Die Brust in guten Händen

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: redaktion

Kein Institut für Brustkrebsfüherkennung in Europa verfügt derzeit über eine so umfassende Ausstattung an neuesten technischen Geräten wie das Diagnostische Brustzentrum am Göttinger Bahnhof.

Mit einem sogenannten Brust-CT ist seit Mai nun auch der letzte ‚Mosaikstein‘ für eine komplette Untersuchungsstrategie eingefügt worden, die allen Frauen – je nach individuellen Voraussetzungen – eine optimale Brustkrebsfrüherkennung gewährleistet. Doch was bedeutet dies im Einzelnen? Das Herzstück der bildgebenden Brustdiagnostik stellen zwei Ganzkörpermagneten mit jeweils angepasster Brustspulenoberfläche dar, wobei ein System eher für kleinere und mittlere, das andere eher für große Brüste optimiert wurde. „Diese sogenannte Mamma-MRT, auch Kernspintomografie der Brust, stellt weiterhin das aussagekräftigste und zuverlässigste Verfahren zur Früherkennung von Brustkrebs dar“, erklärt Uwe Fischer, Radiologe und Mitbegründer des Göttinger Brustzentrums. „Es arbeitet ohne Röntgenstrahlen und ,Gequetsche‘ der Brust.“ Brustkrebs kann hiermit ab einer Größe von drei bis vier Millimeter entdeckt werden.

Doch nicht alle Frauen müssen in die MRT. So steht für die Mammografie schon seit Jahren ein digitales Vollfeldgerät zur Verfügung, mit dem dosisreduziert Röntgenaufnahmen von jeder Brust in ein oder zwei Ebenen angefertigt werden können. „Allerdings ist die Aussagekraft der Röntgenmammografie bei Frauen mit einer dichten Brustdrüse drastisch eingeschränkt“, erläutert Friedemann Baum, Fachkollege und ebenfalls Mitbegründer des Zentrums, den Grund, warum Weiterentwicklungen dieses Verfahrens notwendig wurden. Einen ersten Schritt in diese Richtung stellte der Einsatz von Kontrastmitteln in der Mammografie dar. Ein entsprechendes Kontrastmittel- Spektral-Mammographie-Gerät sei im Brustzentrum bereits seit etwa drei Jahren in Betrieb, so Baum, und die Ergebnisse seien deutlich besser.

Ohne den Einsatz eines Kontrastmittels konnte die Mammografie in Form der sogenannten Tomosynthese optimiert werden, bei der der Strahlerkopf während der Aufnahme bewegt wird und in der Folge dünne Zwischenschichten der Brust erzeugt werden. Diese Tomosynthese ergänzt daher seit 2013 die Mammografie bei dichten Brüsten am Göttinger Bahnhof. Das neue Brust-CT, das Anfang Mai installiert wurde, führt nun die Vorteile der Kontrastmitteltechnik und der Tomosynthese in einem Gerät zusammen: In Bauchlage können Einzelschichten der Brust von wenigen Millimetern dargestellt und in allen Ansichten rekonstruiert werden. „Dadurch wird die Diagnostik noch präziser“, sagt Fischer. Und natürlich gehört auch der Ultraschall zu einer effektiven Brustdiagnostik. „Dieser ist zwar weniger für die zuverlässige Früherkennung von Brustkrebs geeignet“, so der Radiologe, „erlaubt aber wichtige Zusatzinformationen bei unklaren Tast- oder Mammografiebefunden, und er schließt eine diagnostische Lücke bei Frauen unter 40 Jahren, die primär nicht mammografiert werden sollten.“

Im Brustzentrum kommen daher zwei leistungsstarke Brust-Ultraschall- Scanner mit allen etablierten Untersuchungstechniken wie Panoramablick und 3-D-Technik zum Einsatz. Die regelmäßige Doppelbefundung der Bilder durch mehrere Ärzte wird ergänzt durch zusätzliche computergestützte Auswerte- Systeme (CAD) für die Mamma- MRT und die Mammografie. „Sie ersetzen natürlich nicht das ärztliche Auge, bieten jedoch eine weitere Komponente in der Befundsicherheit“, sagt Baum. Und was, wenn ein auffälliger Befund nachgewiesen wird? „Dann erfolgt eine Abklärung in Form einer ambulanten Gewebeentnahme“, sagt der Facharzt. „Bei uns wird keine Frau mit einem unklaren Tumor primär zum Operateur geschickt.“ Unklare Befunde würden abgeklärt und anschließend histologisch untersucht. Unnötige Operationen würden hierdurch vermieden. Das Brustzentrum am Bahnhof bietet damit ein diagnostisches Komplettpaket, das allen Anforderungen einer hochwertigen Brustdiagnostik gerecht wird.