Der Angreifer

Text von: Tobias Kintzel

Zwei Sportler treffen aufeinander: Der Göttinger Judoka Peter Klammer und der neue Audi R8

Bereits beim Abbiegen vom Gelände des Audi Zentrums Göttingen auf die Kasseler Landstraße sieht man auf Peter Klammers Gesicht ein breites Lächeln. „Der Motorsound ist extrem beeindruckend, hört sich richtig gut an. Das macht Lust auf mehr“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Nach nur wenigen Metern mit dem neuen Audi R8 im Straßenverkehr macht der Göttinger Judoka, der mehrfacher Deutscher und Europameister in der Königsklasse über 100 Kilogramm ist, eine Beobachtung: „Der Wagen ist ein Hingucker. Alle drehen sich nach ihm um, bestaunen ihn.“

Und das ist kein Wunder. Der Audi R8 wurde erst Ende April in den Markt eingeführt. Auf deutschen Straßen konnte man das Fahrzeug mit der konsequenten Linienführung und der klaren Formensprache bisher nicht sehen. Besonders erstaunlich ist, dass der R8 keine Schokoladenseite hat – er überzeugt aus jeder Perspektive. Er strahlt sportliche Dynamik, Kraft und gleichzeitig Eleganz aus. Die Ingolstädter Autobauer fassen das treffend so zusammen: Vor Ihnen steht ein leistungsorientierter Sportler. Das ist Peter Klammer, der seit 1964 Judo betreibt, auch. Mitte Juni fährt der Schwarzgurtträger zur Weltmeisterschaft nach Brasilien. „Ich will den Titel, sonst nichts“, macht er sein Ziel klar. Und diesem Ziel ordnet er seit Januar alles unter.

Vier Mal in der Woche trainiert er bis zu vier Stunden, ist nur noch auf seinen Sport fokussiert. Nach eigener Einschätzung ist er ein positiv Verrückter. Er spielt sogar mit dem Gedanken, vor der WM noch seinen deutschen Meistertitel zu verteidigen. Gerade diese Einstellung hat ihn zu seinen Titeln und in die Favoritenrolle bei der WM gebracht.

Mittlerweile hat sich Klammer ein erstes Urteil zum R8 gemacht. Besonders gefällt ihm das Cockpit in Monoposto- Optik. Es sei sehr übersichtlich und habe ein auffallend schönes Design. Auch der Sitzkomfort hat es ihm angetan. Und dann sagt er etwas Entscheidendes: „Das Auto fährt sich gut im Stadtverkehr. Aber der kann und will mehr, der will angreifen!“ Dieses Gefühl vermittelt der R8 tatsächlich. Der V8-Mittelmotor mit 420 PS und permanentem Allradantrieb lauert förmlich auf die Gelegenheit, seine Kraft zu zeigen. So ließe sich auch Klammers Kampfstil beschreiben: Er wartet auch auf eine gute Gelegenheit, den einen Sekundenbruchteil, in dem sein Gegner unaufmerksam ist, um ihn anzugreifen und mit einer Technik, einem Wurf, den Kampf zu entscheiden. Klammer biegt auf die A38 ein und er, der bis zu diesem Augenblick viel und lebendig erzählt hat, verstummt. Denn der R8 entfaltet direkt seine ungeheure Kraft und bringt mit seinem maximalen Drehmoment von 430 Nm ordentlichen Vortrieb. Unglaublich schnell ist er bei 100 km/h, nur einen Lidschlag später bei 200. Klammer jubelt: „Wahnsinn. Der kann noch mehr. Und wie der auf der Straße liegt.“ Tatsächlich sorgen der tiefe Schwerpunkt und das hervorragende Fahrwerk des Audi für eine optimale Straßenlage und ein überragendes Kurvenverhalten. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung zwingt Peter Klammer, den R8 auf 120 km/h abzubremsen. Spätestens als diese nach wenigen hundert Metern wieder aufgehoben wird, kann der R8 seine Herkunft nicht mehr verleugnen. Er ist ein Rennwagen. Auf das durchgedrückte Gaspedal reagiert er mit atemberaubender Beschleunigung: Eben noch bei 120 km/h, ist er einige sehr schnelle Herzschläge später weit jenseits der 200er-Marke. In keinem Augenblick hat man dabei das Gefühl, sich im Grenzbereich zu bewegen. Der Audi bringt seine Geschwindigkeit sicher auf die Straße.

Auf dem Rückweg bemerkt Peter Klammer in einem Tunnel die Beleuchtung des Cockpits. „Das ist ein wunderschönes, harmonisches Gesamtbild. Sehr schönes Licht“, sagt er immer noch sichtlich beeindruckt von der Beschleunigung und der Geschwindigkeit des Audi. Kurz vor dem Gelände des Audizentrums Göttingen fasst er dann die Fahrt zusammen: „Der Audi R8 ist ein Superlativ auf Rädern. Wunderbares Fahren, da macht auch die Automatik Spaß!“

Am Ende der Testfahrt kann man nur warnen: Sowohl der Audi R8 als auch Peter Klammer sind unheimlich schnelle Angreifer. Die Konkurrenten müssen höllisch aufpassen.