Die Hilfe-Falle

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Text von: Marisa Müller

Ein Freund, der dir bei der Bewerbung hilft, ist schön und gut. Doch nicht jeder Ratschlag sollte ungefiltert angenommen werden.

Bewerbungen, eine Notwendigkeit, um die kein Absolvent herumkommt. Ergo kann das schon mal lange Tage am Schreibtisch bedeuten. Recherche, Unterlagen sortieren, die richtigen Worte finden, sich selbst so gut wie möglich ‚vermarkten‘ – das liegt dem einen mehr, demanderen weniger. Anschließend lesen der Bruder und die beste Freundin die kreativen Ergüsse, und dann kommt’s: Ein besserwisserisches „Das geht aber ganz anders!“ Ein verletzendes „Damit findest du nie einen Job!“ Ein unheimlich gemeines „Hast du wirklich soooo wenig gemacht?“ Oder auch: „Ich persönlich würde aber …“ Schön, dass alle anderen eine Meinung über dich haben. Doch hilft dir das wirklich weiter? Nein, natürlich nicht! Das Einzige, was dich retten kann, ist der Glaube an dich selbst. Wenn du das beachtest, kannst du die Kritik anderer besser analysieren und zu deinen eigenen Schlüssen kommen. Mach dich nur nie kleiner, als du bist, denn das merken irgendwann auch die Personaler.

Der Besserwisser

Er will nicht wirklich helfen. Er hat schon Erfahrungen mit Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen gemacht und deshalb den vermeintlich absoluten Plan davon, wie es seiner Meinung nach ,immer‘ läuft. Wenn du nicht nach seiner Pfeife tanzt und seine Erfahrungen adaptierst, ist er häufig selbst beleidigt oder wird dir gegenüber beleidigend. Tipp: Mach dir klar, dass du deine eigenen Erfahrungen machen musst. Die theoretische Hilfestellung ist zwar lieb gemeint, aber da du dich sowieso auf ganz andere Jobs bewirbst, muss sich auch die Vorbereitung auf die Bewerbung unterscheiden.

Der (zu) Verständnisvolle

Er kann immer voll und ganz nachvollziehen, dass dein Leben gerade eine Einbahnstraße zu sein scheint. Auch, dass du keine Lust auf Bewerbungen hast und du dich vermutlich auf diese eine Stelle gar nicht erst bewerben brauchst, weil du ja die Anforderungen nicht ganz erfüllen würdest. Mitjammern ist seine Stärke, Stärke zeigen hingegen nicht. Tipp: Wenn du Beistand brauchst, ist der Verständnis volle genau der richtige Typ. Zugleich bringt dich diese Person aber nicht vorwärts. Nur aus eigenem Antrieb kannst du etwas erreichen. Das gilt auch für deinen Traumjob. Also, lass dich nicht runterziehen!

Der Neidhammel

Er missgönnt dir jeden noch so kleinen Erfolg. Sobald du besser, erfolgreicher oder schneller bist als er selbst, kann er das schlecht ertragen und redet dich klein. Die Firma ist Mist, die Bezahlung mies, der Ort öde – irgendwas fällt ihm schon ein. Und leider ist er damit sogar oft überzeugend. Tipp: Sieh deine Erfolge ungefiltert. Sei ehrlich zu dir selbst. Sei dir klar über das, was du wirklich willst.

Der perfekte Freund

Er ist Freund und Kritiker. Er ist jemand, der dir vertraut ist, unange nehme Wahrheiten ausspricht, aber mit dir gemeinsam eine Lösung sucht. Er unterstützt dich und lässt dir deinen Freiraum für Entscheidungen und Entfaltung. Du wirst 500_Kilometer weit wegziehen, aber dafür wartet dort der perfekte Arbeitgeber auf dich? Dann wird er dir nicht im Weg stehen, sondern dir beim Umzug helfen. Tipp: Niemals loslassen, ,Danke‘ sagen und das Gleiche auch für ihn tun!