Deine Rechte – und mehr…

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Text von: Stefan Liebig

Regionale Unternehmen geben Praxis-Tipps für den richtigen Einstieg in die Ausbildung und verraten, welche Annehmlichkeiten es neben den gesetzlichen Vorschriften für dich noch obendrauf geben kann.

Plötzlich ist alles anders. Es gibt keinen Stundenplan mehr. Den Weg ins Berufsleben schreibt keine Schule mehr vor – da muss auf einmal jeder selbst ran. Schon das Bewerbungsverfahren bringt viele neue Herausforderungen mit sich: Was für einen Job möchte ich haben? Bei welcher Firma kann ich mich bewerben? Was erwarten die dort von mir? Wenn diese Fragen beantwortet sind und das Vorstellungsgespräch auch noch erfolgreich überstanden ist, heißt es erst mal durchatmen. Doch auch die nächsten Aufgaben sollten konzentriert in Angriff genommen werden.

Zunächst muss der Ausbildungsvertrag sorgfältig gelesen werden, bevor die Unterschrift darunter gesetzt wird. Entsprechen etwa die Ausbildungsvergütung, die Probezeit und die angegebenen Urlaubstage der Absprache beim Vorstellungsgespräch und den gesetzlichen Vorgaben? „Viele wissen auch nicht, dass der Ausbildungsvertrag einen Ausbildungsrahmenplan beinhalten muss“, sagt Ute Neumann. Sie ist beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Jugendbildungsreferentin für die Region Südniedersachsen-Harz und erklärt: „Im Ausbildungsrahmenplan steht zum Beispiel, wann welche Abteilung durchlaufen wird und wie betriebliche Ausbildung und Berufsschule miteinander verbunden werden.“

Sollten wiederholt Aufgaben wie das Waschen von Privatautos der Chefs verlangt werden, gehört dies übrigens nicht zu den Pflichten der Auszubildenden. Neben der DGB-Jugend – die übrigens auch auf Ausbildungsmessen berät -, geben auch die Gewerkschaften und die Industrie- und Handelskammern (IHK) gern Tipps zu rechtlichen Fragen rund um Ausbildung und Ausbildungsvertrag. Bei den meisten Unternehmen in der Region sind die rechtlichen Voraussetzungen aber selbstverständlich erfüllt, so auch bei der Firma ContiTech.

Bei der stets großen Auszubildendenzahl – aktuell sind es 55 – verfügt der Betrieb an seinem Standort Northeim über große Erfahrung im Umgang mit seinem beruflichen Nachwuchs. Neben den sehr gefragten kaufmännischen Berufen kann man hier auch die Berufe des Verfahrensmechanikers, Industriemechanikers oder Elektronikers erlernen. In vier verschiedenen Geschäftsbereichen werden beispielsweise Autobauteile oder auch Schutzanzüge produziert. „Wir finden es positiv, wenn nachgehakt wird.

Die Jugendlichen der sogenannten Generation Y stellen viel zu wenig Fragen, mit denen sie ihr Interesse für den Ausbildungsberuf und das Unternehmen zeigen“, erklärt Danny Stephan Giggel von der Personalabteilung. „Warum ist der Ausbildungsberuf und auch das Unternehmen richtig für mich?“, ist für ihn die zentrale Frage, und er liefert darauf selbst ein paar Antworten: Neben der fachlichen Ausbildung wird dafür gesorgt, dass sich alle willkommen fühlen.

Die ContiTech- Berufsausbildung startet mit einem ausführlichen Begrüßungsprogramm. Die Auszubildenden erhalten Informationen zum Gesamtunternehmen, zu den Werksbestimmungen und zum Standort. In den Herbstferien findet eine Projektwoche statt, bei der sich abteilungsübergreifend alle neuen Auszubildenden zusammenfinden und gemeinsam an verschiedenen Themen arbeiten. Ein weltweiter Marktführer in der Entwicklung und Produktion von Hightechmedizinprodukten wie etwa Prothesen für Gliedmaßen ist die Duderstädter Otto Bock Healthcare. Hier erlernen 67 Auszubildende beliebte Berufe im kaufmännischen Bereich und als Orthopädietechnikmechaniker sowie die weniger nachgefragten als Chemikant, Verfahrensmechaniker oder als Maschinen- und Anlagenführer.

„Mit Auslandspraktika und einer Karriereperspektive in einem wachsenden Unternehmen mit großem und innovativem Produktspektrum sind wir für Auszubildende eine attraktive Adresse“, sagt Stefanie Senhen, die als Human- Ressources Managerin für die Ausbildungsberufe zuständig ist. Sie wünscht sich vor allem Bewerber mit „Fingerspitzengefühl für sich selbst“. Auch hier gibt es ein mehrtägiges Orientierungsprogramm, um in ersten Kontakt mit den Ausbildern, Auszubildenden und Kollegen treten zu können. Ebenfalls in Duderstadt befindet sich die Zentrale des Handwerksunternehmens Daume. Kaufleute, Elektroniker und Techniker (Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik) werden hier ausgebildet. Außerdem gibt es den Beruf des Technischen Systemplaners, der Entwurfszeiten im Büro sowie Einsatzzeiten auf den Baustellen miteinander verbindet.