“Die Freiheit“

© Dimitrios-Anastassakis
Text von: redaktion

Das Literaturfest Niedersachsen – veranstaltet von der VGH-Stiftung in Zusammenarbeit mit den VGH-Regionaldirektionen und Mitveranstaltern vor Ort – lädt am Mittwoch, 12. September 2012, Marlene Streeruwitz und Benjamin Stein mit ihren Utopien zur Neubesichtigung von George Orwells Überwachungsklassiker “1984“ ins Alte Rathaus Göttingen.

Kaum ein Monat vergeht ohne Diskussionen über Datenlecks und Datenklau, ohne Abhörskandale und die Frage, wie gläsern die Gesellschaft ist, in der wir alle leben.

Wie richtig lag also George Orwell, als er 1948 seinen Klassiker „1984“ auf den Markt brachte – seine Vision vom großen Bruder, dem keine Regung seiner Bürger entgeht?

Das Literaturfest Niedersachsen hakt am 12. September 2012 ab 20 Uhr im Alten Rathaus Göttingen nach.

Unter dem Titel „Im Visier“ liest Schauspieler Hannes Hellmann eine Passage aus Orwells düsteren Zukunftsvisionen und macht dann die Bühne frei für die Perspektiven der Gegenwart – für aktuelle Blicke auf das, was uns durch technischen Fortschritt und politische Verschiebungen in nicht allzu fernen Tagen blühen könnte.

Literaturprofessor Georg Lauer spricht mit zwei Autoren, die ihre herausfordernden, kontroversen Texte mitbringen: Marlene Streeruwitz, von Kritikern und Lesern wegen ihrer unkonventionellen, schonungslosen Prosa bewundert, hat in ihrer „Schmerzensmacherin“ eine ominöse Sicherheitsgesellschaft entworfen, in deren Fängen sich ihre Protagonistin verfängt.

Und Benjamin Steins Roman „Replay“ erzählt von einer nahen Zukunft, in der raffinierte technische Implantate den Menschen jederzeit virtuelle Freuden spenden – und sie gleichzeitig perfekt kontrollierbar machen.

Im ganzen Land

In 25 Veranstaltungen geht es vom 6. bis zum 23. September 2012 im ganzen Bundesland um einen Begriff, der sehr viel mehr ist als nur ein großes Wort: „Die Freiheit“ erkundet das Literaturfest Niedersachsen, das wie immer von der VGH-Stiftung veranstaltet wird.

Auch in seinem siebten Jahr werden die unterschiedlichsten Facetten aufgegriffen und mit großer Besetzung inszeniert: Autoren wie Alain Claude Sulzer und Marlene Streeruwitz tun sich mit bedeutenden Schauspielern zusammen, um politische und persönliche Freiheiten aufzustöbern und zu hinterfragen, um die Freiheit der Natur, der Religionen und der ganz persönlichen Entscheidungen zu umspielen und zu feiern.

Charles Brauer, Heikko Deutschmann und Hanns Zischler sind ebenso mit von der Partie wie Synchronstar Christian Brückner.

Im Hubschraubermuseum und auf der Inselfestung Wilhelmstein, im Celler Schloss und im Amtsgericht Bremerhaven erlebt das Publikum Lesungen, Diskussionen, Musik und Gedanken – vor allem aber das Glück der großen Freiheit.

Das Literaturfest Niedersachsen wird veranstaltet von der VGH-Stiftung in Zusammenarbeit mit den VGH-Regionaldirektionen und Mitveranstaltern vor Ort.

NDR Kultur begleitet das Literaturfest Niedersachsen als Kulturpartner.