Der Neue

©Alciro Theodoro da Silva
Text von: Christian Vogelbein

Goldbeck-Chef Steffen zur Linde empfängt den Audi A4 zum Bewerbungsgespräch.

Steffen zur Linde gehört zu den populärsten Gesichtern der Business- Szene in Südniedersachsen und Nordhessen. Als neuer Leiter der Goldbeck-Niederlassung in Kassel und in seiner Funktion als Vorstand im Club der Göttinger Wirtschaft taucht sein Name immer dann auf, wenn Unternehmen wachsen. In seiner neuen Position prägt der Ingenieur das Bild des Unternehmens vor Ort und damit das Bild der Region. Und das beginnt mit einem breiten Lächeln und einem festen Händedruck.

Weiter südlich frischen die Ingolstädter Autobauer von Audi ihren Alleskönner A4 auf. Leichter, schneller, besser – klar. Aber wie fühlt es sich an? Steffen zur Linde bittet zum Bewerbungsgespräch. „Der erste Eindruck zählt“, sagt der 41-Jährige. Für den A4 bedeutet das: sportliche Kante dank SLine- Designpaket, große Alufelgen und neue Scheinwerfer mit markantem Blick. Zur Linde ist ein Athlet im Maßanzug. Genauso wie der neue Audi A4. Der erste Händedruck: der Sitz, das Lenkrad. Hart, aber bequem. Breit und griffig. „Liegt gut in der Hand“, sagt der Niederlassungsleiter. „Ich mag es sportlich.“ Natürlich tut er das. Er ist ein erfolgreicher Schwimmer. Im vorherigen Jahr wurde zur Linde Hessischer Meister in seiner Altersklasse sowohl über 100 Meter Schmetterling als auch über 200 Freistil. Während des Studiums hat er gerudert – ebenfalls sehr erfolgreich. Tennis spielt er auch, verletzte sich jedoch das Knie und pausiert. „Ich könnte es gerade nicht voll belasten, und halbe Sachen mache ich nicht.“ Auf Knopfdruck startet der Motor des Audi A4. 190 Diesel-PS warten auf das Signal. Zur Linde tritt das Pedal voll durch – keine halben Sachen.

Verzweifelt ringen die Vorderräder um Bodenhaftung – immer und immer wieder. Steffen zur Linde will wissen, was geht. Die Bordelektronik bremst ihn, ermutigt zu Sicherheit. Die Straße ist feucht, und die Kurven sind eng. Für zur Linde eine Einladung, schließlich prägt Audi seit Jahren das Image des Sportwagens im Abenddress. Optisch funktioniert das in jedem Fall, findet der Geschäftsmann. Moderner, noch mehr Bildschirme und Anzeigen und Drehknöpfe und Schalter und Funktionen. Aber aufgeräumt und elegant eingerahmt zwischen schlichtem Plastik und hellem Aluminium oder gleich griffbereit am Lenkrad. Zur Linde braucht eigentlich nur wenige Hebel: drei Pedale, das Lenkrad und den Schalthebel. Der neue Audi A4 kommt mit einer Sieben-Gang-Automatik daher. Für den Kasselaner, der sonst lieber selbst die Kontrolle über den Gangwechsel hat, eine Umgewöhnung. Zumal das Getriebe im Alltagsmodus alles andere als sportlich ist und sich lieber um einen geringen Dieselverbrauch kümmert. „Irgendwas müssen sie da ja tun“, kommentiert zur Linde, schaltet auf Sportmodus und lässt die Räder drehen.

Privat fährt der Leiter der Goldbeck-Niederlassung einen VW Passat, der Familie wegen. Trotzdem liebt er den schmalen Grat zwischen Sportlichkeit und Eleganz. Zwischen Benzingeruch und neuen Lederschuhen. Zwischen Drehmoment und Linienführung. Autos sind eine emotionale Angelegenheit, auch für zur Linde, der sich selbst als Kopfmenschen bezeichnet.
Mit Kalkül geht er neue Projekte an, besonnen entscheidet er im Gespräch, wer in Zukunft Teil seines Unternehmens wird – und wer nicht. In seiner neuen Funktion hat er das große Ganze im Blick. Nicht mehr täglich auf der Baustelle oder beim Kunden zu sein: „Gewöhnungssache.“ Aber die Zeit nimmt er sich, und sie wird ihm gegeben. „Goldbeck ist ein familiengeleitetes Unternehmen. Vielen Dinge laufen hier anders, auch moralisch“, erklärt der Nordhesse. Nicht alles ist auf die Dividende und das Gewinnmaximum ausgerichtet, nichts wird erzwungen oder aufgeblasen. Kunde und Projekt müssen passen. Das mache Erfolg aus.
Bei Autos wird er wieder emotional. Autofahren ist für ihn eine Leidenschaft und ein großer Spaß. Grund, einen Sportwagen in die Garage zu stellen, der nur am Wochenende durch die engen Waldpassagen gejagt wird, sei das allerdings nicht. Dafür ist zur Linde zu bodenständig und fokussiert. Ob der neue A4 eine Chance bei ihm hat? Als Kombi in jedem Fall: „Dann nehme ich ihn mit.“