Die Kultur wird erforscht

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Text von: redaktion

Das Publikum in den Kultureinrichtungen - wer ist das eigentlich? Und wo sind die anderen, die man nie in einer Kulturveranstaltung sieht? Für die Beantwortung dieser Fragen wird im Mai eine groß angelegte Befragung des Publikums in den Kultureinrichtungen durchgeführt.

Der Landschaftsverband Südniedersachsen will damit den Fragen der Nutzung des kulturellen Angebots auf den Grund gehen. Denn von den Besuchern hängen auch Eintrittseinnahmen ab und vor allem die Rechtfertigung für den Erhalt von Fördermitteln.

In einem ersten Schritt wird das Kulturangebot erfasst. „Natürlich sind uns alle wichtigen Kultureinrichtungen in der Region schon bekannt“, erläutert Projektbetreuerin Annika Jühne. „Aber wir brauchen zunächst einen systematischen Überblick, um dann die nächsten Schritte anzugehen.“

In enger Zusammenarbeit mit vielen Kultureinrichtungen folgt im Mai eine groß angelegte Befragung des Publikums in den Kultureinrichtungen. Dabei werden Alter und Wohnort erfragt und auch, wie man von diesem Angebot oder dieser Veranstaltung erfahren habe.

Noch interessanter ist jedoch, etwas von denen zu erfahren, die man nicht in den Kultureinrichtungen antrifft. Was muss geschehen, damit diese zu Kulturbesuchern werden? Dazu gibt es bereits einige wissenschaftliche Untersuchungen, erklärt Susanne Keuchel. Sie arbeitet am Zentrum für Kulturforschung in Bonn und ist mit der wissenschaftlichen Beratung und Auswertung des Projekts beauftragt.

Olaf Martin, Geschäftsführer des Landschaftsverbandes, sieht das Projekt in einem größeren Zusammenhang: „Südniedersachsen ist vom Bevölkerungsrückgang besonders betroffen. Spielt Kultur für die Menschen eine Rolle, wenn sie überlegen, hierher zu ziehen oder eine Familie zu gründen? Gehört das zur Lebensqualität dazu?“ Daher werden die Ergebnisse auch für Kommunalpolitiker von Interesse sein.

Seitens der Stadt Göttingen wird zeitgleich eine ergänzende Kulturentwicklungsplanung durchgeführt.

Das Land Niedersachsen unterstützt den Landschaftsverband bei der Kulturforschung mit einem Zuschuss in Höhe von 46.000 Euro. Dort möchte man sehen, ob sich solche Befragungen in abgewandelter Form auch landesweit durchführen ließen.