Der Wohlfühl-Faktor

© Entscheider Medien GmbH
Text von: redaktion

Die Göttinger Händel-Festspiele stärken die regionale Wirtschaft – das zeigen die Ergebnisse einer Studie der Uni Göttingen.

Nicht mehr lange, dann steht Göttingen für zwei Wochen wieder ganz im Zeichen der internationalen Händel-Festspiele. Vom 2. bis zum 13. Mai 2008 werden in der Leinestadt und ihrer Umgebung wieder etliche Werke des genialen Komponisten zu erleben sein.

Doch ist das Musikereignis nicht nur ein Ohrengenuss, es stellt zugleich einen Wirtschaftsfaktor dar. Die Festspiele sind ein Kulturmagnet mit großer Strahlkraft: Die Händel-Liebhaber reisen teils von weit her an, um das hochkarätige Programm unter der musikalischen Leitung von Nicholas McGegan nicht zu verpassen. Und natürlich lassen sie auch den ein oder anderen Cent in Göttingen.

Das Geographische Institut der Universität Göttingen hat nun eine empirische Studie im Auftrag der Händel-Gesellschaft vorgelegt, aus der deutlich wird, in welchem Maße Händels Musik positiven Einfluss auf den Wirtschaftsstandort Göttingen haben kann. Als Datengrundlage diente eine Befragung von Mitgliedern der Händel-Gesellschaft und den Besuchern der Konzerte im vorigen Jahr.

Insgesamt interviewten Studierende 417 Konzertbesucher. Dabei stellte sich heraus, dass rund 52 Prozent der Händel-Begeisterten nicht aus Göttingen stammen, sondern von außerhalb angereist sind. Ein großer Teil der auswärtigen Besucher kommt aus den umliegenden Postleitzahl-Regionen des Landkreises Göttingen. Nicht zuletzt reisen zehn Prozent der Gäste aus dem Ausland an, haben die Geographen der Universität Göttingen festgestellt. Diese kommen vor allem aus Großbritannien und den USA, vereinzelt auch aus der Schweiz, Irland, Australien, Italien, den Niederlanden und Russland. 89 Prozent aller Festspiel-Besucher gaben außerdem an, ausschließlich wegen der Händel-Festspiele nach Göttingen gereist zu sein.

Eine wichtige Frage ist, wie lange sich die Konzertbesucher in Göttingen aufhalten. Hier ergab die Studie, dass rund ein Viertel aller auswärtigen Festspiel-Besucher drei Tage lang in Göttingen verweilt; rund 20 Prozent kommen für einen Tag. Neun Prozent zieht es für fünf Tage in die Leinestadt, und 18 Prozent bleiben ganze sechs Tage oder länger. Den meisten Gästen dürfte damit noch ein wenig Zeit für einen kleinen Stadt- oder Einkaufsbummel bleiben. Während viele (rund 26 Prozent) der angereisten Besucher bei Freunden oder Bekannten unterkommen oder nur einen Tag bleiben, übernachten immerhin über die Hälfte der angereisten Besucher während ihres Aufenthaltes in Göttinger Hotels.

Weiterhin ergab die Studie, dass die Mehrzahl der Festspiel-Besucher über ein respektables Einkommen verfügt. Um die 36 Prozent der Besucher erklärten, über ein monatliches Haushaltseinkommen zwischen 2.000 und 5.000 Euro zu verfügen. Weitere zwölf Prozent haben mehr als 5.000 Euro monatlich zur Verfügung. Finanzkräftige Gäste mit einem hohen „Wohlfühl-faktor“: Über 85 Prozent aller Befragten bewerteten die Atmosphäre der Stadt mit einem „gut“ oder „sehr gut“.

Text: TANJA UHDE

Der Händel-Club

Der Händel-Club will die Unterstützung für die Festspiele auf ein breiteres Fundament stellen. Er richtet sich nicht nur an Opernfreunde, sondern an alle, die sich für die Region und deren Attraktivität einsetzen. Es gibt zwei Möglichkeiten der Förderung: das Paket „Händel-Freund“ für 500 Euro, zu dem unter anderem die bevorzugte Kartenbestellmöglichkeit für Oper und Oratorium gehört; und das Paket „Händel-Liebhaber“ für 1.500 Euro, das neben den Leistungen des Pakets „Händel-Freund“ u.a. eine Einladung zum Essen mit dem künstlerischen Leiter Nicholas McGegan enthält.