Den Gerüchen auf der Spur

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Text von: redaktion

Wissenschaftler des DFG Forschungszentrums Molekularphysiologie des Gehirns und des Exzellenzclusters „Mikroskopie im Nanometerbereich“ zeigen zum ersten Mal, wie Gerüche verarbeitet und auf zellulärer Ebene koordiniert ins Gehirn weitergeleitet werden.

Wissenschaftler am Göttinger DFG Forschungszentrum Molekularphysiologie des Gehirns (CMPB) haben jetzt am Modell des Krallenfrosches gezeigt, dass im Gehirn Netzwerke von Nervenzellen existieren, die ihre Aktivität synchronisiert an verschiedene Gerüche anpassen können.

„Dadurch werden die eintreffenden Geruchsinformationen vor der Weiterleitung in andere Gehirnregionen gebündelt und leichter verständlich gemacht,“ sagt der Leiter der Studie, Detlev Schild, Direktor der Abteilung Neurophysiologie und Zelluläre Biophysik an der Universitätsmedizin Göttingen.

Anhand künstlich hergestellter Geruchs-Cocktails und der Anwendung bestimmter elektrophysiologischer sowie mikroskopischer Methoden konnten Bei-Jung Lin, Tsai-Wen Chen und Detlev Schild zeigen, dass Mitralzellen, die im Riechkolben einem Glomerulus entspringen, synchron das gleiche Aktivitätsmuster erzeugen.

„Verschiedene Geruchs-Cocktails haben zur Ausbildung unterschiedlicher Aktivitätsmuster geführt. Mitralzellen besitzen also die Fähigkeit, Gerüche zu unterscheiden und duftspezifische Antworten geordnet in andere Gehirnregionen weiterzuleiten“, so Schild.

Das DFG Forschungszentrum Molekularphysiologie des Gehirns (CMPB) wurde 2006 im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder um das Exzellenzcluster Mikroskopie im Nanometerbereich erweitert. Der bestehende und bereits fest etablierte Forschungsverbund der Göttinger Neurowissenschaften wird durch diese Technologieplattform im Bereich höchst innovativer Mikroskopie-Techniken verstärkt.