Der abgehängte Fotograf

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: Sebastian König, redaktion

Daniela Ruhstrat unterwegs im neuen Audi A3 auf kurvigen Strecken über Berge und Täler

In zwei Zügen aus einer Parklücke zu manövrieren klingt erst einmal einfach. Am Leinekanal in der engen Göttinger Innenstadt wird diese Übung aber schnell zur Herausforderung.

Nicht so für Daniela Ruhstrat: Mehr als eine schwungvolle Lenkraddrehung nach rechts und eine nach links benötigt die Geschäftsführerin der Ruhstrat Facility Management GmbH nicht.

Dann hat sie den neuen Audi A3 aus dem schmalen Parkplatz vor dem Zentrum für Sicherheit, einem Unternehmensbereich der GmbH, befreit. „Er bietet eine gute Rundumsicht, obwohl der Rückspiegel etwas klein geraten ist“, stellt sie fest.

Die Steuerung sei aber ausgezeichnet. Durch den kleinen Wendekreis und das gute Handling fühlt sich Ruhstrat im Stadtverkehr sichtlich wohl.

Mit dem Ziel Burg Hanstein geht die Testfahrt über die Reinhäuser Landstraße raus aus Göttingen.

Hier zeigt der Testwagen, dass er mit 150 PS auch außerorts flott unterwegs ist. „Er kommt gut in die Gänge“, sagt Ruhstrat.

Wohl etwas zu gut: Auf kurviger Strecke hat der Fotograf im Schlepptau ernste Schwierigkeiten, den Kontakt zu halten. Dafür ist aber nicht die Fahrweise der Testerin, sondern vielmehr die gute Beschleunigung des Audi verantwortlich.

Obwohl sie eher behutsam unterwegs sei, meint Ruhstrat, dass eine gewisse PS-Zahl bei einem Auto aber schon sein muss. „Schließlich bin ich auch viel im ländlichen Bereich unterwegs, und da braucht es zum Überholen schon ein wenig mehr Kraft.“

Diese ist beim neuen A3 allemal vorhanden. Mit der Kombination aus leichten Materialien und passender Motorisierung lässt er beim Beschleunigen kaum Wünsche offen.

Dies gilt auch in Sachen Zusatzausstattung und Assistenzsysteme. Hier ist optional fast alles zu haben, von der automatischen Distanzregelung bis zum Spurassistenten.

Der Testwagen kommt ohne Assistenten aus. Ruhstrat gefällt das: „Ich finde es gar nicht so gut, wenn das Auto alles selber macht.“ Sie hat ,die Zügel‘ gern selbst in der Hand, auch beim Schalten. In ihrem aktuellen Audi Q5 hat sie deshalb bewusst auf ein Automatikgetriebe verzichtet.

„Ich dachte mir: Dazu bin ich noch zu jung“, sagt sie, lacht und fügt hinzu: „Die Einstellung rächt sich allerdings in jedem Stau.“

Vor diesem bleiben Auto und Testerin an diesem Tag verschont.

Ruhig trotz starkem Wind

Auf dem kurzen Stück Autobahn zwischen A38 und der Abfahrt Göttingen ist wenig Verkehr. Ruhstrat beschleunigt den Audi spielend auf rund 170 km/h. Im Innenraum bleibt es trotz starkem Wind auffallend ruhig.

Eine Unterhaltung in Zimmerlautstärke ist ohne Weiteres möglich. So kann Ruhstrat berichten, dass ihr bei europäischen Autos noch etwas die Flexibilität im Innenraum fehlt. „Da sind die Autobauer in den USA schon weiter, vor allem bei den Sitzkonzepten.“ Die deutschen Entwickler wissen an anderer Stelle zu überzeugen.

So bietet der A3 auf dem Drehknopf zur Menüsteuerung ein integriertes Touchpad. Dieses ermöglicht es dem Fahrer, mit dem Finger Buchstaben zu schreiben, die das System erkennt.

Dies ist vor allem bei der Eingabe im Navigationssystem oder im Telefon nützlich.

Leider ist die Innovation im Testwagen auf Grund der Kürze der Zeit noch nicht aktiviert. Das enttäuscht Ruhstrat etwas, da sie sich vor allem für kleine, aber sinnvolle Erleichterungen begeistert. Dazu zählt zum Beispiel die per Knopfdruck steuerbare Heckklappe ihres Q5.„Das ist eine wirklich gute Erfindung.“

Und auch im Heck des neuen A3 ist eine clevere Lösung zu finden. Der Kofferraumboden ist höhenverstellbar.

In der oberen Position lassen sich schwere Lasten einfacher be- und entladen. Bei niedriger Einstellung steht das gesamte Kofferraumvolumen zur Verfügung. Platz ist für die zweifache Mutter ein entscheidendes Kriterium beim Autokauf.

„Ich kutschiere Hund, Kinder und manchmal ganze Sportmannschaften durch die Gegend“, erzählt sie. Deshalb wäre der A3 für sie persönlich zur Zeit nicht der passende Wagen. „Als Single oder für Pärchen könnte ich mir den A3 aber sehr gut vorstellen.“

Das positive Fazit

Das positive Fazit zieht sie vor allem aus dem sportlichen Design, das genau in die bekannte Audi-Linie passt.

Auch der niedrige Verbrauch wäre ein gutes Argument. Dank Start-Stop-Funktion und der verbrauchsoptimierten Fahrzeugeinstellung ,efficiency‘ ist das Dieselmodell im Test mit einem kombinierten Verbrauch von 4,4 Litern auf 100 Kilometern angegeben. „So müsste ich nur selten tanken“, sagt Ruhstrat.

Wobei sie dabei erst in zweiter Linie an die hohen Treibstoffpreise denkt: „Ich kann den Vorgang an sich einfach nicht leiden.“ Hier könnten sich die Entwickler aus ihrer Sicht für zukünftige Modelle noch etwas einfallen lassen.