Der zweite Streich ist perfekt!

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Text von: redaktion

Am 22. März 2015 empfing die BG Göttingen den FC Bayern München in der ausverkauften Sparkassen Arena. In einem intensiven Spiel entschieden die Veilchen die Partie mit 63:59 für sich. Die Gäste aus München hatten in der zweiten Halbzeit große Probleme mit ihrer Wurfquote und trafen nur sechs von 29 Feldversuchen.

Die Göttinger starteten mit Khalid El-Amin, Acha Njei, Alex Ruoff, Dominik Spohr und Raymar Morgan in die Partie. Dass die Münchner in Göttingen die Heimniederlage aus dem vergangenen Oktober wettmachen wollten, spürte man von der ersten Minute auf dem Parkett. Der FC Bayern München legte einen fulminanten Start aufs Parkett und überlief die Veilchen mit einem 0:10-Lauf. Head Coach Johan Roijakkers musste handeln und nahm nach knapp vier Minuten seine erste Auszeit. Mit neuen Kräften auf dem Parkett fiel dann auch endlich der erste Göttinger Korb. Khalid El-Amin bediente Raymar Morgan, der nach vier Minuten die ersten Zähler markierte. Robert Kulawick, der nach dem Time Out für Acha Njei kam, legte aus der Ferndistanz nach und konnte den anschließenden Versuch von David Godbold aus der Ferndistanz mit einem Tip-In abschließen. So kamen die Veilchen den Gästen immer näher und legten selbst einen starken 11:5-Lauf aufs Parkett.

Nach zehn Minuten ging es mit 15:19 in die Viertelpause. In den zweiten zehn Minuten kamen die Veilchen besser ins Spiel und holten sich durch Treffer von Harper Kamp und Robert Kulawick zum ersten Mal die Führung im Spiel. Nach Treffern von Khalid El-Amin und Raymar Morgan gelang es dem Göttinger Team jedoch nicht weiter zu punkten. Diese schwächere Phase nutzte der deutsche Meister eiskalt aus. Die Göttinger ließen sich beeindrucken und fanden nicht mehr in ihren Rhythmus.

Erst zwei Minuten vor der Halbzeit punktete Raymar Morgan von der Freiwurflinie. Der FC Bayern München blieb weiter kaltschnäuzig und schaffte es, so seine Führung auf 14 Punkte auszubauen. Mit einem 25:39-Rückstand ging es für die BG Göttingen in die Pause. Nach dem Seitenwechsel eröffnete Robert Kulawick mit seinem Dreier die Partie und die Veilchen legten direkt nach. Khalid El-Amin fand David Godbold, der für den nächsten Korberfolg sorgte. Bei den Einwürfen sind die Veilchen schon in der gesamten Saison gefährlich. Dies stellte Khalid El-Amin erneut unter Beweis. Mit einem Alley-Oop-Anspiel auf Raymar Morgan klingelte es erneut bei den Gästen. Im Anschluss verworfen beide Teams ihre Versuche. Erst nach gut fünf Minuten konnte Captain David Godbold mit seinen zwei erfolgreichen Freiwürfen für die nächsten Zähler sorgen. Den Knoten gelöst, legte die Kombination Alex Ruoff auf Harper Kamp nach und ließ Svetislav Pesic beim Stand von 36:42 keine andere Chance, als ein Time-Out zu nehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte nur Bryce Taylor mit seinem Dreier für die Münchner im dritten Viertel punkten. Nach der kurzen Unterbrechung legte das Duo von zuvor wieder los. Diesmal bediente Harper Kamp seinen Teamkollegen, der für die Göttinger punktete.

Am Ende des Viertels hielt Raymar Morgan die Veilchen weiter im Spiel und brachte das Team bis auf zwei Punkte an die Gäste aus der bayrischen Hauptstadt heran (42:44). Die Münchner trafen im dritten Viertel nur zwei ihrer 15 Versuche. So versprach das letzte Viertel Spannung pur. In der ausverkauften Sparkassen Arena hielt es keinen mehr auf seinem Sitz. Raymar Morgan eröffnete die Punktejagd in den letzten zehn Minuten und auf Seiten der Münchner wurde Dusko Savanovic zur leittragenden Figur. Der Serbe konnte selbst einen freien Halbdistanzwurf nicht versenken und kam Ende auf zwei Korberfolge bei 18 Versuchen. Im Gegenzug bestrafte die Göttinger Nummer Acht den Fehlversuch mit den nächsten Punkten und seinem erfolgreichen And-One. Raymar Morgan brachte so sein Team erneut in Führung. Ab dann ging es munter hin und her. Zuerst holte Alex Ruoff die Führung an der Freiwurflinie zurück, ehe Raymar Morgan aus der Halbdistanz punktete. In der Crunchtime drehte auch Khalid El-Amin auf und besorgte mit seinem Treffer die 53:50-Führung für die Göttinger.

Die Vorentscheidung hatte Dominik Bahiense de Mello auf der Hand. Sein Versuch aus der Ferndistanz wollte jedoch nicht in den Korb fallen und sprang wieder heraus. Im Gegenzug konnte Bryce Taylor mit einem Dreipunktspiel ausgleichen. Doch die Göttinger behielten in den letzten Minuten des Spiels ihre Nerven und konnten angeführt von Khalid El-Amin den zweiten Sieg gegen den amtierenden deutschen Meister einfahren.

Stimmen zum Spiel

Svetislav Pesic (Head Coach FC Bayern München): „Gratulation an Göttingen. Insbesondere die zweite Halbzeit hat gezeigt, dass die Göttinger Mannschaft an sich geglaubt hat. Wir haben eine solide erste Halbzeit gespielt. Sie war nicht die Beste, aber es war okay. Nur 19 Punkte in der zweiten Hälfte zu erzielen, ist schon sehr schwierig zu akzeptieren. Im Basketball kann viel passieren, aber mit dem soliden, nicht perfekten Spiel in der ersten Halbzeit war zu erwarten, dass wir in der zweiten Halbzeit mindestens gleichwertig auftreten werden. Göttingen hat nicht aufgegeben, gekämpft und immer daran geglaubt, dass sie gewinnen können. Im Gegensatz haben wir in der Offense 15 Dreier im zweiten Viertel geschossen und nur einen getroffen. Dies ist jedoch nicht entscheidend für den Ausgang der Partie. Göttingen hat in der zweiten Halbzeit besser gespielt, in der Defense besser gestanden und mit weniger Respekt als in der ersten Halbzeit agiert. In der zweiten Halbzeit haben wir einfach nicht mehr getroffen. Man kann hier philosophieren, um neue Details zum Spiel zu finden. Heute haben wir in den entscheidenden Momenten nicht getroffen und ich glaube, dass war ein Punkt, den Göttingen noch mehr an den Sieg glauben ließ. Noch einmal Gratulation an Coach und die BG.“

Johan Roijakkers (Head Coach BG Göttingen): „Danke für die Glückwünsche. Ich bin mit dem gesamten Spiel zufrieden. In der ersten Hälfte waren wir 17 Minuten im Spiel. In den letzten drei Minuten waren meine Spieler müde und in dieser Zeit haben uns die Münchner für unsere Fehler bestraft. Ich glaube, da hat mir ein Time Out gefehlt. In der Halbzeit habe ich zu meinen Jungs gesagt, entweder wir verlieren mit 40 Punkten oder wir nehmen den Kampf an. Das zeigt die Mentalität meiner Spieler, auf die ich sehr stolz bin. Das ist wirklich unglaublich. Insbesondere die Verteidigungsleistung, die wir nach Tübingen immer wieder steigern konnten, hat mir sehr gut gefallen. Doch wir müssen auch realisieren, dass was dieses Jahr in Göttingen passiert, schwierig wird zu wiederholen.“

Spielerstatistiken

Ruoff (7 Punkte/ 8 Rebounds/ 5 Assists), El-Amin (10/3/5), Morgan (20/8), Spohr (-/1), Njei (-), Godbold (4/8/3), Bahiense de Mello (2/4), Kulawick (11/4), Kamp (9/3/2)