Der Pragmatiker

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Text von: redaktion

Für Hartwig Gellert ist sein Büro nur Arbeitsstätte – genau wie sein Schreibtisch.

Sowohl der Schreibtisch als auch das ganze Büro von Hartwig Gellert, der seine Firma Gellert Küchen zentrum & Bad-Design vor einem Jahr an seinen Sohn Carsten übergeben hat, überraschen. Beide wirken völlig bescheiden. Der 65-Jährige wolle mit seinem Büro nicht repräsentieren, sagt Gellert dazu. „Mein Büro ist lediglich eine funktionelle Arbeitsstätte. Wichtiger als repräsentative und teure Einrichtung sind mir die Dinge, die hier passieren“, beschreibt er seine Einstellung. An seinem Schreibtisch treffe er Entscheidungen, die vor sich herzuschieben reine Zeitverschwendung sei. Seit den Anfängen seiner Unternehmer- Karriere im elterlichen Betrieb hält es Hartwig Gellert so: Schreibtisch und Büro müssen möglichst pragmatisch sein.

So ist sein Schreibtisch ausladend, und auch rundherum gibt es viel Platz. Außer seinem stehen noch vier weitere Stühle für Besprechungen bereit. Neben einem Telefon finden sich Bürobedarf wie Stifte und Schere, eine Schreibtischunterlage und ein Flachbildschirm auf der großen weißen Platte. Auf den zweiten Blick fallen noch zwei identische Taschenrechner älteren Baujahrs auf. „Der Computer ist jedoch mein wichtigstes Arbeitsgerät“, so Gellert. In den Regalen an den Wänden stehen unzählige Akten. Da sich der Unternehmer nicht nur um Küchen und Bäder, sondern seit sechs Jahren auch über seine Baugesellschaft um Denkmalschutz, die Sanierung und den Neubau von Gebäuden kümmert, werden seine Tage im Büro oft sehr lang. Nicht selten sitzt er noch um 23 Uhr an seinem Schreibtisch. Vielleicht finden sich auch deshalb Fotos von seinen Kindern neben dem Computerbildschirm. Auf die Frage, ob er bei den vielen Aufgaben Stress empfinde, reagiert Gellert gelassen: „Ich lasse Stress nicht zu, da ich nur Dinge tue, die mir und anderen Freude machen. Ich habe Spaß an dem, was ich mache.“

Auf dem Weg nach draußen fällt dann – außer den Familienfotos – noch etwas sehr Persönliches ins Auge: Das Logo des RSV Göttingen 05 steht in einem Regalfach. Darauf angesprochen sagt Hartwig Gellert: „Mein Engagement für den Sport ist auch etwas, das mir Freude macht. Ich sehe das als eine soziale Aufgabe, als eine Verpflichtung. Mit Fußball können wir die Jugendlichen von der Straße holen.“Tobias Kintzel, Foto: da Silva