Der Sportlich-Komfortable

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: Sebastian König, redaktion

Mahr-Geschäftsführer Ulrich Kaspar und der Porsche Cayenne Hybrid – zwei Schwaben unter sich

Porsche und Hybrid – was auf den ersten Blick als ungewohnte Kombination erscheint, findet im Cayenne S Hybrid eine gelungene Symbiose.

Besonders im Stadtverkehr wird der Unterschied zum Benzin- oder Dieselmodell deutlich: Beim Anbremsen auf eine Ampel fällt die Nadel des Drehzahlmessers schlagartig auf Null. Jetzt übernimmt der 47-PS-Elektromotor.

„Ein Motorengeräusch ist im Stand nicht zu hören“, bemerkt Tester Ulrich Kaspar, seit 1. August Geschäftsführer der Carl Mahr Holding GmbH.

Bei sachtem Anfahren bringt der Elektromotor das mächtige SUV allein in Fahrt. Erst bei höheren Geschwindigkeiten oder beim ‚Kick-down’ schaltet sich der 333 PS starke Benzinmotor dazu. Die volle Leistung testet Kaspar auf einer verregneten, aber freien Autobahn 38 und hat sichtlich Vergnügen:

„Fahrspaß ist mir enorm wichtig, da ich fast alle Fahrten selbst erledige. Außerdem brauche ich für lange Touren einen gewissen Komfort.“

Letzteres vermitteln dem gebürtigen Schwaben vor allem die komfortablen Sitze, der große Innenraum sowie die Bedienelemente an Armaturenbrett und Lenkrad.

Obwohl sich der Fahrer im Porsche diversen Knöpfen gegenüber sieht, fällt die Orientierung leicht, wie Kaspar unterstreicht: „Man gewöhnt sich sehr schnell daran, und die sportlichen Armaturen mit Wipp- bzw. Druckschaltern lassen sich gut bedienen.“

Neben Spaßfaktor und Komfort spielt vor allem die Alltagstauglichkeit für ihn eine entscheidende Rolle. Diese muss der Cayenne auch sogleich auf einem Parkplatz an der A38 unter Beweis stellen. Eine auf zwei Meter verengte Zufahrt zum Pkw-Bereich stellt den Fahrer mit dem knapp 1,94 Meter breiten SUV vor eine knifflige Aufgabe.

Die Lösung im Cayenne ist einfach, dank Abstandsmessern vorn und hinten lässt er sich problemlos durch die enge Passage manövrieren. „Für mich sind Abstandsmesser eine der besten Erfindungen überhaupt und in großen, unübersichtlichen Fahrzeugen unverzichtbar.“

Sein Cayenne-Highlight ist allerdings der Touchscreen, über den sich die Musikanlage, das Mobiltelefon und das Navigationsgerät steuern lassen. „Ich mag Touchscreens, denn mit Knöpfen artet die Bedienung schnell in Fummelei aus.“

Hier sieht Kaspar eine Parallele zum Geschäft: „Das ,User Interface‘ ist auch bei unseren Maschinen ein immer wichtiger werdender faktor.“ Während langer Autofahrten benötige er vor allem das Telefon und das Navigationsgerät, dessen Bedienungstest der Cayenne bravourös besteht. Das Ziel ist leicht über den Touchscreen einzugeben, obwohl die virtuelle Tastatur nach dem Alphabet und nicht wie die gewohnte PC-Tastatur aufgebaut ist. Dafür läuft die Streckenberechnung blitzschnell.

Das Fazit für den Innenraum inklusive Design: Er überzeugt.

Und auch die Außenansicht erhält Lob. „Die Form des Cayenne gefällt mir persönlich sehr gut, weil sie sich von anderen abhebt.“ Auf die Hybridtechnik angesprochen, verrät Kaspar, dass er sich beim Cayenne wohl eher für die Dieselvariante entscheiden würde, da sie seinen Ansprüchen mehr entgegenkomme.

Rein beruflich hat der neue Mahr-Geschäftsführer die Hybridtechnik aber fest im Blick. „Wir beobachten die Entwicklung hin zu Elektroantrieben genau, denn der Wegfall des Verbrennungsmotors von heute auf morgen würde uns in extreme Bedrängnis bringen.“

Die Zahlen verdeutlichen das, denn Mahr liefert circa 70 Prozent seiner Messtechnik-Produkte an Automobilhersteller und deren Zulieferer. Eine Abhängigkeit, die zwei Seiten hat.

„Zum einen hat uns die Krise hohe Verluste beschert, aber jetzt profitieren wir vom Aufschwung.“ Dennoch hat sich Kaspar zum Ziel gesetzt, die Abhängigkeit durch Investitionen in andere Industrien wie zum Beispiel Windkrafträder, Luftfahrt und Medizintechnik abzubauen. Außerdem will er das Familienunternehmen zu weiterem Wachstum führen.

„Wir sind mit 1.400 Mitarbeitern weltweit schon sehr gut aufgestellt, aber momentan liegen wir bei den Marktanteilen nur auf Rang drei.“

Die Chancen sieht er dank des gefestigten Mitarbeiterstammes und eines bereits erfolgreich gestarteten Konzepts zur Flexibilisierung der Produktion und des Auftritts am Markt als Applikationsspezialist positiv.

Erreicht Kaspar mit Mahr die gesteckten Ziele, wäre dies bei der Auswahl des nächsten Firmenwagens gewiss ein gewichtiges Argument. „Dann käme auch der Cayenne in die engere Wahl, dessen Gesamtpaket mich überzeugt.“

Porsche: Modell Cayenne S Hybrid / 3,0 Liter V6 mit Hybridantrieb / Hubraum 2.995 cm3 / Höchstgeschwindigkeit 242 km/h / Von 0 auf 100 in 6,5 Sekunden / Durchschn. Verbrauch (100 km) 8,2 Liter / Preis ab 78.636 Euro

Ulrich Kaspar: Geboren 1957 / Familienstand: verheiratet, ein Sohn / Erstes Auto: Ford Taunus / Aktuelles Auto: Audi A6 Allroad / Traumauto: Mercedes AMG

Mit freundlicher Unterstützung des Porsche Zentrum Göttingen