsmedizin Göttingen
    Weitere Kooperationspartner sind angefragt.

Weitere Informationen sind erhältlich bei Tanja Falkowsky, Stabsstelle Göttingen International, Telefon (0551) 39-12482, sowie auf der Webseite der Universität Göttingen.

Darüber hinaus bieten Wissenschaftseinrichtungen bundesweit japanischen Wissenschaftlern Forschungsaufenthalte an. Daran beteiligt sind auch die Universität Göttingen, die Universitätsmedizin Göttingen, das Göttinger Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin und das Deutsche Primatenzentrum. Weitere Informationen sind auf der Webseite von Nippon Science Support zu finden.