Dem WAN Beine machen

Text von: redaktion

Michael Kunze, IT-Infrastruktur-Experte bei Sycor, erklärt, was WAN-Optimierung ist und welchen Nutzen Unternehmen daraus ziehen können.

Unternehmen, die national, international oder rund um den Globus mit Niederlassungen oder Produktionsstandorten vertreten sind, nutzen für ihre Kommunikation zur Abwicklung der Geschäftstätigkeit ein Wide Area Network (WAN) meist mit Internet VPN oder MPLS-Verbindungen.

Über diese Weitverkehrsnetze werden alle – und nicht nur die ,business-kritischen‘ – Unternehmensanwendungen genutzt.

Durch die Kombination aus einem stetig steigenden Datenaufkommen und oft ineffizienten und zu langsamen Datenverbindungen zu den Standorten sind Probleme vorprogrammiert.

Transaktionen in den eingesetzten ERP- und CRM-Systemen dauern lange, das Hoch- oder Herunterladen von Dateien hält den Arbeitsfluss auf. Manchmal sind Voice-over-IP-Telefonate kaum noch in akzeptabler Qualität zu führen, und Videokonferenzen brechen einfach ab.

Das Ergebnis: Die Produktivität sinkt, und gleichzeitig steigt die Unzufriedenheit der Mitarbeiter.

Geld sinnvoll investieren: Um diesen Problemen optimal zu begegnen, sollten Unternehmen nicht in Aktionismus verfallen und hohe Summen für zusätzliche Bandbreiten ausgeben, sondern auf wirksame und nachhaltige Optimierungsmaßnahmen und -technologien für ihr WAN setzen.

Den Anfang eines WAN-Optimierungsprojekts sollte immer eine Analyse des Datenverkehrs machen, um genau zu klären, was wann übertragen wird. Auf Basis des Geschäftsmodells und der Prozesse sollten dazu noch die ,business-kritischen‘ Applikationen eruiert werden.

Denn da die Bandbreite der Weitverkehrsnetze nicht selten begrenzt ist, muss verhindert werden, dass Anwendungen in Konkurrenz miteinander treten und dass hochpriorisierten Applikationen nicht genügend Leistung zur Verfügung steht.

Darüber hinaus gibt es oft Performanceprobleme durch die hohe Latenz im WAN. WAN-Optimierungstechnologien wirken – richtig eingesetzt – diesem Effekt entgegen.

Dem WAN Beine machen: Für Unternehmen lohnt es sich aus vielen Gründen, ihre Weitverkehrsnetze (WAN) mit Technologie, wie zum Beispiel den Cisco Wide Area Application Services (WAAS), zu optimieren.

Durch die Verbesserung der Performance erreichen via WAN bereitgestellte IT-Anwendungen annähernd die Leistung wie in lokalen Netzwerken.

Laut Cisco werden für die meisten Anwendungen Beschleunigungsfaktoren zwischen drei und zehn gemessen. Für File-Sharing, Microsoft SharePoint, Internet und Intranet liegen die Werte sogar zwischen faktor 70 und 100.

Das ist die Grundlage für mehr Produktivität und auch zufriedenere Mitarbeiter.

Sowohl zu steigender Produktivität als auch zur Zufriedenheit aller Mitarbeiter trägt außerdem bei, dass sich die WANOptimierungsmaßnahmen nicht nur in den verteilten Standorten bemerkbar machen, sondern auch für mobile Mitarbeiter unterwegs oder im Home-Office angeboten werden können.

IT-Konsolidierung und Kostensenkung: WAN-Optimierung ermöglicht zudem die standortübergreifende IT-Konsolidierung: Im Laufe eines gesamten Erneuerungszyklus können sämtliche lokale Server abgeschafft und die IT im Rechenzentrum am Hauptsitz zusammengefasst werden.

Das senkt die Betriebs-, Investitions- und Bandbreitenkosten in der Filiale. Die möglichen Einsparungen durch WAN-Optimierung sind enorm, und in der Regel kann die Zeit, bis sich die Investitionen in diese Maßnahmen amortisieren, in Monaten ausgedrückt werden.

Nicht zuletzt vereinfacht die IT-Konsolidierung im Rahmen der Optimierung des Weitverkehrsnetzes auch den Schutz der Daten und das Storage-Management.

Gleichzeitig werden die effiziente Bereitstellung neuer Anwendungen oder Software-Updates über das WAN – es wird durch die Zentralisierung gleichsam CloudReady – und eine einfachere Zusammenarbeit durch zentrale Datenhaltung ermöglicht.