Die Möwe von Anton Tschechow

© Deutsches Theater in Göttingen
Text von: redaktion

Kurz vor Weihnachten, am Samstag, den 21. Dezember 2013, um 19.45 Uhr feiert Intendant Mark Zurmühles Inszenierung von Anton Tschechows “Die Möwe“ im deutschen Theater in Göttingen Premiere.

Intendant Mark Zurmühle entwirft in seiner Inszenierung von Tschechows Meisterwerk ein genau beobachtetes Panoptikum von Individuen, die mit Energie und großen Hoffnungen gegen eine drohende Sinnentleerung kämpfen und in der Flucht zueinander nach Geborgenheit suchen.

Zwischen Literatur und Liebe sehnen sich die Menschen einer Sommergesellschaft in der Provinz nach einem anderen Leben. Der Lehrer ist in Mascha verliebt, die jedoch den jungen Autor Kostja begehrt. Der wiederum liebt Nina, die sich zu dem erfolgreichen Schriftsteller Trigorin hingezogen fühlt und von einer Karriere als Schauspielerin in den großen Städten träumt.

Trigorin ist mit Kostjas Mutter Arkadina liiert, die weder mit ihrer Karriere als berühmter Theaterschauspielerin hinter dem Berg hält noch mit ihrem außerordentlichen Talent, ihren Sohn bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu demütigen.

Bei der Aufführung von dessen neuem Theaterstück kommt es zum Eklat: Kostjas künstlerische Suche nach »neuen Formen« kommentiert die Mutter mit Hohn und Spott. Als Arkadina und Trigorin schließlich nach Moskau abreisen, folgt Nina den beiden, um als Schauspielerin in der Nähe ihres Geliebten zu leben.

Zwei Jahre später.

Man sitzt auf dem Landgut beim Kartenspiel zusammen, das Abendessen dampft. Kostja hat sich inzwischen einen Namen als Schriftsteller machen können und veröffentlicht seine Texte erfolgreich, wenn auch freudlos. Da steht ihm plötzlich Nina, gänzlich verändert, wieder gegenüber.

Der russische Autor und Arzt Anton Tschechow wirft einen humorvollen Blick auf das Beziehungsgeflecht von Menschen, die zwischen dem Leerlauf der Alltäglichkeit und der Sehnsucht nach Veränderung nach dem Nutzen ihrer Existenz fragen.

1896 uraufgeführt, entblättert Tschechows Komödie einen Reigen des Egoismus‘, der die strukturellen ökonomischen Umbrüche der Jahrhundertwende beklemmend dicht an unsere heutige Zeit heranrückt, in der Gewinnorientierung und Entschleunigung stetig gegengerechnet werden.