Die neue Pforte

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Text von: Tobias Kintzel

Was lange währt, wird endlich gut: In 2014 wird auch der Startschuss für den Umbau der ehemaligen DB-Immobilie an der Güterbahnhofstraße fallen.‘ Dieser Ankündigung im Geschäftsbericht 2013 der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen mbH (GWG) folgen nun Taten.

Den Ausschreibungsunterlagen ist zu entnehmen, dass die Arbeiten für Umbau, Sanierung und Erweiterung des Zentrums Alter Güterbahnhof im GVZ in der 51. Kalenderwoche dieses Jahres beginnen sollen.

Bis Ende März des kommenden Jahres sollen zunächst die Baumaßnahmen zum Umbau des vorhandenen Schuppens zu Lagerflächen und einer Probebühne für das Deutsche Theater (DT) Göttingen abgeschlossen sein. Denn das DT steht bereits als erster, langfristiger Mieter der Immobilie fest – die Vertragslaufzeit ist auf 20 Jahre angelegt. Die Probebühne, identisch in den Ausmaßen zu der des Haupthauses, und Lagerflächen werden im Mittelteil des U-förmigen Ensembles entstehen. „Wir haben uns im Auftrag der Stadt Göttingen mit den Verantwortlichen des DT zusammengesetzt und diese Lösung erarbeitet“, erklärt GWG-Geschäftsführerin Ursula Haufe. Aus Sicht der Stadt bestand Handlungsbedarf: Die Räume der Musa im Hagenweg, die das Deutsche Theater bisher als Lager nutzte, werden von der Feuerwehr Stadtmitte bezogen.

Die Zentralisierung der Lagerflächen und die größere Nähe zum Haupthaus seien aus Sicht des DT ein logistischer Vorteil, so Haufe weiter. Der Südteil des Gebäudeensembles wird sogar bereits aktiv genutzt. Die frühere Warenumschlagshalle des Güterbahnhofs beherbergt den Gebetsraum der Al-Taqwa-Gemeinde.

„Wir hatten die stadträumlich bedeutsame Immobilie im Jahr 2012 gekauft, um die städtebauliche Initiative behalten zu können“, sagt GWGProkurist Klaus Rüffel zurückblickend, der das Projekt betreut. Den südlichen Teil verkaufte die GWG dann an den Al-Taqwa- Verein weiter, der zuvor auch Interesse am Gesamtgebäude signalisiert hatte.

„Mit der gefundenen Lösung sind alle Parteien zufrieden, und es hat sich eine partnerschaftliche, freundliche Nachbarschaft entwickelt.“ Nachdem der Aufsichtsrat der GWG das Konzept bestätigt hat, werden der Mittelteil und das im Norden gelegene Bürogebäude nun saniert und ausgebaut.

„Wir freuen uns, dass es losgeht. Die Investitionen in die beiden Gebäudeteile werden etwa 3,5 Millionen Euro betragen. Wir werden eine energetische Sanierung vornehmen“, betont Ursula Haufe. Für die Immobilie strebt die GWG ein offenes Nutzungskonzept an, das Kultur, Gastronomie, Büro- und Praxisflächen vereint, da die Ergotherapiepraxis aus dem südlichen Gebäudeteil in den Nordteil umziehen will. Im Rahmen des Verkaufs an die Al-Taqwa-Gemeinde habe die GWG seinerzeit der Praxis ein entsprechendes Angebot unterbreitet, das diese angenommen hat.

„Zum aktuellen Zeitpunkt sind wir zuversichtlich, dass wir zur Fertigstellung des Projekts eine Vollvermietung erreichen können. Vielversprechende Verhandlungen laufen bereits, weitere Anfragen können aber natürlich noch an uns herangetragen werden“, fasst Haufe zusammen. „Da keine Förderzuschüsse zu erwarten sind, müssen wir ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept auf die Beine stellen, um die Finanzierung zu gewährleisten.“ Dabei helfen wird, dass die Nachfrage stark ist – was nicht verwundert: Die Immobilie liegt optimal in der Nähe des Campus und des Bahnhofs, der Weg in die Stadt ist kurz. Die Verkehrsanbindung sowie die vorhandenen Parkplätze machen den Standort noch interessanter. So ist sich Haufe sicher, dass „wir mit der fertigen Immobilie einen positiven Beitrag zum Gesicht dieses Quartiers leisten können“.