Der Job ist Programm

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: Marisa Müller

Die IT-Branche wächst, Informatiker sind begehrte Fachkräfte. Grund genug für Niklas Schwedhelm, sich für eine dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung bei der Firma Kappa optronics in Klein Lengden zu entscheiden.

Der 20-Jährige hat beim international erfolgreichen Entwickler und Hersteller von Industriekameras seine Ausbildung fast beendet.

Niklas, was denkst du , was ist wichtig an einem Job?

Es muss Spaß machen, sonst hat es keinen Sinn!

Und was begeistert dich an deiner Tätigkeit?

Das ist vor allem der Moment, in dem das Programm, das ich entworfen habe, genauso läuft wie geplant. Das ist zugleich Schwerpunkt meiner Ausbildung: programmieren. Wir programmieren bei Kappa Software und designen Benutzeroberflächen – hier speziell für Industriekameras. Schnittstellenwahl, Steuerung und Bilderfassung spielen für unsere Kunden eine große Rolle. Ich kümmere mich darum, dass die Geräte kompatibel verwendbar werden und alles wunschgemäß funktioniert. Manchmal ist aber auch der Wurm drin. Dann heißt es tüfteln, Fehler suchen – das macht Spaß.

Wie bist du in der IT-Branche gelandet?

Eigentlich wollte ich immer eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich machen – aber nur, weil ich mir ungefähr vorstellen konnte, worum es da geht. Ich hatte einfach keine Ahnung, was es sonst noch geben könnte. Nach der Schule wusste ich nur, was ich definitiv nicht werden wollte. Dann hörte ich vom Angebot Wirtschaftsinformatik an der Berufsschule in Duderstadt für die Dauer eines Jahres. Nicht schlecht, um einfach erstmal die Zeit zu überbrücken, dachte ich. Und das war es endlich!

Wie bist du dann zu deiner heutigen Ausbildung gekommen?

Durch ein Praktikum bei Kappa optronics, das ich während meines Jahrs an den Berufsschule absolviert habe. Das hat mir gut gefallen, und ich habe einfach mal nachgefragt. Damals gab es dort zwar noch keine Azubis im Bereich Fachinformatik für Anwendungsentwicklung, aber die Möglichkeit hat Kappa geprüft und kurzerhand für mich geschaffen.

Was für ein Typ Mensch ist für diesen Beruf geeignet?

Engagement und Technikinteresse sind Grundvoraussetzungen. Bummler und Weiterbildungsmuffel haben es schwer, denn alle paar Monate ändert sich etwas. Die Forschung bestimmt das Tempo. Das ist aber gerade die Herausforderung und auch die Perspektive für den Beruf.

Wie sieht deine Zukunft aus?

In der Branche sind oft Projekt-verträge üblich. Ist ein Projekt beendet, enden häufig auch die Beschäftigungsverhältnisse. Ich sehe das als Chance. So kann man viele Erfahrungen sammeln, immer wieder mit neuen Menschen arbeiten, vielleicht etwas von der Welt sehen – wieso also nicht? Ich kann mir allerdings sehr gut vorstellen, bei Kappa zu bleiben.

Was hältst du davon, dass heute alle studieren wollen?

Einer aus dem Freundeskreis geht studieren, und alle tun es ihm gleich – ist ja auch einfacher als selbst nachzudenken.

Ein Tipp für andere auf der Suche nach einer Ausbildung?

Macht nichts, was ihr nicht spannend findet. Und schaut euch die Unternehmen genau an: Wenn die Mitarbeiter gut miteinander umgehen und alle gut drauf sind – das ist ein gutes Zeichen!

Vielen Dank für das Gespräch.