©Alciro Theodoro da Silva
Text von: Charlotte Vogel

Bei der 31. faktor-Business-Lounge lernten Entscheider von Musikern des Göttinger Symphonie Orchesters, was es heißt, gemeinsam den richtigen Ton anzugeben.

Bei der 31. faktor-Business-Lounge am 28. März trafen einmal mehr zahlreiche Entscheider der Region auf einen spannenden Referenten – dieses Mal auf ungewohntem Terrain: Chefdirigent Nicholas Milton ließ die Gäste inmitten des Göttinger Symphonie Orchesters (GSO) Platz nehmen und aus nächster Nähe erleben, was es heißt, in einer demokratischen Gruppe aus Individualisten den Ton anzugeben. Das Thema des Tages: ‚Vom Solo zur Symphonie – was Unternehmen von Orchestern lernen können‘.

So hatten die Teilnehmer der Lounge im Göttinger Kulturzentrum Godehardstraße zunächst die exklusive
Gelegenheit, mittendrin im Geschehen – zwischen und auf den Stühlen der Musiker – einer Probe des traditionsreichen Orchesters zu lauschen und eine ganz besondere Arbeitsatmosphäre auf sich wirken zu lassen. Mit energischen Bewegungen und Worten, kurz und bestimmt, aber stets mit einer Prise Humor, leitete Milton sein GSO an. Ein kritischer Blick, ein kleiner Fingerzeig mit dem Taktstock und jeder Einzelne weiß, was er zu tun oder zu lassen hat. Bestes Teamwork und die hohe Motivation sämtlicher Beteiligten, alles perfekt machen zu wollen, waren deutlich zu spüren.

Im Anschluss an die Probe ging es nach einer kurzen Begrüßung durch den Gastgeber und GSO-Geschäftsführer Klaus Hoffmann – der den entscheidenden Impuls zu einer gemeinsamen faktor-BusinessLounge gegeben hatte – nahtlos in eine lockere Fragerunde über. Nicholas Milton nahm sich Zeit und ging ausführlich auf jede Frage aus dem Publikum ein, das sich so immer weiter an die Parallelen zwischen Wirtschaft und Musik herantastete.

Dabei gab der Chefdirigent wertvolle Tipps zum Umgang mit Mitarbeitern und zum Thema Motivation. Milton erklärte unter anderem, dass es ihm bei jeder Kommunikation, insbesondere aber bei Kritik, darauf ankommt, Respekt und Anerkennung auszudrücken. Auf diese Weise gebe er jedem einzelnen Musiker die Möglichkeit, sich und seine Stärken ohne Scheu in das Orchester einzubringen.

Überhaupt werde beim GSO der Demokratiegedanke großgeschrieben, beispielsweise, wenn neue Stellen zu besetzen sind: Dann sichten Chefdirigent und Geschäftsführer nicht allein die Bewerber, sondern das ganze Orchester entscheidet mit. In diesem Sinne ist im vergangenen Jahr übrigens auch Milton selbst auf diesen Posten gewählt worden.

„Mein Job ist es auch nicht zu diktieren, sondern die Musiker zu inspirieren, ihr Bestes geben zu wollen“, sagt der gebürtige Australier und fasst damit seine Aufgabe zusammen. Und diese Art der Führung funktioniere: „Statt nach dem Ende der Probe direkt in alle Himmelsrichtungen zu verschwinden, bleiben viele der rund 50 Musiker noch da, um weiterzuüben oder sich einfach zu unterhalten. Das schafft nur eine entspannte Arbeitsatmosphäre.“

Und so ging es dann auch nach dem offiziellen Teil auf der 31. faktor-Business-Lounge weiter. Gemeinsam mit dem Orchester wurde bei Snacks und Getränken noch lange beschwingt genetzwerkt und gefeiert.