Der Perfektionist

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: Marco Böhme

Manager Klaus von Stumberg widmet sich permanent dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess – privat und demnächst bei Novelis in Zürich.

Klaus von Stumberg weiß, was er will.

Der 46-jährige Novelis-Manager macht das dem Fotografen gleich klar – freundlich, aber bestimmt: „Ich stelle mir das Bild schwarz-weiß und ,pixelig‘ vor – alles andere ist langweilig.“

Mit diesem klaren Fokus macht das Göttinger Urgestein im Sommer einen beruflichen Schritt nach vorn und zieht mit seiner Familie nach Zürich – dem Sitz der europäischen Novelis-Zentrale.

Seine neue Rolle ist die des CI-Direktors Europa, und damit ist er für das Continuous Improvement (CI), also den kontinuierlichen Verbesserungsprozess, von zwölf Werken zuständig. „Ich werde von dort u.a. verstärkt unterschiedlichste Teams leiten, wo es aufgrund der Distanz noch wichtiger ist, Soft Skills anzuwenden“, erklärt von Stumberg.

Potenzial

Um zu erfahren, wo er dabei noch Verbesserungspotenzial für sich sieht, hat der Novelis-Manager ein sogenanntes Personalgutachten der m3team AG, in diesem Fall das Potenzial-Evaluations-Programm (PEP), mit rund 250 Fragen ausgefüllt.

Das Beratungsunternehmen aus Bovenden kombiniert wichtige persönliche Daten mit online-basierten Potenzialanalysen und verdichtet diese zu Personalgutachten. Mit diesem Mess- und Auswertungsverfahren ist m3team laut eigener Aussage zum Marktführer in Deutschland geworden.

Eine Grundvoraussetzung für einen Erfolg des Tests ist, dass der Begutachtete sich verändern will. Von Stumberg vergleicht die Situation mit einem Athleten, der an den olympischen Spielen teilnehmen will und sich einen Spezialisten sucht, der ihn bei der Optimierung unterstützt.

Berater Axel Görs vom m3team, beide kennen einander seit drei Jahren, erklärt in einem persönlichen Gespräch, was das Gutachten erbracht hat. „Meine Kompetenz ist es dabei, Übersetzungsarbeit zu leisten“, sagt Görs, zugleich Vorstandsvorsitzender der Firma. Ohne Erklärungen könne es Missverständnisse und Frustrationen geben.

Man bekommt dabei nicht aufgezeigt, was man (falsch) macht, sondern wie das Verhalten bei anderen ankommt. „Das Gutachten ist eine hervorragende Grundlage, um in ein Coaching einzusteigen“, erklärt Görs. So sind die Themen gleich auf dem Tisch.

Starke Persönlichkeit

Auch Klaus von Stumberg erkennt sich sofort wieder, als ihm Görs sagt: „Du bist eine starke Persönlichkeit und sagst deine Meinung auch gegen Widerstand.“ Dieses Verhalten, gesteht von Stumberg, habe auch Schattenseiten und frustriere manchmal die Mitarbeiter. „Ich arbeite daran, aber Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut“, sagt er lachend.

Bei dem Hinweis, „du willst es perfekt haben“, erinnert Görs an von Stumbergs Anweisungen zu Gesprächsbeginn. Wieder und wieder hatte er dem Fotografen gesagt, wie er sich das Bild vorstellt. „Mit meinem Perfektionismus stehe ich mir manchmal selbst im Weg“

Vieles aus dem Weg räumen und damit auch Kosten einsparen, können Personalgutachten und die anschließende Beratung, erklärt Görs. Auch Klaus von Stumberg zieht einen Nutzen aus dem Test: „Ich möchte in meiner Persönlichkeit authentisch bleiben, aber entsprechend an meinen Stärken und Schwächen arbeiten: Und dazu gehört die stetige Suche nach Verbesserungspotenzial.“

Nicht nur in seiner neuen Rolle bei Novelis, sondern auch an sich selbst…