Der Faktor zum Erfolg: Mut

Text von: redaktion

Worin unterscheiden sich erfolgreiche Entscheider von weniger erfolgreichen, Gewinner von Verlierern? Bernd Fritz-Kolle, Coach und Geschäftsführer des Coaching Contor, zeigt die Unterschiede in faktor 3/09.

Visionärer Weitblick, gute Ideen, strategisches Geschick und Energie zur Umsetzung fallen Ihnen dazu sicher ein.

Aber: Was braucht es vor allem, um aus Ideen Taten zu machen? Was braucht David, um gegen Goliath anzutreten? Der zentrale faktor für Erfolg auf allen Feldern ist die alte Tugend Mut.

Mut, als Metapher im Zusammenhang mit Heldenmut längere Zeit in rein kriegerischen Verruf geraten, darf wieder sein. Mut, auch und gerade in Führungspositionen, ist wieder gefragt. Zivilcourage als bürgerliche Tugend adelt heute den Mut. Querdenken, der Mut, ausgetretene Pfade zu verlassen und Tabus zu brechen, öffnet neue Welten.

„Banale Binsenweisheit“, werden Sie vielleicht denken, trifft aber allzu oft nicht zu – leider. Mut ist in Unternehmen und Organisationen, in Politik und Verwaltung in allen Etagen Mangelware.

Angst um Wählerstimmen, vor Ärger, Sorge, die eigene Karriere durch berechtigte Kritik an Vorgesetzten oder Fehlentscheidungen zu gefährden, sorgen verbreitet für Anpassung und Stillhalten. Wahrheit, die vermeintlich schmerzt, die aber für Klarheit sorgen kann, wird höflich umschifft oder unterdrückt. Im Stil des „Weiter so“ wird aufgeschoben, ausgesessen, ausgewichen, um notwendige Reibung zu vermeiden.

Die daraus entstehenden Krisen werden gern als Chance umetikettiert. Der Mut zu den hier notwendigen Konsequenzen fehlt dann aber – siehe Finanzkrise. Dosiert helfen Ängste, nicht blind ums Feuer zu laufen, sondern Ideen abzuprüfen und ausgereifte Entscheidungen zu treffen. Größere Bedenken, Proporz, persönliche Ängste behindern aber den Weg zu weitergehenden Veränderungen.

Warum, fragen Sie vielleicht, ist Mut eigentlich ein derart mächtiger Wirkfaktor? In meinen Coachings finde ich immer wieder bestätigt, dass Mut ein starker innerer Motivator ist.

Ihr Mut als die Bereitschaft, ein Risiko kalkuliert einzugehen, Entscheidungen zu treffen und zu handeln, bestimmt maßgeblich darüber mit, ob Sie Ihre Ideen in die Tat umsetzen, ob Sie ein neues Projekt starten, ein neues Produkt entwickeln, sich um einen Aufstiegsposten bemühen, ob Sie bleiben oder gehen.

Ohne Mut wären Columbus und Marco Polo als Wegbereiter der Globalisierung nie in neue Welten aufgebrochen.

Basis für Mut ist die Fähigkeit, Ihre eigenen Ressourcen, Ihre Fähigkeiten, Talente, Stärken und Schwächen klar zu erkennen. In der SWOT-(Stärken- Schwächen)-Analyse können Sie Ihr Profil als Entscheider, aber auch das Ihres Unternehmens erfassen und bewusst als Selbstvertrauen pflegen und entwickeln.

Erst auf diesem immer wieder reflektierten Fundament können Sie neben Risiken, denen Sie zu begegnen haben, offen und frei die Chancen der Zukunft wahrnehmen und sich und Ihren Partnern und Mitarbeitern den Weg dorthin zutrauen.

Ermutigend ist sicher: Mut ist nur zum geringsten Teil angeboren. Er ist, meist schon in den Kinderschuhen erlernt und lebenslang erlernbar. Was Hänschen nicht gelernt hat, kann Hans noch dazu lernen.

Mut wächst wie ein Muskel durch Training, letztlich durch Zu-Mutung, durch das Überwinden von Angst. Wenn Sie sich – Ihr Ziel vor Augen – bewusst und gewollt auf Ihre Ressourcen vertrauend, zum Handeln, zum Experimentieren, zum ersten Schritt entscheiden, sammeln Sie reale Erfahrungen und kommen voran.

Aus Zuversicht wird durch Erfahrung ein echt erlebtes „Yes we can“, das zu weiteren mutigen Entscheidungen und Schritten einlädt. Wenn Sie sich selbst und den Menschen in Ihrer Umgebung etwas zutrauen, Verantwortung übernehmen, aber auch delegieren, Projekte ermöglichen, lassen Sie den Mut wachsen, ehrliches Feedback, aufbauende Kritik einzufordern und zu geben ebenso.

Als Entscheider gewinnen Sie an Stärke, wenn Sie den Mut aufbringen, sachlich begründete, auch harte Entscheidungen zu treffen und zu vertreten. Mut ist der Motor zu jeder Veränderung.

Übrigens: Wozu brauchen Sie in den kommenden Tagen Mut? Yes You can! Nur Mut!

Bernd Fritz-Kolle ist Coach und Geschäftsführer des Coaching Contor und Mitglied bei CONNEG, dem Unternehmensberater-Netzwerk in Göttingen.